Man kann direkt in notierten Tönen denken, die ggf. nach dem Prinzip der "transponierenden Instrumente" verschoben sind zu den tatsächlich klingenden Tönen, und zwar wie folgt:
Erst bestimmt man Aktionen der Tonerzeugungung und benennt jede Aktion nach dem notierten Ton, der sich bei einem C-Instrument ergibt. Beispiele "Blasen in Kanzelle 1" = C, "Ziehen in Kanzelle 2" = F.
Dann denkt man immer in diesen (nach dem C-Instrument) benannten Tönen, selbst wenn man zu einem Instrument mit anderem Grundton wechselt.
Konsequenz: Bei einem anderen Instrument als einem C-Instrument ergibt sich ein Versatz zwischen gedachtem Ton und klingendem Ton, folglich auch zwischen gedachter Tonart und klingender Tonart. Will man eine bestimmte klingende Tonart erreichen, muss man sich je nach Instrument eine passende Tonart denken.
Diese Art zu denken ist beim Spielen auf Saxophon oder Trompete üblich, kann aber auch mit der Mundharmonika praktiziert werden. Positionen lassen sich mittels Quintenzirkel in gedachte Tonarten übersetzen:
Die 1. Position entspricht der gedachten Tonart mit Grundton C
die 2. Position entspricht der gedachten Tonart mit Grundton G,
...
die 12. Position entspricht der gedachten Tonart mit Grundton F.
Für Absoluthörer ist diese Art zu denken schwierig bis ungeeignet, doch die meisten hören relativ, ich übrigens auch.
Juke hat geschrieben: 07.02.2025, 16:20
... gefragt, ob er eher in Tonarten oder in Positionen denkt. Er antwortete, eher in Intervallen zu denken.
Ist beim "in Intervallen denken" das Intervall zwischen Ton und folgendem Ton in der Melodie gemeint? Egal ob gedachte oder klingende Töne, das Intervall bleibt in jedem Fall gleich. Oder ist beim "in Intervallen denken" das Intervall zwischen Grundton und Ton der Melodie gemeint? Das resultiert dann in einer Art Denken in Stufen. (Z.B. erst spiele ich die 2, dann die 6, ... - aber nicht Kanzellen sind gemeint, sondern Stufen der Tonleiter.)
(Fortsetzung der sich hier anschließenden Diskussion über Solmisation hier:
viewtopic.php?t=15881)