443 Hz ?

Meist unbeliebt, hilft aber ungemein, Zusammenhänge für die Praxis besser zu verstehen.

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Nachtvogel
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443 Hz ?

Beitrag von Nachtvogel » 01.09.2014, 20:06

Hallo Harp Gemeinde,

ich muss immer wieder feststellen, das die meisten Harps zu hoch gestimmt sind.
Wenn ich mein Stimmgerät auf 443 Hz einstelle, stimmt meine Anzeige.
Aber der "Kammerton" A ist nun mal 440 Hz, also habe ich alle meine Harps
neu gestimmt. Das sind auf der Stimmgeräte Scala 2 bis 3 "Strich", aber nun passt
es zusammen mit Keyboard und Gitarre besser..... Versteht das Jemand ?

Gruß

Franky

gs
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Beitrag von gs » 01.09.2014, 20:20

Jo und wenn Du hier ein wenig stöberst, bekommst Du
viele Antworten unter anderem auch von mir.

Wenn Dir die Harp auf 440 besser gefällt ist das ok.
Ich mag es lieber auf 443 wie viele der traditionellen Spieler auch :-D

Pimpinella
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Beitrag von Pimpinella » 01.09.2014, 20:24

Hi

Kurze Antwort: Es geht darum etwas mehr Brillianz im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten zu gewinnen. Meines Wissens ist das auch ein typischer Gitarristentrick. Mit Keyboard kann das evt. auch ein wenig schräg klingen. 443Hz ist aber die obere Grenze, ich denke die meisten Modelle sind eher auf 442Hz gestimmt. Letztlich Geschmackssache.

Gruß, Frank
Wenn ich als Moderator schreibe, dann schreibe ich in grün.

Juke
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Beitrag von Juke » 01.09.2014, 20:40

In diesem Thread http://www.harpforum.de/phpbb/viewtopic ... c&start=45 wird das Stimmen von Gerald (gs) - wie ich finde - sehr gut theoretisch erläutert. Er schreibt, dass die Harp auf 442 Hz gestimmt wird. Manche stimmen aber auch auf 443 Hz, was die Harp im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten als Solo-Instrument noch besser heraus hörbar machen soll.

Ein Konzertflügel wird in aller Regel auch etwas höher gestimmt, damit er brillanter klingt.

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)
MOSTly Blues

Nachtvogel
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Beitrag von Nachtvogel » 01.09.2014, 23:39

sorry, manche Themen sind "doppelt gemoppelt".
Bei so vielen Beiträgen und Infos verliert man leicht
die Übersicht......ich möchte niemanden nerven.

Gruß

Franky

gs
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Beitrag von gs » 02.09.2014, 01:43

Jetzt bin ich mal der Nachtvogel ... 3:42 :-D

Du möchtest Infos, deshalb bist Du hier. Das ist gut so.
Wenn etwas so breitgetreten wurde, dann muss man das ja nicht wiederholen.
Nerven tun mich Leute, die nicht begreifen wollen, dass viele gute Spieler mehr Aufwand in ihren Sound legen,
als man oberflächlich betrachtet vermutet.

Du bist auf den richtigen Weg, denn Du scheinst alles aufzusaugen was aktuell an Infos zu finden ist.

Such auch mal nach Seiko SAT 500 *smile*

Les Dich ein, stimm mal eine Harp nach einer Stimmtabelle und wenn etwas unklar ist, frag zu einer bestimmten Textstelle.
Ich kann bestimmt weiter helfen. :lol:

munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 02.09.2014, 07:43

Hi,
Harps lassen sich benden - auch unfreiwillig, besonders bei ziehtönen. Besonders wenn vibrato auf dem Ton liegt. Wenn Feuchtigkeit dazu kommt, macht das den Ton auch manchmal etwas tiefer. Und auf Dauer geht der Ton immer etwas nach unten. Alles in allem gute Gründe, die Harp etwas schärfer zu stimmen, aber nicht linear, sondern nach einem bestimmten Muster. Ich würde die Harp nicht nach stimmgeraet auf 440 Hz stimmen. Das klingt in meinen Ohren besch...en. Und: wie klingen jetzt die akkorde?
Gruß
M
... meiner meinung nach

Nachtvogel
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Beitrag von Nachtvogel » 02.09.2014, 11:27

Hallo M, da ist was drann was du geschrieben hast.
Ich habe nicht alle Stimmzungen exakt auf 440 Hz gestimmt,
da ich erkannt habe, dass die Akkorde dann schief klingen.

Franky

DocBen
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Re: 443 Hz ?

