Marine Band 1896 Kamm austauschen

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12BB
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Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von 12BB » 06.11.2019, 20:22

Hallo leute,
Ich heisse heiko und bin neu hier im forum.

Ich spiele am liebsten die marine band 1896.

Ein kamm einer meiner marine bands ist ein bisschen angeschwollen weil er zu viel feuchtigkeit abbekommen hat.
Das finde ich nicht so schlimm. Ich frage mich trotzdem, ob ich nach dem eventuellen austauschen des kammes durch einen neuen vom cshop wieder eine ganz dichte harp hätte.

Meine frage an euch:
Hat irgendjemand schon einmal einen kamm der mb 1896 (genagelt) erfolgreich getauscht?

Danke für eure hilfe

Juke
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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von Juke » 06.11.2019, 21:00

Hallo Heiko und willkommen hier im Forum!

Einen Kanzellenkörper (Kamm) aus Holz habe ich noch nicht getauscht, nur mal gegen einen aus Kunststoff ersetzt.
Normalerweise dürfte es keine Probleme mit dem Tausch geben. Wenn die Stimmplatten geschraubt sind, lassen sich dieselben ja entsprechend anziehen. Und wenn sie genagelt sind, müssten die Nägel im neuen Kanzellenkörper auch recht gut halten.

Schöne Grüße
Dirk

P.S. Deinen anderen Thread im falschen Unterforum lösche ich dann mal ...
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daenou
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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von daenou » 07.11.2019, 09:28

12BB hat geschrieben:
06.11.2019, 20:22
Ein kamm einer meiner marine bands ist ein bisschen angeschwollen weil er zu viel feuchtigkeit abbekommen hat.
Das finde ich nicht so schlimm. Ich frage mich trotzdem, ob ich nach dem eventuellen austauschen des kammes durch einen neuen vom cshop wieder eine ganz dichte harp hätte.
Holz kann immer quellen und sich verformen. Deshalb sollten diese Kämme vor dem Montieren noch einmal flachgeschliffen werden. Dazu legst Du ein Blatt Schleifpapier mit Körnung 100 oder 120 auf eine absolut plane Oberfläche (Kachel, Platte, Glas) und führst den Kamm mit leichtem Druck von vorne nach hinten über das Papier. Nach einigen Zügen um 180 Grad drehen und die gleiche Anzahl Züge durchführen. Du müsstest nun ein absolut gleichmässiges Schliffbild haben, also keine glänzenden oder rauhen Stellen, wenn nicht, dann die Prozedur wiederholen. Andere Seite genau so. Damit bringst Du auch Deinen bereits gequollenen Kamm wieder flach, ausser er sei verdreht wie ein Korkenzieher. Einfach vorher gut trocknen lassen.

Anschliessend kannst Du den Kamm noch imprägnieren, z.B. mit warmem Bienenwachs.

Die Stimmplatten sollten ganz leicht gebogen sein, wenn sie in der Mitte auf dem Kamm liegen, dann sollten sie an den Rändern etwa 2 bis 3 mm aufstehen. Mit dem Aufnageln oder Aufschrauben (von der Mitte nach Aussen) liegen sie dann flach und luftdicht.

Du kannst auch eine Dichtung basteln oder z.B. bei Brendan Power eine solche fertig kaufen, siehe https://www.brendan-power.com/GasketValves.php
Hat irgendjemand schon einmal einen kamm der mb 1896 (genagelt) erfolgreich getauscht?
Nein, aber von anderen Modellen. Du brauchst einen kleinen Hammer (100 g) und eine dünne Ahle. Zuerst zwei Löcher markieren, mit der Ahle etwas vorbohren und dann an diesen Stellen vernageln, aber noch nicht ganz. Nun alle anderen Löcher markieren. Platte wieder entfernen und alle Löcher mit der Ahle vorbohren. Andere Seite gleich verfahren. Nun alle Nägel von der Mitte nach Aussen einschlagen.

triona
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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von triona » 07.11.2019, 10:35

12BB hat geschrieben:
06.11.2019, 20:22
Hat irgendjemand schon einmal einen kamm der mb 1896 (genagelt) erfolgreich getauscht?
Nein. Aber ich habe schon genagelte auf geschraubt umgebaut. Wenn man die passenden Schrauben bereits hat oder öfter mal braucht (gibt es meist nur im 100-er-Pack), dann empfiehlt sich das. Falls du Interesse hast, kann ich dir Bezugsquellen nennen und Anleitung geben. Das wäre eine mögliche Alternative zum Nageln.

Falls du den alten Kamm wieder aufarbeiten willst und kannst, kannst du u.Umst. die alten Löcher und Nägel wieder verwenden. 1 x lösen und wieder einsetzen geht meistens. Wenn sie öfter gelöst und wieder eingesetzt werden, leiern meistens die Löcher aus. Da ist Umbau auf geschraubt meist die bessere Lösung.


liebe grüße
triona
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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von Juke » 07.11.2019, 12:22

triona hat geschrieben:
07.11.2019, 10:35
Falls du den alten Kamm wieder aufarbeiten willst und kannst, kannst du u.Umst. die alten Löcher und Nägel wieder verwenden. 1 x lösen und wieder einsetzen geht meistens. Wenn sie öfter gelöst und wieder eingesetzt werden, leiern meistens die Löcher aus. Da ist Umbau auf geschraubt meist die bessere Lösung.
Oder man besorgt sich minimal dickere Nägel. So macht es z.B. Thomas Hanke, der Traditionalist ;).

