Hohner Blues Harp MS Kanzellenkörper selber bauen

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madhans
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Beitrag von madhans » 01.02.2018, 15:07

Hi!

Acryl ist doch recht neutral - oder? Und die vielen Schrauben sind nicht nötig, weil die feuchte Aussprache sofort die Platten abdichtet, falls das was wäre. Außer es sind Riesenlöcher drin, wie damals bei den Bambusdingern hinten bei Kanzelle 1. Da konnte man durchsehen.

Alu ist böse. Da darf man nicht mal Brezen drauf backen.

Gruß
CB

khayman
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Beitrag von khayman » 01.02.2018, 15:17

harpin_m hat geschrieben:Hallo,

wenn ich fräsen könnte, dann würde ich den Kanzellenkörper aus Aluminium fräsen und so oft wie möglich die Platten verschrauben.
Hallo Markus,

ich würde die Körper auch aus Alu bauen .... wenn ich sie eloxieren könnte :-D da ich das nicht kann, werden sie aus PET ... wir verwenden das Zeug als Dichtungsmaterial auch im Nahrungsmittel.- und medizinischen Bereich.
Aluminium, unbehandelt, blüht irgendwann auf. Vielleicht kennst du die günstigen Mokkakannen von Bialetti... zum Espressokochen prima, aber sie dürfen nicht längere Zeit stehen, dann werden sie innen weiß.
Das gleiche würde mit dem Kanzellenkörper passieren.
Wenn er eloxiert ist, ist alles prima, da passiert nix mehr, und man kann die Körper in allen Farben eloxieren...
Nur habe ich leider privat nicht die Möglichkeit dazu.

@daenou
genau so isses...
die Seydel 1847 Noble sind übrigens eloxiert ... wenn der Preis nicht wäre... sehr sehr geil!

@all
das Programm zum Fräsen ist aufwändiger als ich dachte, mit ner Stunde ist es da nicht getan, aber bis auf die Bohrungen hab ich es heute programmiert... ich hoffe dass ich nächste Woche die Zeit finde auch mal einen Körper zu fräsen...

ich halte Euch auf den Laufenden

Gruß Gerd
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madhans
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Beitrag von madhans » 01.02.2018, 15:27

Es gibt so Youtube Anleitungen zu Selbereloxieren :-)

Ich kämpfe gerade mit den Unebenheiten eines Gussgehäuses. Wenn man da mit 0,12mm Tiefe und mit einem 0,2mm Stichel die Schriften fräst ... ein Glücksspiel.

Gruß
CB

Adam_Lark
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Beitrag von Adam_Lark » 01.02.2018, 18:57

Hallo zusammen,

Die Hohner Riverharps sind MS-tauglich und haben Kunststoff-Kämme. Ich hatte da schon mal zwischen einer solchen und einer Bluesharp getauscht, das war kein Problem.

Gruß

Adam
Blues will never die...

Adam_Lark
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Beitrag von Adam_Lark » 01.02.2018, 19:05

Noch eine Anmerkung zur Dichtheit, das hatte ich mich schon länger gefragt: Könnte man da nicht prinzipiell mit ner Art Gummi-Lippe zwischen Kamm und Stimmplatte arbeiten? Eine Dichtung halt. Oder ist das aus Hygiene -Gründen undenkbar?

Gruß

Adam
Blues will never die...

khayman
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Beitrag von khayman » 01.02.2018, 19:06

Adam_Lark hat geschrieben:Hallo zusammen,

Die Hohner Riverharps sind MS-tauglich und haben Kunststoff-Kämme. Ich hatte da schon mal zwischen einer solchen und einer Bluesharp getauscht, das war kein Problem.

Gruß

Adam
Danke Adam für den Tip! Sollte das mit meinem Vorhaben nicht klappen, werde ich mich nach den Plastikkämmen umschauen...

