Umbau der Marine Band Anleitung - von Nägeln zu schrauben

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AlexH
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Umbau der Marine Band Anleitung - von Nägeln zu schrauben

Beitrag von AlexH » 08.03.2009, 20:18

Ein Harper aus den USA lädt gerade eine Reihe Videos in den Medienschlund von Youtube hoch, in denen er sehr gut zeigt, wie man die Marine Band classic von den Nägeln befreit, und mit Schrauben versieht.

http://www.youtube.com/user/proveit

Der Workshop auf harponline.de dürfte schon einigen Interessierten bekannt sein. Ich verlinke diesen hier aber trotzdem nochmal:

http://harponline.de/index.php?page=ws_ ... g_id=de_DE

Selbst habe ich es gerade gestern zum ersten mal durchgeführt. Es war recht einfach, und ich kann nur jeden ermutigen diesen Schritt zu tun, wenn man daran interessiert ist, seine Marine Band zerlegbar zu machen.

Gruß

Alex

Fish
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Beitrag von Fish » 09.03.2009, 08:58

ich hab zwar noch keine MB-classic, bin aber schon langer am überlegen, mir mal eine als "costom" projekt anzuschaffen. neben der verschraubung stellt sich mir noch die frage der versiegelung. hat jemand in dieser richtung eventuell praxis-gängige vorschläge ? 8)
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DocBen
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Beitrag von DocBen » 09.03.2009, 09:42

Hi Fish,

ich habe selbst keine Erfahrung damit. Der Suchbegriff "Mandelöl" sollte aber die meisten Threads zutage fördern, in denen sowas diskutiert wurde.

Gruß,
Bernhard
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AlexH
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Beitrag von AlexH » 09.03.2009, 16:37

Hier ist z.B. ein sehr interessanter und ausführlicher Thread zu Thema Holzbehandlung.

http://www.harpforum.de/phpbb/viewtopic.php?t=2385

Alex

Mr.Jackson
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Beitrag von Mr.Jackson » 04.03.2018, 18:36

Ha, ich wollt schon fast n neuen Thread aufmachen und hab dann mal auf Deutsch gegoogelt.... ich uppe diesen Thread.
Hab diese costumize your marine band videos gesehen und muss festellen das nicht alle Nägel durch Schrauben ersetzt werden. Die beiden äusseren Nägel werden so gelassen bzw einfach weggelassen. Ist auch logisch da bei den M2 Schrauben der Kopf zu breit ist und man den Deckel nicht mehr draufbekommen würde. Nun werden also weniger Schrauben als Nägel verwendet. Taugt das wirklich was?? Hat jemand seine MB mit M2 Schrauben entnagelt?

madhans
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Beitrag von madhans » 04.03.2018, 19:44

Hi!

Ich hab das mal gemacht, zu der Zeit, als der Thread aktuell war. Mit ein wenig Gefühl ist das gut machbar. Aber der Aufwand ist meiner Meinung nach nicht mehr gerechtfertigt. Es gibt doch inzwischen günstig geschraubte Harps mit viel angenehmeren Kanzellen.

Gruß
CB

daenou
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Beitrag von daenou » 05.03.2018, 12:28

Mr.Jackson hat geschrieben:Hat jemand seine MB mit M2 Schrauben entnagelt?
Ich baue alle Instrumente auf Verschraubung um, wenn ich diese spielen will. Reine Virtinenobjekte natürlich nicht.

Ich nehme in der Regel M1.6 Schrauben. Diese lassen sich direkt in die eine Stimmplatte eindrehen, sofern die Nägel durchgehend sind. Das Loch bei diesen Modellen ziemlich genau 1.25mm, da schneidet sich die Schraube selber ihr Gewinde in das relativ weiche Material. Dann musst Du nur noch die andere Platte und den Kamm mit 2mm aufbohren.

