Hohner Penta von 1955

Meist unbeliebt, hilft aber ungemein, Zusammenhänge für die Praxis besser zu verstehen.

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triona
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Hohner Penta von 1955

Beitrag von triona » 31.05.2020, 21:45

Kennt jemand diese Mundharmonika?
Oder noch besser: Hat zufällig jemand ein Exemplar davon?

Bild

Original-Abbildung aus dem Hohner-Buch

Bild

deutlicher erkennbare Darstellung der Deckelprägung, soweit für mich aus dem Foto nachvollziehbar

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Umsetzung der Tonbezeichnungen auf der MuHa
auf der Grundlage von DO = C;
SO und LA bedeutet wohl "untere Oktave";
DO, RE, MI, SO, LA bedeutet wohl "mittlere oder Kernoktave";
und DO, RE, MI mit Strich oben drüber bedeutet wohl "obere Oktave";
wobei ich davon ausgegagen bin, daß "SO" = "SOL" meint.

Die Bedeutung der Zahlen (von 2 bis 5) und der dazu gehörigen Klammern erschließt sich mir leider überhaupt nicht. Die fehlende "1" könnte der auseinander gerissenen Klammer (???) von SO LA DO links und DO RE MI rechts zugordnet sein.
Kann sich vlt jemand einen Reim darauf machen, was dies bedeuten mag?

Die große, aber wesentliche Unbekannte ist jedoch, was für Töne auf der unteren Stimmplatte liegen. Wenn man die Antwort auf diese Frage weiß, könnte man ja leicht so eine MuHa machen durch Umstimmen oder Konfigurieren. Wenn man eine zum Spielen hat, kann man vlt auch herausfinden, was die geheimnisvollen Zahlen und Klammern bedeuten könnten.


Ich werde auch einmal versuchen, bei Hohner nachzufragen, ob es dort noch jemanden gibt, der eine Antwort weiß. Der Martin Häffner müßte ja eigentlich noch dort arbeiten, bzw im Hohner Museum? Vlt haben die ja im Museum noch ein Exemplar. Von irgendwas müssen sie ja das Foto gemacht haben.


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triona
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Re: Hohner Penta von 1955

Beitrag von triona » 10.06.2020, 16:04

Die Hauptfrage wäre mittlerweile geklärt:

"... die Penta, die neue pentatonische Mundharonika, auf der nur geblasen, nicht gezogen wird ..."
zitiert nach: Fritz Jöde und Egon Kraus (Hsg.); Der Fünfton, Pentatonische Weisen zum Singen und Spielen; Mainz, London, 1955; aus der Reihe "Bausteine für Musikerziehung und Musikpflege" im Schott-Verlag


Das Heft ist möglicherweise ähnlich, wenn nicht identisch mit einem vergriffenen Heft von Fritz Jöde; Das kleine Penta-Buch: ein Sing- und Spielbuch für die Penta und andere pentatonische Melodie-Instrumente, auch für die schwarzen Tasten; Hohner-Verlag, Trossingen, 1955 - also aus dem selben Jahr, in dem auch die MuHa gebaut wurde.

Die MuHa hatte also nur eine Stimmplatte, ausschließlich mit Blastönen. Die Bedeutung der geheimnisvollen Zahlen und Klammern über den Tonbezeichnungen läßt sich nach wie vor nicht erschließen. Möglicherweise hat es ja etwas zu tun mit den Umkehrungen der pentatonischen Tonleiter und deren verschiedenen Modi. (Siehe im unten verwiesenen Wikipedia-Beitrag.)

Die pentatonische Musikpädagogik - wie auch das Orff'sche Instrumentarium - hat sich wohl in den Lehrplänen der Schulen in den letzten 50 bis 70 Jahren und in der musikalischen Früherziehung zumindest in Deutschland außerhalb von Waldorfschulen u.ä. reformpädagogischen Einrichtungen nicht flächendeckend durchsetzen können. Das dürfte wohl auch ein wesentlicher Grund gewesen sein, warum diese Mundharmonika wieder recht schnell vom Markt verschwunden ist.

Zur Pentatonik und deren langer Geschichte steht hier noch mehr:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pentatonik


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