Warum spielen nur wenige die Zirkularstimmung

Mundharmonikas in jeglichen Varianten und Stimmungen: Bluesharps, Chromatische, Tremolo, Oktav, Bass, ... alles.

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Gersprenzfischer
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Warum spielen nur wenige die Zirkularstimmung

Beitrag: # 132848Beitrag Gersprenzfischer »

Nach Jahren Abstinenz und vielen Versuchen wie Richter, 8 Loch, 10 Loch 12 Loch, Chromatisch, Chromatisch ohne Ventile komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass es zunächst mal am einfachsten ist, für verschiedene Tonarten, verschiedene Harps zu haben. Spielen von anderen Tonarten auf einer C-Dur chrom, in Abhängigkeit von der Tonart, ist nicht wirklich trivial und bei Versuch Melodien aus dem Kopf, also ohne TAbs oder Noten zu spielen, lande ich immer wieder auf der Chrom nur bei C-Dur.
Wie einfach ist es dagegen zum Tonartwechsel eine passende Harp zu haben. Aber Richter? Theoretisch geht da zwar auch wieder viel, aber die Akkordauswahl ist letztlich begrenzt. Und bei der klassischen Solostimmung gibts spätestens bei der 2 Oktave Probleme mit Akkorden...

Meine Lösung, ich habe mir ein 6er Set Seydel Orchestra/Session Steel mit Zirkularstimmung 1 Pos. zugelegt. Interessanterweise preislich unter vielen Chromatischen Seydel...

... und was soll ich sagen, bis auf fehlende Tabs finde ich die regelrecht genial!

Sobald die Tonart bekannt ist, kann man fast spielen was und wo man will, es passt fast immer. Alle Dur-Akkorde bis sept-akkorde, dito in Moll über die gesamte Tonleiter und über 2 Oktaven vorhanden, selbst der 7. verminderte Akkord ist da. Das einzige, was natürlich gelernt werden muss ist der Oktavwechsel, sprich Grundton auf Blasen oder im Wechsel auf ziehen und die Tonleiter verändert sich, das ganze wiederholt sich aber bei der nur teilweise vorhandenen 3. Oktave (bei einer 12 Loch wären wohl 3 komplette Oktaven vorhanden. Weiterer Vorteil, keine Ventile, aber auch Bending möglich.
Damit hier alle wissen, wie die Stimmung aussieht, Beispiel in C Dur:

C E G H D F A C E G..(H D)
D F A C E G H D F A..(C E)

C Akkord CEG auf blas 1, zieh 4 und blas 8
D moll DFA zieh 1 blas 5 zieh 8
E moll EGH ...
F Dur FAC ...
G Dur GHD ...
A moll ACE ...
H vermindert HDF ...

die Töne in Klammern sind für eine 12 Loch Harp.

Warum wird das so selten gespielt, oder sind die gar nicht so selten? Das TAb Problem lässt sich mit dem Seydel Harptool zumindest ein bisschen umgehen, aber am besten, man lernt Melodie und Soli auswendig. Und Akkordbegleitung ist echt ein Klacks. Also warum??? Ich weis, dass es ein Buch über diese Stimmung gibt, aber durchgesetzt hat sie sich nie. Nur weil Richter vorher da war?
Franz´l
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Re: Warum spielen nur wenige die Zirkularstimmung

Beitrag: # 132870Beitrag Franz´l »

Hallo Gersprenzfischer.
Ob es nun viel- oder nur wenige Spieler gibt die MuHa´s in Zirkularstimmung spielen kann ich nicht beantworten.

Ich selbst würde sie mir eher aus reiner Neugierde anschaffen und damit herumexperimentieren, zum allgemeinen Spielgebrauch könnte ich sie mir weniger vorstellen.
Die Akkordmöglichkeiten sehen interessant aus, wie es praktisch ausschaut, bzw. anhört, lässt sich erst beantworten wenn man mit dieser (Zirkularstimmung) warm geworden ist.

Nach wie vor bevorzuge ich, wenn es um Akkorde- und mehrstimmiges Spielen geht, eine Chordomonika.
Bei der Chordomonika scheint es ja, wie die Zirkularstimmung- ähnlich zu sein, was die Verbreitung und Anwendung betrifft.

Wie ich oben schon sagte, aus Neugierde gerne aber für mehr kann ich es mir noch nicht vorstellen.
Es grüßt der Franz´l aus NDS
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