Schöne Grüße
Dirk
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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von 12BB » 07.11.2019, 16:53

vielen dank für eure tipps und arbeitsanweisungen.
ich habe gerade im cshop nachgefragt und die auskunft bekommen, die dort erhältlichen ersatzkämme für die mb 1896 wären "versiegelt"
@daenou: würdest du die ober- und unterseite des kammes trotzdem auf jeden fall anschleifen? kommt drauf an, in welchem zustand er kommt, oder?

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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von madhans » 07.11.2019, 20:01

Rentiert sich das?
Anlässlich dieses Threads habe ich eine alte (aber neuwertige) genagelte Marine Band rausgeholt. Die goldene, die musste ich auch mal unbedingt haben. Undicht, scharfkantig und stinkig. Vielleicht ist das für manche Mundharmonikaspieler wie "Oldtimer fahren", aber kann man Leute wirklich dazu ermutigen, da Geld und Zeit reinzustecken? Die normale 1847 (nicht vom Ben), die hier immer rumliegt, erschien mir dagegen wie die Erlösung.

Ich bin ja kein Spieler, sicher gibt es diverse tolle genagelte Harps, aber ganz allgemein?

Schöne Grüße
CB

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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von 12BB » 07.11.2019, 21:17

Hi cb,
Du hast bestimmt recht. Die 1847er modelle von seydel finde ich auch very good.
Leider sind die stimmplatten auschliesslich neusilberbeschichtet erhältlich. Und kommen deswegen für leute mit nickelallergie nicht in frage. Ich hab‘s probiert.

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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von Juke » 07.11.2019, 22:56

Ich habe auch noch eine - nein: zwei genagelte Harps von Thomas Hanke. Eine Marine Band Classic in G, Kanzellenkörper in schwarz ... ein Gedicht! Und eine Marine Band 365 SBS in C, bei der man die tiefen Ziehtöne nur ganz sachte spielen darf, weil sie sonst sowas von rappeln, dass man nach dem alten grauen Wählscheibentelefon suchen möchte.
An die beiden gehe ich aber unter keinen Umständen dran. Die hat der Meister perfekt eingestellt.
Oder ist die SBS doch geschraubt ...?

Schöne Grüße
Dirk
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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von madhans » 08.11.2019, 05:37

Hi.
Ich habe schon befürchtet, dass du mit den Hanke harps daherkommst. Das ist ja natürlich was anderes.

Ich hab die 1847 nur als Beispiel genannt. Marine Band dekuxe, crossover, rocket, sp20 ...... irgendwas, dass nicht quillt und man einfach reinigen/lösen/stimmen kann.

Schöne Grüße
CB

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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von Juke » 08.11.2019, 06:46

madhans hat geschrieben:
08.11.2019, 05:37
Ich habe schon befürchtet, dass du mit den Hanke harps daherkommst.
War doch klar, Steilvorlagen müssen verwandelt werden. ;)

Schöne Grüße
Dirk
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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von UNI » 08.11.2019, 07:33

Hallo Dirk,
zur Marine Band SBS kann ich nur sagen, ich habe eine in G und die ist genagelt. Wie alt die ist, weiß ich nicht, sieht aber aus wie neu. Trotzdem wollte die keiner haben, als ich sie bei E-Bay eingestellt hatte. Naja, so eine Harp frißt ja kein Brot und sie liegt warm und trocken.
Gruß & Blues aus thüringen
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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von daenou » 08.11.2019, 08:47

12BB hat geschrieben:
07.11.2019, 16:53
ich habe gerade im cshop nachgefragt und die auskunft bekommen, die dort erhältlichen ersatzkämme für die mb 1896 wären "versiegelt"
@daenou: würdest du die ober- und unterseite des kammes trotzdem auf jeden fall anschleifen? kommt drauf an, in welchem zustand er kommt, oder?
Nein, versiegeltes Holz muss nach dem Schleifen neu versiegelt werden. Ist es dagegen imprägniert, dann ist das kein Problem. Unterschied: Versiegelung ist eine Beschichtung, Imprägnierung dagegen dringt ins Holz ein (zumindest minimal).

Also ja, in diesem Fall prüfst Du den neuen Kamm auf Planheit. Dazu legst Du ihn auf eine absolut ebene Fläche und hältst die ganze Sache gegen das Licht. Von allen Seiten gesehen darf kein noch so schmaler Lichtstreifen unter dem Kamm sichtbar sein. Dann ist OK und Du kannst den Kamm verwenden. Andernfalls unbedingt anschleifen, das bringt wirklich viel.

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Re: Marine Band 1896 Kamm austauschen

Beitrag von 12BB » 08.11.2019, 12:00

Danke daneou,
Das hilft mir weiter

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