Adam Gussow:Why don't harmonica players get any respect?

Hör / Sieh dir das mal an!

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Pool&Blues
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Adam Gussow:Why don't harmonica players get any respect?

Beitrag von Pool&Blues » 17.12.2016, 10:50

zahme vögel singen von freiheit,wilde vögel fliegen!

madhans
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Beitrag von madhans » 17.12.2016, 11:35

Hi!

Alt ist er geworden :-) - aber er hat das Thema angenehm entspannt abgehandelt. Gefällt mir.

Gruß
CB

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Spritty66
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Beitrag von Spritty66 » 20.12.2016, 10:54

Sehr gut abgehandelt! In Europa haben die Harp/Harmonica Spieler allerdings einen etwas besseren Status als in Übersee denke ich, da hier das Instrument etwas seltener live zu hören ist.

Allerdings stimmen die Vorurteile und Einschätzungen der Allgemeinheit und teilweise anderer Musiker wirklich.

Lg
Spritty
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Juke
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Beitrag von Juke » 20.12.2016, 21:28

Gussow spricht ja auch das Thema "in der Fachsprache der Musik mitreden können" an. Von den genannten Gründen für das beschriebene Phänomen scheint mir in unseren Längen dies der zutreffendste zu sein. (Die "Harmonicats" sind bei uns ja nicht sooo bekannt und Clown-Nummern mit Mundharmonika bestimmen auch nicht direkt unsere Vorstellung von Komik.)

Muss man wissen, dass man beispielsweise eine kleine Terz spielt? Oder reicht es, dass man den dazugehörigen klanglichen Effekt kennt und situationsgerecht und songdienlich abrufen und einsetzen kann?
Natürlich vereinfacht die Kenntnis der zugrundeliegenden Harmonielehre die Kommunikation, keine Frage. Aber ist das bei einer Musikart, die ja in den seltensten Fällen bis ins Kleinste notiert ist, wirklich notwendig?

Wie seht ihr das?

fragt mit schönen Grüßen
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)
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Mamo
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Beitrag von Mamo » 21.12.2016, 07:49

Hallo Dirk!

Im Prinzip sehe ich das genauso wie Du. Wichtig ist, was man spielt, nicht, dass man weiß wie es heißt!

Aber ich glaube, dass es absolut keinen anderen Musiker interessiert, ob du in der 1. Position oder 3. Position spielst. Dieses "Positionsdenken" grenzt uns zu anderen Musikern aus...
Warum hält man sich nicht einfach an die Tonarten und die Tongeschlechter?
Es ist doch dem Saxophonisten z.B. egal, ob ich jetzt ne A-Harp oder ne C-Harp in der Schnute habe! Wichtig ist, dass das was aus der Tröte rauskommt zu dem Rest der Musik passt, oder?

Gruß Marco

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triona
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Beitrag von triona » 21.12.2016, 09:40

Mamo hat geschrieben: Wichtig ist, dass das was aus der Tröte rauskommt zu dem Rest der Musik passt, oder?
Genau.

Und wenn ich da mit der Theorie nicht mehr durchschaue, dann verlaß ich mich auf mein Gehör. Beim Üben kann man ja herumprobieren mit unterschiedlichen MuHas oder Spieltechniken.

Bei lockern Zusammenkünften (spontane Session) schau ich - wenn vorhanden - gerne auf die Finger des Akkordeonisten. Je nach dem, wie viele und welche schwarze Tasten der benutzt, wähle ich die Tonart der MuHa. Bei Volksmusik ist das ja dann eh meistens C oder G - bei irisch o.ä. auch gerne noch D. Einmal ist mir passiert, daß es bei einem Stück einfach nicht passen wollte. Der Akkordeonist, der auch gemerkt hatte, wie ich vergeblich versucht habe, mich leise reinzuspielen, sagte mir dann: "Das ist diesmal in F." Da ich das gerade nicht dabei hatte, hab ich halt mal ausgesetzt. Und wenn es mal mehr als 2 schwarze Tasten sind, dann fang ich gleich gar nicht erst an.


liebe grüße
triona
Zuletzt geändert von triona am 21.12.2016, 09:43, insgesamt 2-mal geändert.
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blueSmash
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Beitrag von blueSmash » 21.12.2016, 09:41

Ich habe wirklich keine Ahnung, was den armen Adam zu dieser eigenartigen Fragestellung getrieben hat....
Morgens nach dem Aufwachen festgestellt, dass kein Kaffeepulver im Haus ist? Die falschen Pillen eingeworfen? Zu lange ohne UV-Licht gewesen?...

