Stimmzungen ausrichten welche Methode führt zum Erfolg

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tris
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Stimmzungen ausrichten welche Methode führt zum Erfolg

Beitrag von tris » 16.04.2015, 15:08

Hallo,
einen schönen guten Tag an alle. Ich habe ein Problem mit einer Stimmzunge an meiner Super 64. Irgendwie habe ich was falsch gemacht. es geht um eine Stimmzunge, die beim Anpingen gebremst wird. Es muss wohl an der Ausrichtung liegen. Ich habe schon versucht durch Stimmplatte ins Licht halten und peilen, ob der Lichtspalt auf einer Seite größer oder kleiner ist, dabei meine ich, dass ich die Spalte rechts und links inzwischen gleich groß sind. Kann es sein, dass die Methode nach Mario`s Buch die Stimmzunge mittels dünnem Blatt auszurichten die Stimmzunge unmerklich in der Längsachse verdreht hat? Mir scheint das noch die einzige Erklärung zu sein. Dabei habe ich es sogar mit einer etwas stabileren Rasierklinge versucht die ich in der ganzen Breite anwenden konnte und dadurch einen gleichmäßigen Druck auf die Stimmzunge ausüben konnte

Wer kann mir einen Rat geben?

Grüße
Tris

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Juke
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Beitrag von Juke » 16.04.2015, 15:26

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, ein Film hat mehr als 1000 Bilder:
https://www.youtube.com/watch?v=wMlGCMw ... 88&index=5

Schöne Grüße
Dirk
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tris
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Beitrag von tris » 17.04.2015, 12:44

Hallo Dirk,
schönen Dank, dass du mir mit dem Video helfen wolltest, aber ich habe keine solche Vergrößerung, die das Objekt so anschaulich macht wie im Video. Es passt ja nicht einmal ein Schreibpapier zwischen die Stimmzunge und die Mensur. Aber vielleicht schaffe ich mir den Schlüssel für die Stimmzunge noch an, obwohl es das Problem nicht löst. Nach meiner Meinung ist die Zunge in der Ruhestellung in der Mitte, aber beim Anpingen streift sie eben.

Vielen Dank
tris

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Juke
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Beitrag von Juke » 17.04.2015, 12:54

Hi,

dann ist die Stimmzunge in sich vielleicht nicht ganz gerade?
Hast du eine Fühlerblatt-Lehre - damit hat man früher das Ventilspiel bei Automotoren eingestellt - mit der du die Abstände gleichmäßig einstellen könntest?

Schöne Grüße
Dirk
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tris
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Stimmzunge ausrichten

Beitrag von tris » 17.04.2015, 14:44

Hallo Dirk,
vielen Dank, dass du dich nochmal gemeldet hast. Also ich habe eine solche Fühlerblatt-Lehre. Das dünnste Blatt ist mit 10 bezeichnet, was wohl 1/10 mm sein könnte. Wäre das sinnvoll zwischen Stimmzunge und Mensur hin- und her zu bewegen, oder wie soll ich da vorgehen?

Gruß
tris

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Juke
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Beitrag von Juke » 17.04.2015, 15:10

Hallo,

die 10 stehen für 10 µ, also 10/1000 mm.

Da die Blätter der Fühlerblatt-Lehre aus Werkzeugstahl bestehen (sollten), kannst du das Blatt auf beiden Seiten zwischen Zunge und Mensur hin und her schieben. Wenn die Stimmzunge nicht zu fest sitzt, solltest du sie so noch wesentlich genauer zentrieren können als mit dem Original-Hohner-Stimmzungenschlüssel-Universal-und-Wunderwerkzeug. Sollte sich die Stimmzunge partout nicht bewegen wollen (vielleicht weil sie am Niet ein wenig korrodiert ist), kannst du sie (vorsichtig bis ganz sanft mit Kraft) mit dem genannten Schlüssel lösen.

Ich drücke dir die Daumen, dass du die Stimmzunge so wieder zum Klingen bringen kannst!

Schöne Grüße
Dirk
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munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 17.04.2015, 16:01

hallo tris, WAS hast du denn falsch gemacht? wenn die zunge mal richtig gesessen hat, dann bewegt sie sich eigentlich nicht von allein zur seite.
variante 1: hast du die harp fallen lassen?
oder 2: hast du die zunge gestimmt, oder anderweitig bearbeitet?
oder 3.: hast du GAR nix gemacht, nur gespielt?

bei 3: vielleicht hat sich auch ein fremdkörper in der mensur festgesetzt ich hatte letztens den fall, dass ein blondes haar (weiß der geier wo DAS herkam ;)) sich zwischen zunge und mensur gearbeitet hat, und ich hab es erst nach einigem gebastel entdeckt. als ich es entfernt hatte, war alles paletti (typisch blondes gift ;))

bei 2: in dem fall kann es sein dass du das metall über seine grenze hinaus 'getrieben' hast. dann solltest du die zunge vorsichtig seitlich feilen. blech drunter, leicht anheben, flache schlüsselfeile nehmen. mir passiert das ständig, ich krieg schon lange keine schweißausbrüche mehr deswegen.

bei 1: die zunge lässt sich recht einfach drehen. ich setze dazu immer einen flachen schraubenzieher am FUSS!! der zunge an, also im bereich der niete, da kann man nix kaputt machen, und drehe mit etwas druck seitlich. man kann auf diese art sehr genau und präzise minimalevdrehungen ausführen. zwischendurch immer mal pling pling machen.