Gruß Gerd
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Beitrag von khayman » 06.02.2018, 15:51

So, der erste PET Kanzellenkörper ist fertig. Ich bin aber nicht wirklich zufrieden. Er ist zwar montiert, ist auch dicht, aber die Montage war etwas brachial...
Das Fräsen aus dem Vollen hat ganz gut geklappt, das Material lässt sich ja butterweich bearbeiten.... alle Zinken mit Radien versehen, die Löcher exakt aufs Maß verbohrt... alles ganz easy und wunderbar, solange der Körper noch nicht auf seine 6,55mm dicke gefräst wurde...
Auch dieses Fräsen auf Fertigmaß war eigentlich problemlos, alles schön eben ... dann habe ich den Körper aus den Schraubstock gespannt...
Tja, und da ist die Spannung aus dem Teil gegangen und es hat sich in einige Richtungen gebogen, shit!
Das PET ist recht biegsam und ziemlich „unkaputtbar“ so gesehen hat sich der Körper durch die Verschraubung wieder dort hingezogen wo er hin soll und ist auch dicht geworden ... aber ich hätte das alles gerne ohne Spannung.
Ich muss mal schauen ob ich anderes Material finde, dann mache ich weiter...
Acryl ist sicherlich besser .... schau mer mal!? :-D

Gruß Gerd
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Adam_Lark
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Beitrag von Adam_Lark » 06.02.2018, 16:14

Blöde Frage: Kann man PET als Thermoplast nicht erwärmen, um die Spannungen abzubauen? So etwas unterhalb der Schmerzgrenze?

Gruß

Adam
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Beitrag von khayman » 06.02.2018, 16:22

Adam_Lark hat geschrieben:Blöde Frage: Kann man PET als Thermoplast nicht erwärmen, um die Spannungen abzubauen? So etwas unterhalb der Schmerzgrenze?

Gruß

Adam
Hallo Adam,

nee, die Frage ist überhaupt nicht blöd, das hatte ich auch schon überlegt ... könnte gehen. Ne Heißluftpistole hätte ich hier. Nachdem allerdings jetzt meine Montage doch recht „gut“ gegangen ist, werde ich das mal (erstmal) lassen...
Ich habe jetzt meine D Harp mit dem PET Körper versehen (und gemerkt, dass ich auch mal neue Schrauben brauchen könnte), ich werde sie mal beobachten ob die Dichtheit nachlässt... dann kann ich immer noch mal fönen
:?

Gruß Gerd
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Juke
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Beitrag von Juke » 06.02.2018, 17:57

Mit den Thermoplasten und dem Spannungsabbau ist das so eine Sache ... Ein beliebter Versuch ist das Erhitzen eines Joghurtbechers, der dann gerne wieder seine ursprüngliche Form als flache Scheibe annimmt.

Ich bin etwas skeptisch, ob das "Tempern" mit PET funktioniert. Ich fürchte, dass die Maße danach nicht mehr die sein werden, die sie vorher waren ...

Vielleicht musst du ähnlich vorgehen wie ein Queue-Schnitzer (wie z.B. John Parris, der für etliche Snookerprofis die Queues macht): eine dünne Schicht abnehmen, ruhen lassen, wieder eine dünne Schicht abnehmen, ruhen lassen, usw. usw. usw.

Schöne Grüße
Dirk
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Beitrag von khayman » 06.02.2018, 18:16

hm!?
na ja, man müsste den Körper kurz vor dem Fertigmaß entspannen... allerdings ist das mit dem Abfräsen dann so ne Sache wenn der Körper nicht mehr sehr fest gespannt ist....
Was evtl ginge wäre, die Grundform 102,5 mm x 27,5 mm x 6,55 mm fräsen, die Bohrungen gleich mit machen, das Ganze auf eine Stahlplatte durch die Original Bohrungen anschrauben und dann erst die Kanzellen fräsen...

Ganz schön aufwändig, zumal ich keinen M1 (?) oder M1,5 Gewindebohrer habe.... die Bohrungen für die Verschraubung haben leider nur 1,9mm bzw. die für die Deckel 2,9mm :shock: :roll:

Gruß Gerd
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Beitrag von Adam_Lark » 06.02.2018, 19:04

Mit nem Schmelzpunkt zwischen 250 und 260 Grad hatte ich eher an einen Ofen gedacht. Könnte man auf jeden Fall besser kontrollieren. Mit ner Heißluft Pistole hast du doch ruck zuck deine exakt programmierten Maße an der Oberfläche weg geschmolzen...

Gruß

Adam
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triona
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Beitrag von triona » 06.02.2018, 19:58

So, mal alles der Reihe nach:

Daß es sich bei deinem Kunststoff um PET handelt hattest du vorher nicht erwähnt. Hätte ich dir sonst gleich sagen können, daß das nicht wirklich gut geht.

