Abartiger gehts nimmer ...

Jenseits der Harpwelt. Du musst einen Witz erzählen, über dein Verhältnis zu Parkuhren reden oder dein Zeh juckt? Hier hinein.

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triona
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Abartiger gehts nimmer ...

Beitrag von triona » 01.06.2016, 09:11

Nur ein widersinniges Bubenstück von hirnlosen Bürokraten oder Machtkampf bis zum Äußersten?

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/P ... 535002.php

Abartiger gehts nimmer ...


liebe grüße
triona
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
frei nach Anton Günther

Ich hab nur einmal ganz kurz auf die Maus geklickt - ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

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herberto
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Beitrag von herberto » 01.06.2016, 11:30

Verstehen kann man das nicht mehr ...und wieder einmal mehr zeigt sich, dass nicht der Mensch im Mittelpunkt steht, sondern schlicht und ergreifend rein wirtschaftliche Interessen

...herbert
...musik ist der königsweg zur seele

madhans
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Beitrag von madhans » 01.06.2016, 12:19

Hi!

Nachdem aber die Masse unmündige Konsumenten sind ... schließt sich der Kreis. Von wem kann man noch Vernunft erwarten? Ich weiß es nicht.


Gruß
CB

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drstrange
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Beitrag von drstrange » 01.06.2016, 17:02

Merin Denkmalamt in Ba-Wue hat mir ausdruecklich erlaubt auf meinem
Denkmal eine Solasranlage zu errichten. Und eine Sat-Antenne hab ich auch
an der Fassade meines denkmalgeschützten Fachwerks.
Sie duerfen derlei moderne Energieversorgung nicht boykottieren,
versuchen es aber immer wieder und kommen bei unbedarften Leuten damit
durch

Ich denke da schlug einer über die Straenge.
Waers vor Gericht gegangen haette das Denkmalamt verloren.
Aber mit Pauken und Trompeten.

drstrange
"Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel."

Karlheinz Deschner (1924 - 2014)

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triona
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Beitrag von triona » 01.06.2016, 18:03

Wenn neue Formen der Energiegewinnung, dann müssen es ja immer gleich Großtechnologien sein, die auch nicht nur annähernd beherrscht werden, und die auch mit derzeit noch unkalkulierbaren Risiken verbunden sind. Da haben sie z.B. in Staufen im Breisgau eine Tiefbohrung gemacht zur Erkundung der Nutzung von (vulkanischer) Erdwärme. Da haben sie auch prompt eine Gipsschicht angebohrt. Durch das Grundwasser quillt der jetzt auf, und die Erde hebt sich. Und oben zerbröselt die ganze Altstadt, die vermutlich auch denkmalgeschützt ist. Ähnliches wird in Stuttgart erwartet durch den Bau von Stuttgart 21 - zwar nicht Energieerzeugung, sondern Verkehr. Aber auf jeden Fall spätkapitalistischer Größenwahn vom Krassesten.

Hier noch ein Bericht über das Ausmaß der Vorgänge in Staufen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hebungsri ... m_Breisgau

Daraus geht recht deutlich hervor, daß man noch weit entfernt ist, diese Technik auch nur ansatzweise zu beherrschen und deren Folgen abzusehen. Mehr Vermutungen und Annahmen als Wissen. Und dazu kommt anscheinend noch Pfusch beim Bau (mangelhafter Beton, nicht lotrechte Bohrungen).

Alles schön bürokratisch verwiesen in Ausschüsse und Arbeitskreise, die anscheinend bisweilen regelrecht ins Blaue hineintagen, wie dieses Zitat aus dem Wiki-Artikel bekundet:
"Ein weiterer Abrisskandidat könnte nach Ansicht des Arbeitskreises Staufener Stadtbild das Rathaus-Café sein. Im Mai 2015 widersprach Bürgermeister Benitz jedoch dieser Einschätzung und verwies darauf, dass der Arbeitskreis nicht immer über alle Informationen verfüge."
Siehe dazu auch die Sache mit den WISMUT-Archiven im Erzbegirge weiter unten.)


Das katastrophale Abenteuer mit der Kernkraft hat wohl noch lange nicht gereicht. Und alles auch noch voll auf die Kosten des arbeitenden Steuerzahlers. Erst die Subvention der Industrie beim Bau, dann die noch nicht absehbaren Kosten der Abwicklung, Müllentsorgung und der Schadensbeseitigung.

