Juke hat geschrieben: 19.02.2024, 16:31
Den "Chicago-Sound" bekommt man nur, wenn man akustisch schon einen entsprechend fetten Ton hat.
Mikro und Amp machen nur lauter, was da ist. Wenn der Ton, der aus der Harp kommt, nicht fett ist, kann kein Effektgerät den Chicago-Sound daraus machen.
Was man außer dem fetten Ton noch braucht ist eigentlich nur ein Mikro, das man zusammen mit der Harp richtig dicht halten kann (Cupping), und ein Verstärker. […]
Also: Ohne fetten akustischen Ton wird das nichts. Und mit fettem Ton braucht man kein Multieffektgerät.
Sehr schön beschrieben, Dirk!
Kann höchstens noch eine persönliche Erfahrung dazu beisteuern: Ich krieg's seit Jahren nicht hin mit dem Cupping. Irgendwo zieht's immer durch die Finger und ich verkrampfe. Kleines Mikro, großes Mikro, Transistor- oder Röhrenamp, Seidel oder Hohner, alles ausprobiert. Hatte irgendwann zwischendurch mal ein, zwei Minuten, in denen ich meinte, den howling wolf zu hören, dann war's wieder weg ...
Werd's halt weiter versuchen ...
Dann probier's doch mal mit einem mittleren Mikro.
Vielleicht bietet die Haltung von Harp und Micro aber auch noch Verbesserungspotential. Auf die Schnelle habe ich hier ein Video gefunden, wo Steve Baker erklärt, wie er das Harpmikro hält: https://www.youtube.com/watch?v=h_8M7PX11cI Der Rest ist Probieren und Üben.
Adam_Lark hat geschrieben: 09.02.2025, 01:05
Hamwa noch nie gemacht, nen Thread zu gemacht, weil lange nichts geschrieben wurde. Warum soll man altes nicht auch aufgreifen dürfen. Alles gut!
Die Themen und Fragen wiederholen sich doch eh alle paar Jahre oder Monate immer wieder, wenn neue Nutzer kommen. Und oftmals stehen die Antworten schon lange irgendwo im Forum fertig geschreiben. Und die Suchfunktion funktioniert seit einiger Zeit ja auch ganz gut.
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich. frei nach Anton Günther
Meine Nachbarn hören Mundharmonika, ob sie wollen oder nicht.
Moin,
ich struggle ja auch immernoch mit meinem Chicago-Sound.
Da ich in letzter Zeit vornehmlich Hohner Marine Band Deluxe spiele (die mit den seitlichen Löchern im Deckel) hab ich zuletzt doch mal meine alte (geschlossene) Hohner Meisterklasse zur Hand genommen. Und siehe da: ... naja, Chicago war's noch nicht, aber die Richtung stimmte schon.
Jetzt überlege ich, wie ich die Deluxes dicht bekomme - ergibt es Sinn, die Deckel auszutauschen? Hab mal irgendwo gelesen/gesehen/gehört, dass die Special 20-Deckel auf die Deluxes passen. Hat das schon mal jemand gemacht?
Beste Grüße
Martin
mm.rot hat geschrieben: 02.04.2025, 09:08
gelesen/gesehen/gehört, dass die Special 20-Deckel auf die Deluxes passen.
Erstaunlich. Beide sind von verschiedener Bauart: die Deluxe in Sandwichbauweise, wo die vordere Deckelkante in eine Rille der Stimmplatte hineinragt und die Special 20 mit im Kanzellenkörper versenkten Stimmplatten, denen die Rille fehlt.
Wenn du eine Secial20 da hast, einfach ausprobieren.
Hohner hat für den (elektrischen) Chicago-Blues extra die Rocket-Amp im Programm, die gegenüber der "normalen" Rocket an den Seiten geschlossene Deckel hat.
Aber: Die Deckel machen nur ein paar Prozent aus. Der "richtige" Sound geht definitiv auch mit der Marine Band. Haben ausreichend viele Harpspieler bewiesen.
hm ... ich dachte dieser Konstantin Reinfeld würde das machen mit den Special 20-Deckeln, aber ich kann mich auch irren.
Vielen Dank für den Tipp mit den Rocket-Amp-Modellen, das merke ich mir. Hatte eigentlich vor, mir nicht wieder neue Teile zu kaufen, sondern die bestehenden zu optimieren - aber gut, kann man ja mal probieren.
