„The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

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Jose Carioca
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„The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138404Beitrag Jose Carioca »

Einige Fragen v.a. an die Tongue Blocker unter euch (…und direkt an Olaf B., falls Du dies liest):

Eigentlich bin ich ein großer Fan von den Liedern in Olaf Böhme‘s Büchern. Sehr diverse Auswahl, einen Großteil davon mag ich auch sehr, super zum graduellen Erhöhen des Spielflusses und des Einbauens von Bends in die Melodie, sehr hilfreiche Backing Tracks, Erwähnen der Positionen als Bonus…

Aber.

In den allermeisten Liedern fehlen mir doch irgendwie „Verzierungen“, wie Splits, Oktaven, Rhythmische Akkorde (Vamping heisst das, glaube ich?), Borduntöne… Mit dem Backing Track machen die Lieder richtig Spaß, aber um sie dann mal jemandem ohne diese Tracks am Lagerfeuer vorzuspielen finde ich viele dann doch etwas zu… dünn? Das Potenzial der Mundharmonika als „Band in a box“ zu nutzen („the original iPod“, wie Joe Filisko sie mal nannte) wird da m.E. nicht ausgeschöpft.

Ähnliches gilt übrigens für Pat Missin‘s Harmonic Minor Tunebook, obwohl sich solche Verzierungen für osteuropäische und skandinavische Musik geradezu anbieten. (Fast) alles auch nur Lieder mit einzelnen Tönen.

Gibt es einen Grund dafür? Doch nur für Ensembles/mit Begleitung gedacht? Oder eine „Das ist die Grundmelodie, mach selber was draus“-Philosophie? Falls ja, wie macht man das dann? Angenommen ich kann einigermaßen Splits, Slaps & Co., wie gehe ich dann ran und baue diese musikalisch sinnvoll ein? Einfach rumprobieren, oder gibt‘s da vielleicht doch Tipps und (ein) System(e)?

Für Tipps und Tricks hierzu sowie weise Einsichten in die Gedankenwelt der Liedersammler wäre ich euch sehr dankbar.
triona
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138405Beitrag triona »

Jose Carioca hat geschrieben: 11.06.2026, 00:10 ... eine „Das ist die Grundmelodie, mach selber was draus“-Philosophie? ...
Bei Volksmusik ist das wohl so - egal ob deutsch / alpenländisch / böhmisch oder irisch / schottisch /englisch oder skandinavisch. Schau dir als Beispiel für irische Volksmusik mal https://thesession.org/ an, oder für deutsche Lieder den Großen Steinitz. Auch schwedische Volksmusik wurde und wird meist nur in Melodiezeilen überliefert. Anweisungen über die Liedstruktur wie z.B. A - B - A - C - A sind auch noch gängig. Aber heutzutage hast du ja von den meisten Stücken Tonaufzeichnungen auf Platte, CD oder Youtube usw. als Vorbild und Anregung.


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Adam_Lark
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138406Beitrag Adam_Lark »

Hallo Jose,

So ein richtiges System bzw. Erklär-Video fällt mir dazu nicht ein, aber es gibt bestimmt welche von Filisko oder so. Ein geeignetes Vorgehen finde ich: übe rhythmische Grundmuster mit Tongue block Techniken wie Slapping und versuche entweder Melodien in die Muster einzuarbeiten oder Rhythmen in deine Melodien. Ein schönes Beispiel ist das Pippi Langstrumpf Lied: https://youtu.be/S0ZW9eulbks?is=277FhYrhtRUKr4AQ
Hier werden unter die normale Melodie auf die Schläger 2 und 4 durch Öffnung des Tonge Blocks und durch Slaps (wieder Einzelton) kurz Akkorde eingestreut. So etwas kannst auch mit anderen Melodien versuchen.

Grüße

Adam
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Jose Carioca
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138419Beitrag Jose Carioca »

Danke! Ich versuch‘s mal… Hab jetzt mal mit „Fransk Morgenstierne“ vom Harmonisch Moll-Buch angefangen, und mir als Inspiration das Video einer netten, alten Dame mit Akkordeon auf Youtube rangeholt (…die sich wahrscheinlich wundern wird, warum ihre anfangs so wenigen Klicks jetzt langsam aber stetig wachsen). Schaumama…
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138422Beitrag triona »

Wenn du gerne Volksmusik spielst, kannst du auch noch bei anderern Instrumenten nachschauen.
Geige eignet sich z.B. hervorragend als Vorbild für MuHa. Gleicher Tonumfang. MuHa kann genauso wie Geige "Doppelgriffe". Was auf der Geige auf 2 oder mehr gleichzeitig gestrichenen Saiten spielbar ist, geht auf der MuHa mit Zungenblock und Splits ebenso. Auch die Geschwindigkeit ist machbar dank der Möglichkeit sowohl durch Ein- als auch durch Ausatmen Töne zu spielen (entspricht Auf- uind Abstrich bei der Geige).
Lehrvideos schau z.B. hier: https://www.youtube.com/c/EmelieWaldken/featured

Das hier erinnert mich auch sehr an schwedische Volksmusik, die ja meist mit Geige gespielt wird - wo es ja auch herkommt. Somit ein gutes Beispiel:
Adam_Lark hat geschrieben: 11.06.2026, 07:44 Ein schönes Beispiel ist das Pippi Langstrumpf Lied: https://youtu.be/S0ZW9eulbks?is=277FhYrhtRUKr4AQ
Hier werden unter die normale Melodie auf die Schläger 2 und 4 durch Öffnung des Tonge Blocks und durch Slaps (wieder Einzelton) kurz Akkorde eingestreut. So etwas kannst auch mit anderen Melodien versuchen.

