Country-Stimmung

Bluesharps in jeglichen Varianten und Stimmungen.

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Brilleaux
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Country-Stimmung

Beitrag von Brilleaux » 06.08.2012, 14:51

Hallo zusammen,

ich habe das Forum durchsucht. Zumindest auf Beiträge innerhalb der letzten 3 Jahre.

Das Thema das ich gerne mal diskutieren möchte:

Die Country-Stimmung!

Ich habe alle gängigen Tonarten auch als Country-Stimmung (5 Ziehen einen Halbton hochgestimmt). (Manche auch als Meldody-Maker aber das ist ein anderes Thema.)

Ich finde diese Stimmung hat einige Vorteile:

- Man erhält einen zusätzliche Bend.
- Man kann die verminderte Septime frei intonieren. Bei einer Richter-Stimmung kann man zwar die 5-Ziehen benden, z.B. um eine Naturseptime zu intonieren (Das steckt nämlich hinter dem so viel diskutierten 5-Draw-Bend für den mancher gar bereit ist seine MuHa zu opfern :) ). Aber nach oben ist kein Spielraum z.B. für Vibratos.
- Man kann in 2. Position eine echte Dur-Tonleiter (keine Myxolitische) ohne Overblow spielen.
- Der 5 Overblow ist bei Weitem der schwierigste OB und wird damit völlig überflüssig auch in anderen Positionen.
- Man erhält auf 3-4-5-Ziehen einen Dur-Akkort und in 2. Position ist das auch noch der Dominant-Akkord (V).
- Man kan den 4-5- wie den 3-4-Wobble benden. (Vielleicht was für SLCIK. Damit kannst du das Stück von Micheal Monroe spielen und es klingt sogar gut! ;) )
Edit: in der 3. Pos. kann man alle Patter der 2. Position der Kanzellen 2-4 unverändert auf den Kanzellen 4-6 übernehmen!

Nachteile:

- In 1. Position muss nun die Quarte gebendet gespielt werden.
- und damit müssen alle Melodien, die bisher in der mittleren Oktave ohne Bends gespielt werden konnten, mit einem Bend gespielt werden.
- bekannte Lieder und Riffs erneut einstudieren.

Ich habe schon häufig darüber nachgedacht alle meine Harps umzustimmen und ausschließlich mit der County-Stimmung zu spielen. Denn eigentlich finde ich, überwiegen die Vorteil die Nachteile. Zumindest da ich fast ausschließlich in der 2. Position spiele.

Jetzt wollte ich mal hören, was ihr zur Country-Stimmung zu sagen habt. Welche Vor- bzw. Nachteile ihr noch seht und ob und ggf. wie ihr die Country-Stimmung einsetzt.

Danke schon mal.

Gruß
Andreas
Zuletzt geändert von Brilleaux am 30.09.2012, 21:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Brilleaux
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Beitrag von Brilleaux » 09.08.2012, 14:37

Das gibt's doch nicht. Spielt denn keiner Country-Stimmungen oder hat eine Meinung dazu? Ist das Thema schon ausgelutscht, hab ich was über sehen? Ein bisschen Feedback wäre nett. Danke.

P.S.: Eigentlich wollte ich ja ein Doppelpost vermeiden aber nach einem Edit wird der Thread nicht auf "neue Nachrichten" gesetzt.
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Herd
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Beitrag von Herd » 09.08.2012, 22:06

Du hast vielleicht was mehr, aber pass auf, dass sie dich nicht Cowboy nennen! :-D

Brilleaux
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Beitrag von Brilleaux » 10.08.2012, 06:18

Hatte schon befürchtet, dass der Name der Stimmung mit dem Musikstil den man auf ihr spielt identifiziert wird.

Aber allen die bisher diese Stimmung nicht in Erwägung gezogen haben, weil damit vermeidlich NUR Country & Western Musik gespielt werden könne, empfehle ich es doch einfach mal zu versuchen. Auch im Blues und anderen Musik-Stilen kann man von dieser Stimmung profitieren.
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udo
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Beitrag von udo » 10.08.2012, 08:17

Hallo Brilleaux,

das klingt wirklich einleuchtend, und wenn ich aus dem Anfängerstadium raus bin, werde ich das auf jeden Fall ausporobieren, die -5 einen Halbton höher zu stimmen.

Kannst du erklären, warum diese Stimmung eigentlich "Country" genannt wird?

Udo
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Brilleaux
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Beitrag von Brilleaux » 10.08.2012, 09:18

Nun zunächst mal die triviale Antwort, weil sie ursprünglich und wohl auch heute noch hauptsächlich von Country-Musiker verwendet wird. :)

In der Country- und Folk-Musik wird aber i.d.R. die große Septime (Stichwort: Leitton) gespielt, während im Blues die kleine Septime bevorzugt wird .

Spielt man die Harp in 2. Position (Cross-Harp / Blues-Harp) dann erhält man automatisch auf der 5-Ziehen die kleine Septime.

Jetzt hat die 2. Position aber auch andere Vorzüge, was sie schließlich auch bei Country-Spielern sehr beliebt macht. Leider müssten diese dann auf die gr. Septime verzichten, sie als 5-Overblow spielen (und diese Technik gibt es noch garnicht so lange) oder aber die 5-Ziehen einen Halbton hochstimmen. Und genau dies haben einige dann getan.

Aus dem gleichen Grund stimmen einige Blues-Musiker (z.B. Todd Parrott) die 7-Ziehen einen Halbton tiefer um dort die kleine Septime (1. Pos.) oder die kleine Terz (2. Pos.) zu bekommen und so nicht auf den 6-Overblow angewiesen zu sein.
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