Beitrag von DocBen » 03.09.2014, 11:55

Nachtvogel hat geschrieben:Aber der "Kammerton" A ist nun mal 440 Hz
Da sagt die Wikipedia aber anderes:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kammerton hat geschrieben:In deutschen und österreichischen Orchestern hat sich – unabhängig von der nach wie vor international gültigen Normstimmhöhe von 440 Hz – die Frequenz von 443 Hz als Kammerton eingebürgert, insbesondere weil Saiteninstrumente bei höherer Frequenz durch die höhere Saitenspannung angeblich lauter und voller klingen. Dieser Ton wird zu Beginn der Probe oder der Aufführung von der Oboe angegeben, vom Konzertmeister (das heißt dem führenden Instrumentalisten der Stimmgruppe der ersten Geigen) abgenommen, der seine Geige nach diesem Ton stimmt und ihn dann ans Orchester weiterreicht. In anderen Ländern sind auch andere Stimmhöhen von 440 Hz bis 444 Hz üblich, beispielsweise herrscht in der Schweiz und Italien ein Stimmton von 442 Hz vor.[19][20] Die Berliner Philharmoniker verwendeten unter Herbert von Karajan in früheren Jahren sogar 445 Hz.[21] Für die Musizierpraxis auf historischen Instrumenten wird häufig ein Kammerton von 415 Hz (das ist gegenüber 440 Hz etwa einen Halbton tiefer) für barockes, 430 Hz für klassisches und 438 Hz für romantisches Instrumentarium verwendet.
Im Orchester ist für heute Abend der Kammerton also der, auf den die Oboe gestimmt ist. Und da herrscht offensichtlich schon viel Freiraum. Wenn das die E-Musiker sind, wieviel Freiraum darf dann er U-Musiker für sich in Anspruch nehmen?

Ohne die hohen Ansprüche von gs würde ich sagen: Wer schon mal mit dem Stimmgerät probiert hat, wie sich die Harp beim leise und laut spielen verhält weiß ohnehin, dass man nicht aufs Cent genau spielt. Beim Bending schon gar nicht.

LG,
Bernhard
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Re: 443 Hz ?

Beitrag von madhans » 03.09.2014, 12:20

DocBen hat geschrieben: Ohne die hohen Ansprüche von gs würde ich sagen: Wer schon mal mit dem Stimmgerät probiert hat, wie sich die Harp beim leise und laut spielen verhält weiß ohnehin, dass man nicht aufs Cent genau spielt. Beim Bending schon gar nicht.

LG,
Bernhard
Und das ist der Grund warum ich nicht ans Stimmen gehe. Ich kann nicht mit Sicherheit wiederholt "die selbe Frequenz" ertönen lassen. Egal ob leise und sanft oder "normal" getrötet. Sicher kann man das auch Üben, aber ......

Schönen Gruß
CB

gs
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Beitrag von gs » 03.09.2014, 14:11

Wenn Ihr wüsstet, wie weit ein Bläsersatz auf der Trompete driften kann
und wie selbstverständlich gute Spieler das nach Gehör korrigieren.

Wenn Ihr diese Kontrolle nicht erlernt,
wird aus dem schrägen Spiel das Ihr praktiziert nie was Vernünftiges werden.

Natürlich klingt es mit Druck schnell schräg, wenn es außer Kontrolle grät.
Dumm gelaufen und kein Weltuntergang.
Ich korrigiere es nicht mal auf einer Aufnahme wenn sonst alles passt.

Der Rest klingt 100x besser als bei denen die nicht hinhören und überhaupt keine Kontrolle haben
oder sich wenigstens bemühen die Kontrolle zu erlangen.

Nicht jammern das andere besser klingen :-D

Nachtvogel
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Beitrag von Nachtvogel » 05.09.2014, 17:48

Ich habe mal wieder von euch sehr interessantes Wissen für
die Musik Theorie gewonnen, danke.....Wer die Theorie versteht,
der kann es in die Praxis umsetzen.

Franky

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 05.09.2014, 20:37

Ich glaube es gab in den 60er mal einen Blueser
der gesagt haben soll,Theorie ist schön und gut wenn man sie kann,Aber es wäre besser
das man sie ganz schnell wieder vergisst
wenn man Musik macht.Könnte Junior Wells
gewesen sein,kann mich aber nicht mehr erinnern.GS ist bestimmt lustig wenn man so klar und sauber Spielen kann wie Du,Wenn diese Lineare Musik dann noch nach Blues klingt..Die ersten Bluesmusiker haben häufig
nur über einen Akkord gespielt,Klang wahrscheinlich besser als was die meisten von uns hier machen,geschweige denn das die Jungs sich über Theorie den Kopf zerbrochen haben.Hohes Wissen einer
Materie,macht noch lange keinen Meister der selbigen!

Gruß, Bernd
Zuletzt geändert von Gabriel am 05.09.2014, 22:16, insgesamt 1-mal geändert.
LebenSieMitImEisNebel

gs
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Beitrag von gs » 05.09.2014, 21:02

Junior Wells war kein Spieler mit einem ausgeprägt kontrollierten Ton.

Da muss man schon
Paul Lamb, Joe Filisko, Dennis Gruenling, Richard Sleight
hernehmen.

Und die werden Dir alle empfehlen die Harp zu stimmen.

Gabriel
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Beitrag von Gabriel » 05.09.2014, 21:38

Es ging mir ja auch nicht um den Ton Junior
Wells,sondern um diese Äußerung was Theorie angeht.Aber der mann hatte wahrscheinlich Xmal mehr Musik in sich als die von Dir erwähnten.Stimmen ist natürlich
wichtig,obwohl ich da kein besonderes Talent
für habe.Aber auch hier ging es nicht ums stimmen, sondern um die von Dir erwähnte
tonkontrolle durchs reine hören, ich glaube
diese haben die meisten guten Musiker, aber
ich glaube es ist eine andere Art von tonkontrolle als die von Dir beschriebene,sonst würde unser geliebter
Blues wahrscheinlich an Oberflächlichkeit
und Kälte sterben,und das wollen wir ja nicht.
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