Ich krieg halt das Cupping einfach nicht dicht: Unter der Muha ist ein Loch, weil mein Daumen nicht ganz anliegt. Dieses Loch kann ich mit Pucker auch nicht mit der Unterlippe schließen. Beim TB geht's leidlich, das geht aber deutlich auf meine Beweglichkeit. Das Deckelloch links liegt vollkommen frei, und wie rechte schließen? Finger drüber geht nicht so richtig, dann wirds zwischen den anderen Fingern der Hand undicht. Ich probiers immer mal wieder, bis ich nach einer halben Stunde mit verkrampften Händen das Mikro wieder wegpacke. Also bis jetzt ist mir das alles noch ein großes Rätsel!
mm.rot hat geschrieben: 02.04.2025, 11:19
Ich krieg halt das Cupping einfach nicht dicht: Unter der Muha ist ein Loch, weil mein Daumen nicht ganz anliegt.
Für den Chicago Sound ist Cupping wichtiger als die Art der Schalldeckel. Vielleicht kommst Du mit der alternativen Art, die Mundharmonika zu halten, besser zurecht? Ich meine die in https://youtu.be/49j4tNseLT0 , die Adam Gussow 5 min nach Start des Videos zeigt.
Aber: Die Deckel machen nur ein paar Prozent aus. Der "richtige" Sound geht definitiv auch mit der Marine Band. Haben ausreichend viele Harpspieler bewiesen.
Schöne Grüße
Dirk
es hätte zeiten gegeben, da hätte ich gesagt
Der "richtige" Sound geht NUR mit der Marine Band... naja, man wird ruhiger.
MB und Schlitze:
1. man kann sie problemlos beim Spielen zuhalten
2. man kann sie aber auch bewusst auch beim elektrischen spiel auflassen (sh. z.B. Fotos von Kim Wilson).
3. bei MIR kommt der unterschied vom tongue block. ich würde für MICH sagen: man kann die harp halten wie man will, ohne tongue block wird#s nie nach was klingen. Die Schlitze sind dann ein Bonus, mit denen kann man spielen (sh. Videos von James Harman).
gruß
mk
Meiner Meinung nach!
....................................
unvergessen: igor flach
mm.rot hat geschrieben: 02.04.2025, 11:19
Ich krieg halt das Cupping einfach nicht dicht: Unter der Muha ist ein Loch, weil mein Daumen nicht ganz anliegt. Dieses Loch kann ich mit Pucker auch nicht mit der Unterlippe schließen. Beim TB geht's leidlich, das geht aber deutlich auf meine Beweglichkeit. Das Deckelloch links liegt vollkommen frei, und wie rechte schließen? Finger drüber geht nicht so richtig, dann wirds zwischen den anderen Fingern der Hand undicht.
Ich verstehe das mit dem linken Loch nicht, da ist doch der Finger drüber.
hafn hat geschrieben: 03.04.2025, 00:19
Ich sehe im ersten Bild deutlich eine Lücke zwischen Instrument und Daumen.
Wenn mit Loch diese Lücke gemeint ist, lässt sie sich mit der von Adam Gussow in https://youtu.be/49j4tNseLT0 nach gut 5 min gezeigten, anderen Art des Cuppings vermeiden. (Im Youtube Video ist der Abschnitt mit "the other way" o.ä. markiert.) Wenn man Pech hat, dann entsteht damit je nach individueller Anatomie woanders wieder eine Lücke, wenn man Glück hat, ist jetzt alles dichter. Noch ein Vorteil: man kann mit den Daumen die nicht bespielten Kanzellen abdecken. Dann entweicht über die weniger Luft und alles wird noch dichter. Schon probiert?
Ich versuche ebenfalls seit Ewigkeiten ein gutes Cupping hinzubekommen. Die Adam-Gussow-Variante habe ich auch probiert, weil auch Dennis Gruenling mal meinte, dass der Wechsel auf diese Handhaltung für ihn ein "game changer" war. Das kriege ich gar nicht hin, aber überhaupt nicht. Die Lücke vorne, die Adam Gussow meint mit dem Kinn zu schließen, kann ich nicht abdecken. Und wenn ich sie abdecke, kann ich nicht mehr spielen, weil es total verkrampft ist. Zum Heulen.
Gruß
Frank
My baby done gone
She left me a mule to ride
When the train left the station
The mule laid down and died
- Big Joe Williams -