letzte variante: die zunge ist im arsch, statt abzubrechen, hat sie das schwingen aufgegeben und macht nix mehr als klickklick. passiert eigentlich selten bei chroms (außer bei hering vielleicht). kommt aber bei diatonischen gelegentlich vor.

dass die zunge in sich verdreht ist, hab ich noch nie erlebt. ich würde es weiter mit dem gegenlicht test probieren, dabei die zunge in die mensur drücken, und dann je nach ursache die o.g. maßnahmem probieren.

ob's was hilft?
gruß
m
... meiner meinung nach

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Beitrag von triona » 17.04.2015, 20:09

Juke hat geschrieben:die 10 stehen für 10 µ, also 10/1000 mm.

Normalerweise steht das für 0,10 mm = 10/100 mm (das wären 100µ) - zumindest bei denen, die am KFZ und im Maschinenbau Anwendung finden.

Die dünnste handelsübliche hat 0,05 mm. (Da steht dann meistens 05 drauf.) 0,08 ist auch noch recht verbreitet.
0,005 bis 0,04 mm und extreme Sondermaße in dem Bereich gibts aber auch. Kommen in KFZ-Werkstätten und im normalen Maschinenbau aber nicht vor und sind nur schwer zu kriegen, meistens nur als Fühlerlehrenband, da nur 1 x verwendbar. Mag ja sein, daß es im Sondermaschinenbau oder in Laboren noch dünnere gibt.


Aber mit der 05-er müßtest du hinkommen.


liebe grüße
triona

tris
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Stimmzunge zentrieren

Beitrag von tris » 18.04.2015, 13:21

Hallo an alle,
die sich so fleißig an meinem Problem beteiligt haben. Erstmal vielen Dank.
Also ich werde mir erstmal die richtige Fühlerblattlehre besorgen. Ich habe mich schon in einem allbekannten Universalsupermarkt erkundigt, die führen keine Fühlerblattlehren, aber im Internet habe ich was gefunden, oder weiß jemand in welchen Spezialläden so etwas zu finden ist?

Grüße
tris

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Beitrag von munkamonka » 18.04.2015, 13:25

ich hab diese lehren noch nie benutzt. du brauchst sie nicht, um eine stimmzunge zu zentrieren.
gruß
markus
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tris
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Stimmzunge zentrieren

Beitrag von tris » 18.04.2015, 13:37

Hallo Markus,
wenn du sagst, dass ich diese Fühlerblattlehre nicht benötige, dann hast du sicher eine Methode, die hier wenig bekannt ist. Es wäre schön, wenn du mir diese verraten würdest.

Gruß
tris

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Beitrag von munkamonka » 18.04.2015, 14:56

Na hier:
munkamonka hat geschrieben:hallo tris, ... die zunge lässt sich recht einfach drehen. ich setze dazu immer einen flachen schraubenzieher am FUSS!! der zunge an, also im bereich der niete, da kann man nix kaputt machen, und drehe mit etwas druck seitlich. man kann auf diese art sehr genau und präzise minimalevdrehungen ausführen. zwischendurch immer mal pling pling machen.
...
gruß
m
zumindest mache ich es so seit 10 jahren und es hat immer geklappt, z.b. auch beim stimmzungentausch. und man braucht eben kein extra werkzeug.

meine standardwerkzeuge zum reinigen, lösen, zentrieren und stimmen:
- schraubenzieher
- blech
- zahnstocher
- nagelfeile
gesamtkosten ca. 5 eur

gruß
markus
... meiner meinung nach

Mario
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Beitrag von Mario » 19.04.2015, 05:40

Ich benutze zwar auch eine Fühlerlehre, aber brauchen tut man sie garantiert nicht. Ich will damit ja nichts messen. Es funktioniert alles, was in den Spalt passt und widerstandsfähig genug ist.

Und einen Zentrierschlüssel würde ich persönlich niemals kaufen. Der ist derart lächerlich schnell selbst gemacht, dass man keine Wucherpreise dafür bezahlen muss.
Du suchst ein gutes Lehrbuch? Nimm meins!
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gs
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Beitrag von gs » 19.04.2015, 08:13

Eine richtig schlechte Nietung kann man nicht vernünftig korrigieren.
Die Niete ist nicht mehr mittig positioniert.
Die Zunge drehen hilft nur, wenn die Niete mittig ist.

Da hilft dann nur ausnieten.

1mm Schrauben mit Muttern erlauben ein freies verschieben der Zunge in jede Richtung.
Egal ob das Nietloch verzogen ist oder nicht.

Man kann natürlich auch ein Gewinde schneiden, das durch das verzogene Nietloch in der Platte eventuell aus der Mitte gerät und die Zunge so weit aufreiben, dass man sie in die richtige Position verschieben kann.
Ich kann nur Empfehlen das Gewinde von der richtigen Seite zu schneiden.
Meist ist nur der Anfang der Stimmzungenseite verzogen.

Alternativ kann man auch neu nieten. Das Werkzeug dazu haben die wenigsten.

Ich wähle freiwillig die 1. Variante :-D

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Beitrag von Pimpinella » 19.04.2015, 08:27

Wenn ich als Moderator schreibe, dann schreibe ich in grün.

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