Angeboten wird ein Gibson EH-185, Seriennummer 13859 (1941-42) (elektrisch baugleich mit Modell EH150, siehe https://www.superiormusic.com/page199.htm) Der EH-185 wurde von 1936-1942 gebaut und war das leistungsstärkste Modell der Vorkriegsserie EH-100 bis EH-185. Diese Verstärker wurden mit Gibson’s elektrischen Gitarren (Charlie Christian) auf den Markt gebracht.
Siehe auch
https://www.vintageguitar.com/1891/vint ... lifiers-2/
https://www.vintageguitar.com/?s=EH-185
Technische Daten:
Eingänge: Gitarre und Mikrofon (Hi-Z)
Regler: Volume je 1x Gitarre und Mikrofon, Tone gemeinsam
Röhren: 6SJ7*, 6SQ7*, 6SC7*, 2x 6L6**, 5U4GB***
* Stahlkolben General Electric, ** Stahlkolben RCA, *** Glas GE?
Lautsprecher: Jensen 12“ Field Coil
Leistung: 15-20W
Abmessungen (BHT): 42cm x 49cm x 27cm, Gewicht: ca. 22,5 kG
Der Verstärker kann dem Lautsprecherkoffer entnommen werden, und extern über ein 2,8 Meter langes Kabel betrieben werden.
Erneuert wurden Widerstände, Kondensatoren, der Netzschalter und ein 3-adriges Netzkabel. Die Röhren mit (*) sind Stahlröhren. Einige Ersatzröhren sind vorhanden.
Zum Amp gibt es einen 300VA-Spannungswandler 230V/120V. Ein Schaltbild des Verstärkers im aktuellen Zustand ist vorhanden.
Im letzten Jahr haben wir in Sappenfeld (Harp Meeting bei Christian) über den Amp den Mikrofontest gemacht. Ich habe den Amp auf einigen Sessions gespielt, ansonsten stand er im Wohnzimmer. Das gute Stück soll 285€ kosten und kann in München getestet und abgeholt werden. Der Versand kann nur in 2 oder 3 Paketen erfolgen und kostet entsprechend. Eine Lieferung/Treffen im Umkreis von 100km ist gegen Kostenübernahme möglich.
Zwei Besonderheiten des Verstärkers:
1) Die elektrische Schaltung
Der Amp wurde wahrscheinlich noch Ende der 40er geändert. Ob das wegen eines defekten Ausgangstrafos oder klangliche Gründe hatte, lässt sich nicht nachvollziehen. Die Arbeit wurde fachgerecht, vlt. sogar werksseitig, ausgeführt.
Dabei wurde der bestehende Ausgangstrafo durch einen größeren (UTC S16) ersetzt. Er ist im Verstärkergehäuse montiert und nicht mehr direkt auf dem Lautsprecher. Durch das Entfernen einer Röhrenstufe des Mikrofoneingangs wurde dafür Platz geschaffen. Die 2-stufige Schaltung (2 Trioden 6SQ7) wurde durch eine ein-stufige mit der Pentode 6SJ7 ersetzt. Vorbild waren womöglich die Schaltungen der Nachkriegsmodelle
Gibson BR-1 (12" field-coil, Pre: 6SJ7, 6SC7, phase split.: 6SN7, output: 2x6L6, rect: 5U4)
oder Gibson GA-30 (12" field-coil, Pre: 6SJ7, 6SC7, phase split.: 6SN7, output: 2x6L6, rect: 5U4)
Zu diesem Zeitpunkt wurde wohl auch das Gehäuse mit dem braunen Kunstleder (Keratol) neu bezogen.
2) Nachweis der Herkunft
Zum Amp habe ich damals eine Visitenkarte bekommen, aus der hervorgeht, dass dieser Amp früher einmal dem amerikanischen Jazz-Gitarristen und Studio-Musiker Tony Rizzi (1923 - 1992) gehört hat. Er begann seine Karriere in den 1940er Jahren mit Formationen wie Alvy West, Carl Fisher's Orchestra, Les Brown und Boyd Raeburn.
Eine Beschreibung seines musikalischen Schaffens und eines seiner Projekte Tony Rizzi’s 5 Guitars auf YouTube

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