Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

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oboehme
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Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138362Beitrag oboehme »

🐾🎵 Ein kleiner Ausflug in die Welt des traditionellen Jazz und Dixielands. Hier ist meine Interpretation von Wild Cat Blues auf der diatonischen Mundharmonika (Power Bender Tuning).
Hoffe, euch gefällt's!

Wer spielt von Euch Songs mit der Power Bender-Stimmung?
  • SEYDEL Lightning
  • Power Bender Tuning, C-Dur
https://youtu.be/-zPqXF3VF1c
Bildhttps://youtu.be/-zPqXF3VF1c

Hier habe ich mal die besonders anspruchsvollen Stellen im Stück markiert. Besonders das F# lässt sich mit der Power Bender wunderbar durch Ziehbending spielen (ein gehaltener Overblow würde da nicht so schön klingen):

Bild
Heuchi
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138366Beitrag Heuchi »

Cooles Video – wie immer.
Eine Frage zu den Noten hätte ich:
Das Es (zum ersten Mal in Takt 7) ist mit +2’ angegeben, aber ist das nicht ein Overblow auf dem ersten Kanal?
oboehme
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138369Beitrag oboehme »

Danke, Heuchi, ja, Du hast recht, Eb ist bei meiner Power Bender ein Overblow auf 1. Bei ventilierten Harps kann man allerding den Ton als Blowbending auf +2 spielen. Mein Musescore Harptabs-Plugin kennt nur die ventilierte Stimmung in den unteren Kanälen.
Heuchi
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138370Beitrag Heuchi »

Das Schöne bei den MuseScore-Plugins ist ja, dass man da leicht selber was bauen kann. Wenn Du einen Link auf den Sourcecode hast (die qml-Datei), dann könnte ich mal reinschauen.
triona
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138372Beitrag triona »

Schön gespielt. :h
oboehme hat geschrieben: 07.06.2026, 15:06 Wer spielt von Euch Songs mit der Power Bender-Stimmung?
Ich spiele damit sehr gerne schwedische Volksmusik. :)
Aber frag mich nicht warum. Zum theoretischen Hintergrund kann ich dir nichts sagen. Als ich meine erste bekommen habe, habe ich - wie üblich mit neuen Stimmungen oder Instrumenten - einfach mal herumprobiert, was ich damit am besten spielen kann. Und da habe ich ziemlich schnell herausgefunden, daß diese Stimmung u.a. sehr gut geeignet ist für Polska und andere skandinavische Fiedelmusik. Seither greife ich immer gerne danach, wenn ich sowas spielen will.

Das spiele ich natürlich auch mit anderen Stimmungen, wie z.B. Richter, Paddy Richter, Do-it/Easy 3rd, Slide Diatonic, Chrom, schieberlose Chrom mit asiatischer Stimmung. Aber mit der Power Bender klingt es irgendwie besonders flüssig und irgendwie typisch. (Warst du am vergangenen WE nicht auch bei dem Kurs von Jouko Kyhälä über finnische Volksmusik? Da wurde das Thema auch kurz angesprochen. Jouko ist anscheinend auch ein großer Anhänger von Brendan.)

Du hast mich damit übrigens auch schon mal gehört, falls du dich zufällig daran erinnern kannst. Beim Abschlußtreffen im Walfisch am Sonntag beim letzten MuHa-live habe ich u.a. eine Polska gespielt, auf einer Lucky13 in F-Power Bender. (Aber vlt war das ja auch D moll?) In A habe ich auch noch eine. Wahrscheinlich werde ich mir auch noch welche in G und D besorgen. Schließlich sind das die Haupttonarten bei der Fiedelmusik.

Wenn wir schon mal bei Brendans Sonderstimmungen sind: Mit der Power Draw kann ich nicht allzu viel anfangen. Die ist wohl eher für Blues geeignet. Und den spiele ich sehr selten. Auch mit der Power Chrom bin ich nicht warm geworden.


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Ulle
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138373Beitrag Ulle »

Sehr cool. Wenn ich mir eine Power Bender kaufe, kann ich das dann auch sofort so spielen? :-D 8) . Ich bleibe wohl eher am Üben bei den gängigeren Modellen ;) .
triona
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138377Beitrag triona »

Ulle hat geschrieben: 08.06.2026, 07:06 Sehr cool. Wenn ich mir eine Power Bender kaufe, kann ich das dann auch sofort so spielen? :-D 8) . Ich bleibe wohl eher am Üben bei den gängigeren Modellen ;) .
Auch da wirst du um fleißiges Üben nicht herumkommen. :-D

Sonderstimmungen können für das Spielen von gewissen Sachen sehr nützlich sein, mal mehr oder mal weniger. Aber auch das Spiel auf diesen will gut geübt sein. Einen Nachteil hat es auf jeden Fall, wenn man mehrere oder gar viele unterschiedliche Stimmungen spielen will: Man muß für jede Stimmung ein anderes Atemmuster erlernen. Und man muß sich im Bedarfsfall automatisch und vor dem ersten zu spielenden Ton auf das jeweils erforderliche Atemmmuster einstellen.

