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UNI
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Beitrag von UNI » 14.03.2018, 06:26

Hallo,
könnte es bei den Seydel-Session-Deckeln sein, daß diese sich verziehen, wenn die Befestigungsschrauben etwas zu heftig angezogen werden. Schließlich kommt nach fest - ab und vorher erst noch krumm. Ich muß 'mal bei meinen Deckeln nachsehen, wie es da aussieht. Auffällig war allerdings bisher keine von den zwölf.
Gruß & Blues aus Thüringen
von
UNI

Adam_Lark
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Beitrag von Adam_Lark » 14.03.2018, 06:59

Das mit dem Verziehen kann man wahrscheinlich nicht ausschließen. Ich glaube mich aber daran zu erinnern, dass die schon immer so war. Ich glaube es ist auch eher Design und Fertigungstoleranz. Design, weil es an der Ecke einen Absatz gibt und z.b. die vordere Kante der der Deckplatten nicht wie bei Hohner auf eine Nut in der Stimmplatte trifft. Und Toleranzen sieht man z.B. daran dass die Deckplatte auch rechts links nicht mittig sitzen.

Gruß

Adam
Blues will never die...

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UNI
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Beitrag von UNI » 14.03.2018, 07:20

Bei den Seydel-Session sitzen die Deckel an der Vorderseite an einer leichten Kante des Kanzellenkörpers, an der ich mich beim Aufsetzen des Deckels orientiere, es ist keine Nut, aber eine ganz kleine Kante, hinter der der Deckel sitzen sollte. So schließen dann die Vorderkanten von Stimmplatte und Deckel genau bündig ab und der Kanzellenkörper steht noch ein kleines Stück vor (ist auf dem Foto von triona bei der Session Steel zu erkennen).
Gruß & Blues aus Thüringen
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harp-addicted
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Beitrag von harp-addicted » 14.03.2018, 10:55

triona hat geschrieben: Versuche, die gewölbte Form ein ganz klein bisserl zu überbiegen. Dann das Überbogene anschließend sehr sorgfältig....
Ganz großes Kino bei einer Harp für 74,95€

Bei den 1847ern ist es mal mehr mal weniger schlimm. Vielleicht bin ich auch bloß dünnhäutig.
Wie gesagt, viel spielen und wenig reinigen, dann gibt sich das :-D

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triona
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Beitrag von triona » 14.03.2018, 14:17

harp-addicted hat geschrieben:
triona hat geschrieben: Versuche, die gewölbte Form ein ganz klein bisserl zu überbiegen. Dann das Überbogene anschließend sehr sorgfältig....
Ganz großes Kino bei einer Harp für 74,95€

Bei den 1847ern ist es mal mehr mal weniger schlimm. Vielleicht bin ich auch bloß dünnhäutig.
Wie gesagt, viel spielen und wenig reinigen, dann gibt sich das :-D

Meine Vorschläge für eine behelfsmäßige Abhilfe waren gemeint für den Fall, daß - wie von Adam beschrieben - bereits an der MuHa mit einer Zange herumgebogen worden ist. Oder aber, wenn es sich nicht mehr um ein neues Instrument handeln sollte, das noch reklamierbar ist.


Wenn du meine Ausführungen vollständig gelesen hast, müßte dir eigentlich aufgefallen sein, das sowas in meinen Augen ganz klar ein Reklamationsgrund ist, selbst wenn es sich nur um das Modell für 50 oder für 29,95 € handelt. Ich meine da eine Überschreitung der gegebenen Fertigungstoleranzen in einem Maß, daß man sich bei der Nutzung Verletzungen zufügen kann.

Schließlich trifft das ja auch nicht bei allen Instrumenten von Seydel zu. Ich habe z.B. ca 40 Stück davon. Diese stammen aus insgesamt fast 20 Produktionsjahrgängen. Und bei all denen ist das nicht so, daß man sich beim Spielen verletzen kann. Zu sehen ist allerdings, daß die Fertigungstoleranzen insgesamt schwankend sind. Das heißt die Dinger sind mal so und mal so, Spalt an dieser Stelle mehr oder weniger groß, von nahezu Null bis schon deutlich mit dem bloßen Auge erkennbar. So groß wie bei der orangenen Session Steel auf dem Bild von Adam ist es bei mir bei keiner.