Für schottische Musik gibt es auch noch schönes Material für Blockflöte. Ebenfalls ein Blasinstrument, und gleicher Tonumfang. Vieles läßt sich auch auf MuHa übertragen. Da wird auch besonders eingegangen auf Verzierungen von Melodien, die nur als "Grundmelodie" vorliegen:
https://www.sheetmusicdirect.com/de-DE/ ... oduct.aspx


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Heuchi
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138423Beitrag Heuchi »

triona hat geschrieben: 11.06.2026, 21:50 Geige eignet sich z.B. hervorragend als Vorbild für MuHa. Gleicher Tonumfang. MuHa kann genauso wie Geige "Doppelgriffe". Was auf der Geige auf 2 oder mehr gleichzeitig gestrichenen Saiten spielbar ist, geht auf der MuHa mit Zungenblock und Splits ebenso. Auch die Geschwindigkeit ist machbar dank der Möglichkeit sowohl durch Ein- als auch durch Ausatmen Töne zu spielen (entspricht Auf- uind Abstrich bei der Geige).
Hm, also hier habe ich doch mal das Bedürfnis etwas reinzugrätschen, denn, sorry, aber diese drei Punkte sind alle nicht richtig.

Umfang: Das kleinste Problem, aber trotzdem: Die meisten Mundharmonikas haben 3 Oktaven. Die Geige etwas über 4 Oktaven. Und der Umfang der vieroktavigen Chrom ist nicht der gleiche, wie bei der Geige, sondern etwas tiefer.

Doppelgriffe: Auf der Geige kann man (mit wenigen Ausnahmen) fast jedes Intervall zwischen einer Sekunde und einer Dezime in fast jeder Lage als Doppelgriff spielen. Auf der Mundharmonika sind die Möglichkeiten dagegen stark eingeschränkt.
Also jedenfalls stimmt es nicht zu sagen »Was auf der Geige auf 2 […] Saiten spielbar ist, geht auf der MuHa […] ebenso.«
Umgekehrt kann man auf der Mundharmonika drei oder vier verschiedene Töne gleichzeitig länger spielen. Das kann nun die Geige nicht.

Ein- / Ausatmen <-> Auf- und Abstrich:
1) Auf der Geige ist Geschwindigkeit keine Frage des Auf- oder Abstrichs.
2) Auf- und Abstrich auf der Geige ist etwas völlig anderes als Ein- und Ausatmen bei der Mundharmonika: Bei der Mundharmonika können die allermeisten Töne nur in einer Richtung erzeugt werden. Auf der Geige kann jeder mögliche Klang sowohl im Auf- wie auch im Abstrich erzeugt werden. Also ein völlig anderer Vorgang.

Wie immer, ist nicht böse gemeint. Aber ich fürchte, dass genau solche Betrachtungen bei vielen Leuten dazu führen können, dass sie die Mundharmonika als Musikinstrument nicht ernst nehmen. Und ich finde auch, dass die Mundharmonika genug zu bieten hat. Sie muss sich nicht mit einer Geige vergleichen.
Adam_Lark
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138425Beitrag Adam_Lark »

Jose Carioca hat geschrieben: 11.06.2026, 20:37 Danke! Ich versuch‘s mal… Hab jetzt mal mit „Fransk Morgenstierne“ vom Harmonisch Moll-Buch angefangen...
Hi, ich kannte das nicht, ist das das hier? https://youtu.be/YuDL_ZXP4fI?is=hgJqTbquVL2k6AKZ

Das ist aus meiner Sicht nur bedingt geeignet zum Rhythmus drunter legen mit einer normalen diematonischen, weil es in Moll ist und die Akkorde nur bedingt da sind. Mit einer Harp in Do it Stimmung habe ich es mal in Hm in 3. Position versucht (Harp in A). Das kann man sicher rhythmisch verfeinern, aber es wäre dann ungefähr so was:
https://drive.google.com/file/d/1F9Gg-s ... p=drivesdk

Grüße

Adam
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138427Beitrag hafn »

Heuchi hat geschrieben: 12.06.2026, 07:54 Umfang: Das kleinste Problem, aber trotzdem: Die meisten Mundharmonikas haben 3 Oktaven. Die Geige etwas über 4 Oktaven. Und der Umfang der vieroktavigen Chrom ist nicht der gleiche, wie bei der Geige, sondern etwas tiefer.
Die Chrom in Orchestra-Tonbelegung hat denselben tiefsten Ton wie die Geige.
Beim Tonumfang der Geige kommt es aufs persönliche Können und auf die Ansprüche des Publikums an. Mache Violinisten beschränken sich besser auf die untersten drei Oktaven.
Liebe Grüße
Thomas
Jose Carioca
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138430Beitrag Jose Carioca »

@triona: Vielen Dank! Aber was das Repertoire betrifft bin ich mit Olaf's Büchern und den beiden Harmonic Minor-Büchern von Pat Missin für die nächsten Jahre erstmal bestens versorgt.

@Adam: das Lied, ja. Aber das Video, das ich verwende ist dieses: https://www.youtube.com/watch?v=sHgejMj ... rt_radio=1
Ich spiele dabei mit einer harmonisch Moll-MuHa, sprich den Moll-Akkord hab ich mit dabei. Aber ganz herzlichen Dank für Deinen Versuch! Klingt schon sehr gut, und werde ich mal versuchen nachzuspielen...
Adam_Lark
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Re: „The original iPod“ - Verzierungen bei Liedern

Beitrag: # 138432Beitrag Adam_Lark »

Ah, dann passt das mit der Moll Harp ja. Das Akkordeon kann halt zwei Melodien gleichzeitig spielen, das ist auf der Harp nur schwer möglich. Rhythmisch bietet sich das Lied auf jeden Fall an, kannst da auf jeden Fall versuchen einen bum tschakka bum tschak drüber zu legen 😀
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