Letzteres ist wohl auch der Grund, warum viele möglicht nur mit einer einzigen Stimmung oder zumindest nur sehr wenigen Sonderstimmungen auskommen wollen - egal was sie spielen wollen. Ein weiter wäre: Je mehr unterschiedliche MuHas man spielen will, desto mehr Geld gibt man dafür aus. Das muß man sich auch leisten können und wollen. Auch das Tourgepäck kann da ganz schnell deutlich größer und vor allem schwerer werden.

Ich spiele schon seit über 50 Jahren nicht nur mit vielen unterschiedlichen Stimmungen oder MuHa-Typen, sondern auch noch mit etlichen anderen Instrumenten. Daher kann ich mich auf eine andere Stimmung oder Bauart sehr schnell einstellen. Wenn irgend etwas neues herauskommt, probiere ich immer gerne, ob ich damit etwas anfangen kann. Und dann nutze ich jede MuHa immer für ganz bestimmte Stücke oder Musikstile. Wenn ich irgendwo hingehe um zu spielen, überlege ich immer vorher, was da für Musik gespielt wird und nehme nur die MuHas mit, die ich dafür benötige.

Ein weiteres "Luxusproblem" ist: Je mehr Instrumente man hat, desto weniger Zeit zum Üben bleibt für jedes einzelne. Und wie bereits erwähnt: Sonderstimmungen ersparen nicht das Üben - eher im Gegenteil. Mir macht es allerdings auch Spaß, manche Stücke oder Musikstile immer mal wieder mit einer ganz anderen MuHa zu spielen. Das erhöht zwar durchaus den Übungsaufwand. Aber man wird dadurch auch vielseitiger und anpassungsfähiger.


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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138385Beitrag oboehme »

Heuchi hat geschrieben: 07.06.2026, 21:01 Wenn Du einen Link auf den Sourcecode hast (die qml-Datei), dann könnte ich mal reinschauen.
Sehr nett, danke! Ich schau selbst mal rein und versuche, es erstmal selbst zu ändern.
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138386Beitrag oboehme »

Ulle hat geschrieben: 08.06.2026, 07:06 Wenn ich mir eine Power Bender kaufe, kann ich das dann auch sofort so spielen?
Absolut! Unmittelbar nach dem Auspacken läuft das wie geschmiert :-D .

Im Ernst: Mit der ab Kanal 5 komplett anderen Tonbelegung der Power Bender habe ich am Anfang wirklich sehr gefremdelt. Kaum ein Lick (auf der Standard-Richter gelernt) war hier anzuwenden. Ich musste (und muss noch), das Instrument neu erlernen. Aber es lohnt sich! Denn auch Songs wie
  • Manha de Carneval
  • Georgia on my Mind
  • Sweet Georgia Brown
  • Can't Help Falling in Love
und zahlreiche weitere lassen sich ideal mit der Power Bender spielen, da man Overblows durch Ziehbending m. E. viel schöner intonieren kann. Man muss ich klar machen, dass bis auf das Ab in der oberen Oktave, alle Halbtöne durch Bending erzeugt werden können. Eine fantastische Erweiterung des Tonvorrats!
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138391Beitrag triona »

oboehme hat geschrieben: 09.06.2026, 12:16 Mit der ab Kanal 5 komplett anderen Tonbelegung der Power Bender ... Kaum ein Lick (auf der Standard-Richter gelernt) war hier anzuwenden. Ich musste (und muss noch), das Instrument neu erlernen. Aber es lohnt sich! ... Eine fantastische Erweiterung des Tonvorrats!
Genau das meinte ich mit "höherer Übungsaufwand, als wenn man mühsam versucht, alles mit nur einer einzigen Stimmung (meist Richter) zu spielen". (Ich finde, das kann man getrost Howard Levy überlassen.) Ich habe in meinem vorigen Beitrag - durchaus als ausgesprochene Anhängerin der Nutzung von Sonderstimmungen - lediglich die ebenfalls vorhandenen Nachteile stärker betont.

Brendan Power, der diese Stimmung und andere erfunden hat, sagt hierzu: "Warum soll man sich das Leben schwer machen, wenn es auch einfacher geht." Daß man nicht mehr so viel üben muß, hat er damit nicht gemeint. Er gibt sogar Unterricht im Spielen mit Sonderstimmungen. Und für einige der von ihm erfundenen Stimmungen hat er Lehrbücher veröffentlicht.

