"Anbenden" bei Overblows

Fragen zu speziellen Riffs oder Techniken bestimmter Stücke, alles über Bending, Overblow und andere Techniken.

Moderatoren: madhans, Juke, Adam_Lark

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Blues‘ter
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"Anbenden" bei Overblows

Beitrag: # 127131Beitrag Blues‘ter »

Der gute Ton ist gehaltvoll, vielfältig darum frage ich in diesem Fred.

Edit durch Juke:
Da sich die Fragestellung doch ziemlich vom ursprünglichen Thema unterscheidet, habe ich einen neuen Thread aufgemacht. Außerdem ist die aufgeworfene Fragestellung sicher für viele als eigenes Thema interessant und so besser zu finden.
(Link zum ursprünglichen Thread)
Edit off.


Overblows, Bendings und co… sind Noten, können aber auch Stilmittel sein.
Kann ich die „Tonvariante“ Anbenden auch auf Overblows übertragen?

In der Musiktheorie komme ich diesbezüglich nicht so recht weiter…
Kann ich zb ein Fis stimmig in ein E ( OB 5 zu 5 b) übergehen lassen?
Dazu gibt es bestimmt hundert Ansichten. Mir fällt gerade keine bessere
Formulierung ein…
Es geht um den guten Ton, um pimpen im weitesten Sinne.
Ich komme darauf, weil ich seit einiger Zeit das Intro zu The Entertainer von
Olaf Böhme übe, so gut es gerade geht und es geht nicht gut😁 macht mir
jedoch großen Spaß. Und wenn man so eine spitzen Vorlage hat, muss es begeistern👍
Super eingespielt !!! Wenn mir in einigen Monaten eine halbwegs erträgliche Version
gelingt, bin ich zufrieden. Darum : Hut ab 👍 wie du das spielst ist für mich der Hammer!

Naja, jedenfalls bin ich auf OB aufmerksam geworden und probiere rum….
Ebenso wäre das b 3 als blowbend diesbezüglich interessant..,
In der bluessigen Variante werden häufig Töne angebendet. Es geht dann jedoch häufig um
Charakter, weniger um den präzisen Ton.
Ich hoffe meine Darstellung ist verständlich.

Was gilt es zu vermeiden, was lohnt sich zu probieren?
Adam_Lark
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Re: "Anbenden" bei Overblows

Beitrag: # 127134Beitrag Adam_Lark »

Ich verstehe tatsächlich nicht ganz, was die Frage ist. Wenn es darum geht einen Overblow runter zu ziehen, wird dir das nicht gelingen, weil Overblows nur nach oben gebendet werden können. "Schiefe" Töne sind natürlich als Stilmittel für den Blues fast bezeichnend.
Neben der Tonhöhe haben sie auch einen spezifischen Ton. Der von Overblows ist in der Regel etwas dünner, was viele dann nicht so mögen.

Gruß

Adam
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Blues‘ter
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Re: "Anbenden" bei Overblows

Beitrag: # 127135Beitrag Blues‘ter »

Ehrlich gesagt verstehe ich mich selbst nicht so richtig…
Ich versuche es etwas anders darzustellen. Wenn ich eine einfache Melodie spiele, zb when the saint goes marching in, dann bewege ich mich bei der C Harp in der kernoktave. Es ist kein Problem die Melodie eine Oktave höher zu spielen. Nun kann ich dieser Melodie eine eigene Textur verleihen. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Im Blues werden häufig Töne angebendet, also zb ein kurzer Übergang vom a zum b (3‘‘ zu 3 ziehen) gespielt. Es entsteht eine gewisse Reibung.

Bei den blow Bendings kann man dies, so mein Gefühl, auch ganz gut spielen (kommt natürlich immer auf das Stück an) .
Bei den Overblows funktioniert das meiner Meinung nach nicht, weil sie dem Ton einen ganz anderen Charakter verleihen. In meinem Eingangsbeispiel klingt es überhaupt nicht zb das C mit einem kurzen Overblow zu versehen. Das wird vielleicht etwas mit dem quintenzirkel zu tun haben?

Ich kann mir demnach vorstellen, dass es bestimmte Regeln gibt, die bestimmte „Ansätze“ ausschließen.
Adam_Lark
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Re: "Anbenden" bei Overblows

Beitrag: # 127136Beitrag Adam_Lark »

Geht es dir darum, dass ein Ton beim Abspielen "von unten hoch" auf seine eigentliche Tonhöhe kommt? Macht man häufig, verleiht eine gewisse Würze. Beim Overblow sehe ich das nicht, weil du auf dich dem Overblow Ton ja nicht von unten nähern kannst. Höchstens den OB Anspielen und dann noch hoch ziehen. Aber das wird zusehends akademisch, da fällt mir höchstens Marc Breitfelder ein.