Andere Modelle, wie z.B. die Chromonica II sind mit kürzeren und dünneren Nägeln versehen, da muss Du beide Platten und auch den Kamm bohren, da nehme ich meist einen 2.5mm Bohrer und M2 Schrauben mit Muttern. Und auch hier muss man die äussersten Löcher nicht aufbohren, da die Schraubenköpfe bzw. die Muttern nicht unter den Deckel passen. Da nehme ich die Platten ab und befestige sie wieder provisorisch mit den äussersten Nägeln, dann kann von einer Seite her durchgebohrt werden. An einer Stelle sind die Nagellöcher versetzt, die anderen Löcher sind passend.

Edelstahlschrauben M1.6 und M2 mit dem für mich passenden Kopf, sowie die Muttern kaufe ich über Ebay in Kleinmengen.
Zuletzt geändert von daenou am 06.03.2018, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.

Mario
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Beitrag von Mario » 05.03.2018, 19:33

Ich habe meine MB Classics auch alle auf Schrauben umgebaut und finde es schon lohnenswert. Von der Classic zum Deluxe sind es immerhin 15€. Oder anders ausgedrückt kostet die Deluxe den 1,5-fachen Preis der Classic. Die Crossover kostet sogar fast das Doppelte! Bei einer Harp fällt das vielleicht nur mäßig ins Gewicht, bei 10 Harps schon reichlich. Abgesehen davon finde ich die Preiserhöhung der Deluxe seit dessen Einführung einfach unverschämt. Man muss nicht alles unkritisch unterstützen.

Dazu muss ich sagen, dass ich eine Standbohrmaschine habe und mir einen Holzklotz so zurechtgearbeitet habe, dass er als Vorrichtung dient. So muss ich nicht einspannen und spare etwas Zeit.

Ich ersetze alle Deckelnägel und Plattennägel mit Durchgangsschrauben und Muttern. Dabei werden nie alle Nägel entfernt, damit die Deckel bzw. Platten beim Bohren nicht verrutschen. Wenn die eine Hälfte geschafft ist, werden die Schrauben montiert und die andere Hälfte gebohrt.
Du suchst ein gutes Lehrbuch? Nimm meins!
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pflyez
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Beitrag von pflyez » 16.03.2018, 20:04

Gibt es eigentlich noch eine andere Moeglichkeit die Marine Band grob zu reinigen ohne sie * aufzuschrauben*? Was haltet ihrzum Beispiel davon, sie mit Wasser auszuspuelen? Finde dazu immer wieder sehr wiederspruechliche Meinungen...

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Juke
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Beitrag von Juke » 16.03.2018, 20:47

Bei der Classic wäre ich mit Wasser sehr vorsichtig, da das Holz des Kanzellenkörpers - meines Wissens nach - nicht versiegelt ist. Durch das Wasser quillt das Holz sofort auf. Dadurch wird die Harp zwar erstmal richtig dicht, weswegen manche ihre Harp vor dem Spielen wässern - das habe ich früher bei der Hohner BluesHarp auch gemacht. Beim Trocknen zieht sich das Holz wieder zusammen und dabei kann es dann zu Undichtigkeiten kommen. In trockenem Zusatnd kam aus meinen alten BluesHarps so gut wie nichts mehr heraus. Die Nägel können sich lockern, die Schalldeckel rosten innen, die Stimmzungen laufen an. Wasser ist ohne gründliches anschließendes Trocknen nicht gut für unsere kleinen Lieblinge. Ohne Auseinanderbauen geht das nicht ...

Schöne Grüße
Dirk
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Beitrag von pflyez » 28.04.2018, 18:14

Danke für die ausführliche Erklärung, Juke. Ich habe mich jetzt endlich einmal dazu durchgerungen die Marine Band aufzumachen, da einige Ziehtöne überhaupt nicht mehr kamen. Hat soweit alles einigermaßen gut geklappt, aber ich war ein wenig erschrocken als ich den Holzkamm sah. Er ist teilweise schwarz gefärbt ( vielleicht Schimmel?) und hat auch 2 kleine Haarrisse. Hab mal ein Foto gemacht um eure Expertenmeinungen hierzu zu hören. Ich hoffe ihr könnt Entwarnung geben, schon wahnsinn wie schnell “Marine” mir ans Herz gewachsen ist ^^

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Juke
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Beitrag von Juke » 28.04.2018, 19:17

Ohne dir jetzt eine konkrete Hilfe geben zu können - für mich sieht das nach recht unappetitlichem Schimmel aus - ist dein Foto ein guter Beleg dafür, dass die Versiegelung des Kanzellenkörpers bei der MB Deluxe, der Crossover und der Thunderbolt absolut sinnvoll ist und - aus meiner Sicht - auch den Mehrpreis der Deluxe rechtfertigt.