Heißluftpistole geht bei PET normalerweise gar nicht. Damit wird dieses Material in Industrie und Handwerk nämlich geschweißt. So niedrig, daß das nicht mindestens erheblich verzieht, kannst du keine handelsübliche Heißluftpistole herunterregeln. (Wenn du klein bisserl zu nah dran gehst, verbrennt es sogar.) Müßtest du höchstens mal mit einem Haarfön versuchen. Ist aber fraglich, ob der weit genug herunter regelbar ist. Auch dürfte die erforderliche Gleichmäßigkeit der Erwärmung nicht gerade einfach zu erreichen sein. Die zu erwartenden Probleme mit der Veränderung der Materialstruktur beim Erhitzen von PET wurden ja bereits erwähnt.


Acryl ist sicher die beste Wahl. Gibt es auch als fertige Planplatten in unterschiedlicher Stärke. Daß das auch das teuerste ist, spielt bei deinem geringen Mengenbedarf ja keine Rolle. Das Material wird auch von den Herstellern hochwertiger MuHas verwendet. (Seydel Symphony, Chrom Deluxe, Fanfare; Hohner Baß und Akkord, Thomas Hanke ...)


Alternativ ginge wohl auch noch PA. Ob das, was sich dafür eignet, PA 6 oder 6.6 oder 12 ist, kann ich dir allerdings nicht sagen. (Könnte ich aber herausfinden.) Ich meine jedenfalls das zähharte, vergleichsweise kerbfeste Zeug, dessen Naturfarbe milchig-weiß ist. (Gibts natürlich auch gefärbt.) Läßt sich sehr gut präzise und und maßhaltig zerspanen, auch mit Fräse (sowie Drehbank usw) - geeignete Drehzahlen vorausgesetzt. Auch sauber plane und hinreichend glatte Oberflächen sind damit erzielbar.

Daraus werden im Maschinenbau und Automobilindustrie präzise Zahnräder und andere hochbelastbare Bauteile gefertigt wie z.B. Tragmuttern für Hebebühnen u.ä., und auch Schonhämmer, Schonmeißel u.a. Ausbeulwerkzeug usw für Klempner. Gibt es auch als Planmaterial in verschiedenen Stärken. Als Werkzeugmacher müßtest du das Zeug eigentlich kennen und auch wissen, wo du es her kriegst.


Da du ja deine Fräsmaschine schon mal programmiert hast, kannst du ja ohne weiteres noch ein paar Versuche machen. Wenn du das dann zufriedenstellend hinkriegst, könntest du ja ohne großen Aufwand gleich ein paar mehr machen. Es gibt sicher noch den einen oder die andere hier, die da ein paar gebrauchen könnten. Auch wenn man damit sicher nicht reich werden kann.


Gewindebohrer M1 - M1,2 - M1,4 - M1,6 usw kriegst du am Besten im Fachhandel für Modellbaubedarf. (Und damit meine ich jetzt nicht die Modellbauer in der Werkzeugmacherei, sondern die, die an Modelleisenbahnen und -Fliegern herumschrauben. :) ) An MuHas ist es meistens M1,6.


liebe grüße
triona


Nachbemerkung:

Dies ist auch ein Beispiel für eine sehr schöne Fräsarbeit:
http://brendan-power.com/brass-chrom.php
Messing ist das Metall der Wahl, wenn man die unschönen Zusammenwirkungen von Speichel mit Aluminium und ggf weiteren verbauten Metallen vermeiden will.
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
frei nach Anton Günther

Ich hab nur einmal ganz kurz auf die Maus geklickt - ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Meine Nachbarn hören Mundharmonika - ob sie wollen oder nicht.

khayman
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Beitrag von khayman » 07.02.2018, 03:49

khayman hat geschrieben:
Ich habe PET Rundmateral und habe heute schon mal paar Probefräsungen gemacht ... die Oberfläche ist Top!
doch doch... PET hab ich erwähnt....Post 4 im Thread
:-D
Danke für die Tips!

Gruß Gerd
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Beitrag von daenou » 07.02.2018, 07:23

khayman hat geschrieben:... zumal ich keinen M1 (?) oder M1,5 Gewindebohrer habe.... die Bohrungen für die Verschraubung haben leider nur 1,9mm bzw. die für die Deckel 2,9mm :shock: :roll:
Die Schrauben sind M1.6, das passende Kernloch dazu ist 1.25mm. Da es kaum solche Bohrer gibt, kannst Du auch mit 1.2mm vorbohren. Mit dem korrekten Bohrer brauchst Du keinen Gewindeschneider, die Schrauben fassen auch so und schneiden sich ihr Gewinde im weichen Messing selber. Mit 1.2mm Kernloch brauchst Du allerdings einen Gewindeschneider. Erstaunlich, was 5 hundertstel Millimeter ausmachen!

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