Nachbau "Bulletizer" und Ethikdiskussion

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triona
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Beitrag von triona » 14.12.2014, 22:02

Da ich ihn ja bisher noch nicht kannte, wußte ich auch dieses nicht.
Aber da ist er ja leider nicht alleine ... als bekannteste Beispiele mal nur: Janis Joplin, Jimi Hendrix, Amy Winehouse ...
Gerade Ausnahmekünstler scheinen da irgendwie recht häufig betroffen zu sein - wenn nicht sogar überdurchschnittlich häufig (?). Vlt fällt es bei denen aber auch nur häufiger auf, weil sie eben fast jeder kennt.


Auf jeden Fall danke für die Info. Werden wir uns wohl fürderhin mit den alten Videos begnügen müssen. Möge er in Frieden ruhen.


liebe grüße
triona

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munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 15.12.2014, 07:00

Greatwhite hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=gfgWsyKvC3o

William Clarke - sm 57>amp
Und zwar OHNE bulletizer.:-D

woran erkennst du, dass es ein SM 57 ist? Naja, wird wohl eins sein. Sound gefällt mir aber hier auch nicht besonders.da gibt's von ihm fettere Beispiele.
... meiner meinung nach

Greatwhite
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Beitrag von Greatwhite » 15.12.2014, 09:12

Ach, Little Walter hatte auch keinen fetten Ton. Musikalisch und Dynamisch war der schon..

Was ich so cool finde an WC ist neben seinen schönen Ton auch seinen Groove. Der macht etwas mit Vibrato/Tremolo und Klang was so entspannt aber so breit ist.

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munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 15.12.2014, 12:08

Das ist jetzt etwas wirr, klar hatte LW einen fetten Ton. Aber ich hab auch nicht gesagt, William Clarke hatte den nicht. Nur eben nicht in dieser Aufnahme, wahrscheinlich hatte er kein vernünftiges micro zur Hand.

ich mag das SM 57 nicht. Man kann es kürzen, und ein Poti einbauen, und einen bulletizer dazu kaufen.
Das lässt man sich dann incl. Porto und Zoll aus USA kommen. Dann verkauft man den mode kram und holt sich was gescheites.

William Clarke ist ein Harp Gott!

Gruß
M
... meiner meinung nach

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Beitrag von Greatwhite » 15.12.2014, 12:29

Wirr war es nicht unbedingt. Was ich meinte war: das der Ton hier niet fett ist, heißt nicht, dass er schlecht ist. Dann kam das LW Beispiel worüber wir uns anscheinend uneinig sind. (Ich würde sagen: der hatte einen sehr komprimierten ton. ("keeping the air in the harp") nennt er das in dem Audio-Interview (ja, das gibt's!!). Aber der war bei Zeiten auch dünn. Und zwar absichtlich. So wie Sonny Terry und SBI auch. Kim Wilson ist ein gutes Beispiel, dass fetten Ton bei Zeiten auch langweilig und Dumpf sein kann.)

Ehm. Aber klar gibt es bessere Aufnahmen von WC.

Ich finde sm57 kein Mode-Ding. Es hat aber Nachteile und Vorteile. Nachteilen hast du ja zu recht betont. Handlingnoise ist ein großer. Halten ein anderer. Vorteil ist: es kostet ohne schnicksnack 100 Piepen und man kann es überall bekommen. Dein JT-30 klingt besser als mein sm57. Ich sage nur: das bekommt man nicht so leicht wieder, wenn es kaputt geht. Und da es ein Crystal ist, geht es kaputt. Und dann bezahlst und suchst du erst mal. Mein sm 57 ist so gut wie unkaputtbar. Und für mein sparsames Geld, ist mir das viel wert.. Wenn ich Kohle hätte, würde ich sofort ein paar Bulletts bestellen, bis mir eins gefällt. Und ein Back-up würde ich mir auch holen. Tsja.. Trotzdem würde ich mein sm57 nicht hergeben. Anderer Vorteil ist nämlich: es hat eine sehr dynamische Übertragung womit man einen nicht zu verzerrten Harp-Ton bei rauskriegen kann. Für Jazzige Sachen oder Country unschlagbar. Das bezalt man jedoch mit ziemlich harten Höhen. Wenn man einen schlechten acoustischen Ton hat, verrät dieses Mikro dich bald. Wenn du einen fetten ton hast... kannst du damit Sachen die man mit einem Bullet nicht kann. Das ist andersrum aber auch so. Anderer Vorteil: auf jamsessions steckst du das Teil in der xlr-Büchse und los geht's. Dabei hat dein jt-30 zufällig auch ein xlr, aber dann bläst du schon the Mains erst mal auf, weil es Hi-Z ist..

Das soll alles übrigens nichts sagen über unseren persönlichen Harp-Töne. Deins ist schöner als meins, keine Frage. Meins ist besser seit ich mehr TB'e, aber noch klar unterlegen.

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Beitrag von Littleroger » 15.12.2014, 14:31

munkamonka hat geschrieben:Das ist jetzt etwas wirr, klar hatte LW einen fetten Ton. Aber ich hab auch nicht gesagt, William Clarke hatte den nicht. Nur eben nicht in dieser Aufnahme, wahrscheinlich hatte er kein vernünftiges micro zur Hand.

William Clarke ist ein Harp Gott!

Gruß
M
Ich hatte das Glück , ein paar mal mit Bill Clarke zu hängen. In der Regel stand er auf Ceramic Elemente im Astatic JT 30. Er meint, sie schneiden etwas besser durch im gesamt Mix. In seinen letzten Jahren hat er auch CM gespielt und zum Schluss eine 545er. Er meinte, die Stick Mics seien einfacher zu halten. Aus dem Grund, meinte er, hat er auf die große Chromatische verzichtet und hauptsächlich die kleine gespielt - weniger Luft nötig.

Er klang einfach immer toll, mal mit fettem Ton, mal mit klarem Punch, aber immer gut. Klar, er hat immer LAUT gespielt.

Unna war extremst schade. Danach hat er sich etwas gefasst, ist trocken geblieben und dann verstarb er. Eins der größten Talente überhaupt an der Harp.

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Beitrag von gs » 15.12.2014, 17:10

Na ja ich fand Garry Primich um einiges besser und abwechslungsreicher
aber das ist wohl Geschmacksache.

Ich denke, dass es einige unter den lebenden Harpern gibt,
die Clarke nicht als das größte Talent bewundern müssen.

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