Gruß

Adam
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Blues‘ter
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Re: "Anbenden" bei Overblows

Beitrag: # 127137Beitrag Blues‘ter »

Danke Adam👍
Ich muss das selbst nochmals überdenken. Gefühlt liegen OB weiter weg vom Zielton, als die Bendings. Und ja es hat mit der Reihenfolge von tief zu hoch zu tun. Nur irgendwie auch nicht. Ich muss mal mit meinem Joker sprechen. Er studiert Saxophon…. Vielleicht kann er mir mein Problem beschreiben, dann greife ich das nochmal neu auf…
Adam_Lark
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Re: "Anbenden" bei Overblows

Beitrag: # 127138Beitrag Adam_Lark »

Mit einem gezogenen Bending kannst du dich einem ungebendetem Ziehton von unten kontinuierlich nähern, das ist ja der schöne Effekt. Mit OB nicht, da springt der Ton vom normalen Blaston auf den deutlich höheren OB 🤷‍♂️
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triona
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Re: "Anbenden" bei Overblows

Beitrag: # 127142Beitrag triona »

Adam_Lark hat geschrieben: 05.07.2022, 20:47 Mit einem gezogenen Bending kannst du dich einem ungebendetem Ziehton von unten kontinuierlich nähern, das ist ja der schöne Effekt. Mit OB nicht, da springt der Ton vom normalen Blaston auf den deutlich höheren OB 🤷‍♂️
Mit anderen Worten:

Bei einem Overblow kann niemals ein Ton (= der Stimmton der angeblasenen Stimmzunge) stufenlos, gleitend, allmählich, kontinuierlich ... in eine anderen (= den überblasenen Zielton) übergehen. Stattdessen erklingt der überblasene Ton plötzlich, schlagartig, abrupt, sprunghaft an Stelle des Ausgangstons, sobald ein bestimmter kritischer Blasdrucks erreicht ist. Der Ausgangston überschlägt sich sozusagen unmittelbar direkt in den Überblaston.

Das ist dann wohl genau so, wie beim Überblasen einer Flöte, eines Rohrblattinstruments oder eines Blechblasinstruments - besonders, wenn es sich dabei um ein Naturton- oder Obertoninstrument handelt, das bauartbedingt nur über einen einzigen oder sehr wenige Töne verfügt. Dort wird diese Technik auch im alltäglichen Sprachgebrauch "überblasen" genannt. Und das ist wohl eine brauchbare und zutreffende Übersetzung des englischen "overblows".

Bei einigen Instrumenten sind auf diese Weise sogar bis zu 4 oder 5 verschiedene Überblastöne möglich, je nach dem eingeblasenen Druck. Diese verhalten sich stets in einem bestimmten physikalischen Verhältnis zum angeblasenen Grundton, z.B. Quart, Quint, Oktave, Naturtonreihe. Der Übersprung ist jeweils abhängig vom Blasdruck.

Auch mehrstufige Überblastonreihen springen meist schlagartig über in den nächsten Ton der Überblasreihe. Durch entsprechende gezielte Anpassung des Blasdrucks und Änderungen des Ansatzes lassen sich so bei manchen Instrumenten aus einem Ton ganze Tonfolgen (z.B. Naturtonreihen) und damit auch einfache Melodien spielen.


Ein weiteres Beispiel für derartiges Überschlagen eines Tons ist meist hörbar beim Singen, nämlich beim Übergang von Bruststimme in die Kopfstimme. Dies trifft auf beide Richtungen zu, sowohl aufwärts als auch abwärts. Dieser Überschlag läßt sich durch viel Übung allerdings auch weitgehend stufenlos gleitend singen. Beim Jodeln allerdings ist dieser plötzliche Überschlag der Stimme gewollt - aufwärts und abwärts, auch in stetigem, schnellem Wechsel. Das ist die Grundlage dieser und ähnlicher Gesangstechniken.


Wenn ich da jetzt noch irgendwas übersehen oder nicht richtig verstanden habe, dann bitte ich um Richtigstellung.


liebe grüße
triona
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
frei nach Anton Günther

Meine Nachbarn hören Mundharmonika, ob sie wollen oder nicht.


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Blues‘ter
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Re: "Anbenden" bei Overblows

Beitrag: # 127473Beitrag Blues‘ter »

Ich habe von Howard Levi ein Video dazu gefunden. Es heißt „ how to make your Blues Sound bluesier“.
Dort spricht und spielt das Thema an. Vom Prinzip genau das , was ich suchte. Allerdings ist das für mich 3 Schubladen zu hoch u die Harp muss wohl sehr präzise eingestellt sein.
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