Ganz abgesehen davon, dass er ein exzellenter Harp-Spieler ist, halte ich weder etwas von seiner Art der öffentlichen Selbstbemitleidung, noch kann ich sie überhaupt inhaltlich nachvollziehen... Geht es euch allen tatsächlich so, das ihr euch von Bandkollegen und/oder Zuhörern nicht wertgeschätzt fühlt?? - Das kann ich so in keiner Weise bestätigen. Ganz im Gegenteil: Gerade dadurch, dass die Harp (heutzutage und bezogen auf massenkompatible Musik) kein Standard-Instrument im öffentlichen Bewusstsein ist, habe ich (nahezu) durchgehend positive, interessierte, freundliche, bewundernde Gespräche betreffend unser aller Lieblingsinstrument.

"Why don't harmonica players get any respect?" - Vielleicht, weil sie sich selber derart seltsame Fragen stellen. Oder weil der Blues irgendwann an der Substanz nagt... ;)

Ich für meinen Teil, lieber Adam, fühle mich weder missverstanden noch unterbewertet... :!:

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munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 21.12.2016, 13:22

Perfektes Statement, bluesmash....
... meiner meinung nach

Yairi
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Beitrag von Yairi » 21.12.2016, 14:05

Dem kann ich mich auch nur anschließen.....!
Gruß Dieter

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Spritty66
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Beitrag von Spritty66 » 21.12.2016, 15:53

Es stimmt schon - mittlerweile hat sich die Situation wesentlich geändert. Aber ich erinnere mich noch an den Anfang der 90er, da starrte mich nach einem "Hallo, ich bin der Harpspieler" der Tontechniker manchmal unvermittelt an mit den Worten: Ach ja, man sagte mir, daß da einer Mundharmonika spielt - ach DU bist das... hm ... na, ich leg dir dann ein Mikro auf die Bühne hin ... :cry:
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madhans
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Beitrag von madhans » 21.12.2016, 16:02

Hi!

Die "öffentliche Selbstbemitleidung" ist besser zu ertragen wie die öffentliche Selbstbeweihräucherung. und vielleicht fühlt er sich ja besonders schlecht behandelt :-).


Gruß
CB

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blueSmash
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Beitrag von blueSmash » 22.12.2016, 10:45

madhans hat geschrieben:...vielleicht fühlt er sich ja besonders schlecht behandelt :-).
Dann darf er trotzdem gern auf dieses Kollektiv-Beleidigtsein verzichten und das Ganze unter dem Titel "Why don't I get any respect?" abhandeln...

Was anderes erreicht man mit solchen "Keiner hast mich lieb"-Auftritten eh nicht...

madhans
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Beitrag von madhans » 22.12.2016, 13:59

Hi!
Ich habe eh ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Gussow ... und ich fühle mich ja nicht als Künstler!

Wenn es um die "Garde der Harpspieler" geht, die ich schon irgendwie ab und zu vertrete, dann kann ich aber nicht umhin, ihm schon ein wenig recht zugeben.

Vor Jahren hat mal mein alter Chef zu mir gesagt: "Alle finden meine Veranstaltung super, ich hab nur Positives gehört.". Ich hab ihm geantwortet: " Was sollen die Leute denn sonst sagen?" und bin nicht gut angekommen, obwohl ich mich höflich empfand :-).

Es ist auch die Situation, aus der man spricht. Oft befindet man sich als Künstler ja auch in einer Blase von interessiertem Volk.

Gruß
CB

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triona
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Beitrag von triona » 22.12.2016, 15:01

madhans hat geschrieben:... Vor Jahren hat mal mein alter Chef zu mir gesagt: "Alle finden meine Veranstaltung super, ich hab nur Positives gehört.". Ich hab ihm geantwortet: " Was sollen die Leute denn sonst sagen?" und bin nicht gut angekommen, obwohl ich mich höflich empfand :-).

Unausgesprochen hast du damit ja auch gesagt: "Aber ich fand sie trotzdem Scheiße. :-D"
Und über die Meinung derer, die ihm nichts gesagt haben, konntet ihr euch dann ja jeder euren Teil denken.

Was das jetzt aber über Adam sagen soll, erschließt sich mir auch nicht so ohne weiteres.


liebe grüße
triona
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Beitrag von madhans » 22.12.2016, 15:13

Hi!

Das war gar nicht unbedingt negativ gemeint. Nur kritisch was das Gerede des Volks betrifft.

Über Gussow soll es sagen, dass er vielleicht in in einer anderen Situation lebt wie der eine oder andere von uns und dass es halt auf ihn so wirkt. Und es ist ja kaum zu übersehen, dass er sich gerne darstellt, der "Dr. Gussow".

Ich denke er hat es ehrlich so gemeint. Selbstmitleid ist da sicher dabei, aber ganz aus der Luft gegriffen sind seine Ausführungen vielleicht auch nicht. Und ich fand sie unterhaltsam.

Gruß
CB
Zuletzt geändert von madhans am 22.12.2016, 15:36, insgesamt 1-mal geändert.

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