Selbst bei Harps mit eigentlich versiegeltem Kanzellenkörper aus Holz merke ich einen Unterschied an der Zunge gegenüber Harps mit Kamm aus Kunststoff. Letztere sind mir lieber und deshalb spiele ich inzwischen fast ausschließlich Seydel Session Steel. Neben dem für mich angenehmeren Kamm aus Plastik (mit leicht abgerundeten Kanten) hat die Session Steel Stimmzungen aus Edelstahl, die zum einen die Stimmung halten und zum anderen ewig halten. Meine beziehe ich von Ben Bouman, der sie für einen - wie ich finde - geringen Aufpreis perfekt einstellt.
Wenn man nicht so viele Harps hat und sich noch nicht auf eine bestimmte Sorte eingespielt hat, kann es durchaus sinnvoll sein, mal ein wenig auszuprobieren.

Schöne Grüße
Dirk
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Beitrag von pflyez » 28.04.2018, 19:48

Ohje ich habs befuerchtet. Naja kann man nichts machen... gibt es eigentlich die Möglichkeit einen Plastikkanzellenkörper in die Marine Band einzusetzen? Was du da von der seydel Session Steel erzaehlst klingt sonst auch echt top... Haje Schimmel auf der Marine, das zieht runter - muss heute abend beim Feiern wohl ein Bierchen extra fliessen ;) Danke Juke, du hast mir auf jedenfall gut geholfen

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Beitrag von Juke » 28.04.2018, 21:23

Na ja, einen neuen Kamm kannst du auch im Hohner-Ersatzteil-Shop bekommen: http://www.hohner-cshop.de/Mundharmonik ... d-Classic/
Eventuell kannst du auch auf den versiegelten Kanzellenkörper der Deluxe umbauen: http://www.hohner-cshop.de/Mundharmonik ... nd-Deluxe/

Kein Grund zu verzweifeln! Es wird besser!

Schöne Grüße
Dirk
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Beitrag von Mario » 29.04.2018, 14:45

Jetz mal halblang. Erstmal ist auf dem Foto gar nicht zu erkennen, um was genau es sich handelt. Es ist allerdings vollkommen normal, dass sich Feuchtigkeit aus deinem Atem und Spucke absetzt. Das ist bei keinem Werkstoff anders. Bei Holz führt die Feuchtigkeit dazu, dass das Holz dunkel wird. Grünlich kann es auch dann werden, wenn sich von der Messingstimmplatte Patina absetzt, die sich durch die Feuchtigkeit gebildet hat. Mit Schimmel hat das nichts zu tun. Schimmel kann sich auch auf Kunststoff bilden. Essen und Mundharmonika verträgt sich eben generell nicht gut. Das ist kein Problem, wenn man sich entsprechend verhält.

Das Gespräch auf Kunststoffkanzellenkörper zu lenken, finde ich nicht hilfreich. Das erzeugt, wenn die Erfahrung noch fehlt, eher Verwirrung und unbegründete Bedenken. Zumal ausgerechnet die Session Steel in jeglicher Hinsicht eine ganz andere Harp ist. Im Übrigen ist der Kanzellenkörper der MB Classic inzwischen sehr wohl versiegelt, was sich durch das nicht mehr auftretende Aufquillen bemerkbar macht. Früher war er vorne lackiert, platzte aber sehr schnell ab und hinterließ dann blankes Holz. Der Kanzellenkörper der Deluxe ist auf den auf dem Foto gezeigten Flächen nicht versiegelt, sondern nur an den schmalen Flächen.
pflyez hat geschrieben:Danke Juke, du hast mir auf jedenfall gut geholfen
Was die Schimmelfrage betrifft, würde ich das Gegenteil behaupten. Siehe oben.
Du suchst ein gutes Lehrbuch? Nimm meins!
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