Ich hoffe, du siehst das nicht als Werbung für unerwünschte Konkurrenz:
https://www.brendan-power.com/instruction.php#view2
(Die Seite hat eine etwas eigenartige Technik. Man muß extra nochmal "PowerBender" anklicken.)
Dort wird auch die PowerBender-Stimmung ausführlich beschrieben, einschließlich derTonbelegung.


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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138407Beitrag oboehme »

triona hat geschrieben: 09.06.2026, 19:47 Brendan Power, der diese Stimmung und andere erfunden hat, sagt hierzu: "Warum soll man sich das Leben schwer machen, wenn es auch einfacher geht." Daß man nicht mehr so viel üben muß, hat er damit nicht gemeint. Er gibt sogar Unterricht im Spielen mit Sonderstimmungen. Und für einige der von ihm erfundenen Stimmungen hat er Lehrbücher veröffentlicht.
Danke für Deine Beiträge! Mir geht es bei der Entscheidung für Sonderstimmungen nicht darum, mir das "Leben einfacher zu machen", sondern immer nur darum, klanglich schöner und ausrucksstärker zu spielen.

Beispiel: ich würde niemals "Summertime" oder "St. James Infirmary Blues" auf einer in Moll gestimmten Mundharmonika spielen wollen, obwohl das dann "einfacher" wäre. Mir geht es immer um den Sound, den ich erzeugen kann (Einen höheren Übungsaufwand scheue ich nicht). Bei den genannten Songs möchte ich bewusst den auf der Standard-Richter-Harp notwendigen Ganztonbend in Kanal drei spielen bzw. "damit spielen", ob wohl dieser auf ner Moll-Harp als Naturton ganz einfach erreichbar wäre. Allerdings ist dann ein Glissando von Bb nach A oder von Gb nach A nicht spielbar. Aber genau dass möchte bei dramatischen oder melancholischen Stücken in Moll unbedingt als Option haben.
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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138408Beitrag triona »

Jede Stimmung hat ihre eigenen Einsatzmöglichkeiten. Und wenn man sie zur Verfügung hat, und auch beherrscht (üben! - und zwar jede für sich), dann kann man sie gezielt einsetzen, wo es sinnvoll ist und dem musikalischen Ziel dient.

Es geht weder mir und erst recht nicht Brendan ausschließlich um Vereinfachung des Spiels. Aber wenn man z.B. bei Volksmusik rasend schnelle Geigenläufe spielen will - und das womöglich noch zum Tanz minutenlang ohne Pause als Leitstimme, dann können solcher "Erleichterungen" - oder vlt besser gesagt "erweiterte Möglichkeiten" - mitunter entscheidend sein, daß man ein Stück überhaupt ausdrucksvoll und wohlklingend spielen kann.

Und in bestimmten Fällen kann dafür auch die Richterstimmung oder eine Standard-Chrom die beste Wahl sein. Ebenso können an vielen Stellen gewisse Bends anstelle von Klartönen vorteilhaft sein. Gerade die PowerBender-Stimmung stellt da einige "neue" Bends zur Verfügung, ohne daß man dabei ausufernd auf Overblows zurückgreifen muß, oder zwischen 3 unterschiedlichen Bends auf eim Kanal wählen muß. Das kann nämlich bei hohen Geschwindigkeiten ziemlich schwierig bis unmöglich sein. Und oft klingt es dann auch nicht mehr sehr überzeugend.

Ich gehe jetzt vorwiegend von (europäischer) Volksmusik und klassischer Musik aus. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß für Blues und Jazz ähnliches gilt. Für Heavy Metal Schreddern trifft es auf jeden Fall zu. Will Wilde ist da ein gutes Beispiel. Und der hat dafür nicht umsonst seine eigene Sonderstimmung erfunden.

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Re: Wild Cat Blues – Power Bender Tuning

Beitrag: # 138410Beitrag Heuchi »

oboehme hat geschrieben: 11.06.2026, 10:31 Mir geht es bei der Entscheidung für Sonderstimmungen nicht darum, mir das "Leben einfacher zu machen", sondern immer nur darum, klanglich schöner und ausrucksstärker zu spielen.
[…] Mir geht es immer um den Sound, den ich erzeugen kann (Einen höheren Übungsaufwand scheue ich nicht).
-6-- Vielen Dank für diesen Gedankengang!
Besonders auch der Satz übers Üben: Es gibt immer wieder Versuche, durch irgendwelche Tricks oder (technischen) Hilfsmittel schneller ans Ziel kommen. Das funktioniert aber nicht.
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