Beide Beispiele übrigens im grün regierten Ba-Wü. Können die aber auch anderswo.
Zur Erinnerung hier noch noch ein bekanntes Bild aus Köln:

Bild


Vgl auch die Vorgänge hier im Erzgebirge:
Die Bohrungen in Staufen waren ja nur ein verhältnismäßig kleines Vorhaben zur Heizung des Rathauses. In Wildbach bei Schneeberg (Kreis Aue, jetzt Erzgebirgskreis) haben sie erst neulich ein viel größeres Projekt vorläufig (rechtzeitig?) abgebrochen. Dort haben sie angefangen mit Probebohrungen bis in 5000 m Tiefe für ein geplantes Erdwärmekraftwerk. Und das in einer Gegend, wo sie die erheblichen unterirdischen Bewegungen als Folge von Bergschäden durch intensieven Raub-Bergbau seit 500 Jahren immer noch nicht in den Griff bekommen haben. Erst voriges Jahr ist in Schlema (in unmittelbarer Nähe zu dem geplanten Kraftwerksvorhaben) eine Straße eingestürzt, daß danach ein Loch war so groß wie ein ganzes Haus.

Und das Tollste: Keiner war es gewesen, keiner weiß angeblich, wer da überhaupt früher gebohrt hat. Selbst die (nach wie vor immer noch staatliche) WISMUT-Nachfolgegesellschaft - eine der "Hauptäter" in der jüngeren Vergangenheit - hat angeblich keinerlei Daten in ihren Archiven, die einen Aufschluß darüber geben könnten. Dabei war die SDAG WISMUT innerhalb der DDR sozusagen ein "Staat im Staate" - mit eigenen (teilweise bewaffneten) Sicherheitskräften und Geheimdienst, eigenem Verkehrswesen, Wohnungsbaugesellschaften, Handelsorganisation usw und eigenen Forschungsintituten. Daß die bis 1991 auch über ein umfangreiches Archiv verfügten, versteht sich nur am Rande. Wenn das im Zuge der "Abwicklung der DDR" nicht absichtlich alles vernichtet worden ist, dann wird es heute wirkungsvoll unter Verschluß gehalten.


Und auch beim Denkmalschutz kriegen sie auch außerhalb von Deutschland so manche Kapriolen hin. Da hab ich mal in der Bretagne (FR) an einem uralten Schloß eine Terasse gebaut. Als alles fertig war nach den Wünschen und Plänen des Schloßherren und seiner Frau, da hat ein Starkregen, dessen Wassermassen ungehindert vom Dach herabprasselten, sogleich die frisch angelegten Rosenrabatten vor der Schloßmauer weggespült. Ich hab ihn gefragt, warum er denn keine Dachrinne anbringt. Da hat er gesagt, daß ihm das das Denkmalamt verboten hätte, weil es zur Bauzeit des Schlosses noch keine Dachrinnen gab. :roll: Daß das Fehlen einer Dachrinne auch verheerende Wirkungen auf die ach so denkmalschutzwürdige Bausubstanz des alten Gemäuers hat, sei hier nur noch am Rande erwähnt ...

Da haben es sich die alten Könige und Adligen leichter gemacht. Die haben ihre Schlösser ihrerzeit einfach umgebaut und erneuert, wie sie wollten. War allerdings auch niemand da, der es ihnen hätte verbieten können.


liebe grüße
triona


Nachbemerkung:
Ergänzt um den Verweis zu einem Wikipedia-Artikel zu den Vorgängen in Staufen und um einen Bericht über Pläne für ein Erdwärmekraftwerk im Erzgebirge.
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Beitrag von madhans » 10.06.2016, 16:56

Anmerkung:

Zu Staufen gibt es eine Doku bei YouTube, die binde ich meist in den Unterricht der 10. Klasse bei der Regenerativen Energie ein.

Es ist ja global gesehen nicht schlimm, wenn man mal ein oder zwei Dörfer "hochjagt", da gibt es Schlimmeres (außer für die Leute dort natürlich).

Die Politiker sind da nur ein Teil des Problems, von denen erwartet ja niemand Sachverstand. Ich denke mal, dass Fachleute und Firmen gerne mal auch risikoreiche Lösungen ausprobieren, wenn sie nicht belangt werden können (weil es eine TochterGmbH ausführt oder so). Man muss ja auch mal üben.

Mit der Floskel "spätkapitalistisch" kann ich nichts anfangen. Ich bin für einen König :-)


Der unpolitische
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Beitrag von triona » 10.06.2016, 21:09

Seine Majestät König Christian I. von und zu Dollnstein? Bild

Oder darf es gleich von ganz Bayern sein oder vlt auch ein klein bisserl mehr? :mrgreen:

https://www.youtube.com/watch?v=BzGHhaMUqSQ


allen ein schönes wochenende
liebe grüße
triona

Bild Bild: Triona

TRIONA TESTAFERRATA
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