Wie groß der Anteil solcher Fälle am Gesamtausstoß ist, kann ich nicht sagen. Wahrscheinl kann das nicht mal Seydel. Wenn es ihnen nämllich auffallen würde, könnten sie es ja auch gleich abstellen. Zumindest sollten sie das in Zukunft versuchen, da es ja jetzt einmal als Problem wahrgenommen und zum Ausdruck gebracht worden ist. Ich weiß allerdings nicht, ob die hier regelmäßig mitlesen, wenn es ihnen niemand sagt. Wahrscheinlich eher nicht.

Schwankungen bei der Sorgfältigkeit bei Herstellung und Endkontrolle sind mir wohl bei Seydel schon öfter mal aufgefallen, seit ich die kenne. Bezeichnender Weise handelte es sich dabei meistens um schief montierte Deckel. :idea: Begründete Reklamationen (wie z.B. Stimmzungenbruch nach sehr kurzer Zeit) sind bisher allerdings in der Regel zufriedenstellend behandelt worden. Mit den Deckeln hatte ich keine echten Probleme. Bis auf eine konfigurierte Fanfare, bei der deswegen der Schalltrichter nicht richtig hält und auch nur sehr schwer montierbar ist. Das habe ich aber auch erst festgestellt, als ich die schon ein paar Jahre lang hatte. Vorher gabs diese Schalltrichter noch nicht.

Schau hier: https://www.youtube.com/watch?v=zq1Vgwvockc Es passiert beim 3. Stück auf der Aufnahme, ca bei 5:05. Ist zwar klein bisserl peinlich, wenn das gerade auf einer Bühne passiert, aber auch nicht wirklich schlimm. Sozusagen kleines Kino - gerade noch groß genug für ein Jutub-Filmchen. :lol: Bei einem Instrument, das (damals) an die 150 € kostete, sollte allerdings auch so etwas nicht vorkommen. Da waren einfach die Löcher für die Deckelverschraubung nicht genau an der richtigen Stelle, sondern 1 mm oder so daneben.


liebe grüße
triona
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
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Beitrag von drstrange » 14.03.2018, 16:09

triona hat geschrieben:Bild

Bild


Das was auf den vergrößerten Bildern in der Mitte des Kreises schwarz zu sehen ist, dürfte der von dir gemeinte Spalt zwischen Deckel und Stimmplatte sein. Sieht in der Tat nach einer gewissen Fertigungstoleranz aus. Wenn das wirklich stört, hilft wohl nur nacharbeiten oder die Deckel reklamieren.

liebe grüße
triona
Bei der Session steel darf normalerweise die reedplatte nicht unter dem
Deckel hervorschauen. Deshalb gehört der Deckel mMn weiter nach rechts.
Mir siehts auch aus als sein die Befestigungsschraube schief drin, eben so,
daß der Deckel zu weit links aufliegt.
Zuletzt geändert von drstrange am 15.03.2018, 05:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von triona » 14.03.2018, 16:56

So langsam verdichtet sich mein schon länger gehegter Verdacht, daß die Endmontage von Zeit zu Zeit ein gewisser Schwachpunkt in der Fertigung bei Seydel zu sein scheint. Wenn man das nur immer mal wieder an Einzelfällen festmacht und diese dort mal zur Sprache bringt, dann verpufft das meistens ins Leere. Aber anscheinend gibt es hier ja über die Jahre hinweg eine gewisse Häufung. Die sollten vlt wirklich mal untersuchen, ob da irgendwo der Wurm drin ist.

Ich werde mal bei nächster Gelegenheit den Bertram oder den Arnd drauf aufmerksam machen. Da kann es nicht schaden, wenn noch ein paar mehr Erfahrungen berichtet werden. Schließlich haben sie in den letzten Jahren schon manches verbessern können, was da immer mal wieder im Argen lag. Und sie sind auch nicht so groß, daß sich da nicht noch etwas bewegen könnte. Und daß die linke Hand schon lange nicht mehr weiß, was die rechte tut.


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Beitrag von Adam_Lark » 14.03.2018, 21:48

Boris hat Recht, die schreibe war tatsächlich etwas schief und ich habe den Deckel mittiger plazieren können.

Gruß

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Beitrag von triona » 14.03.2018, 23:10

Und hat es geholfen?
Dann erhebt sich natürlich die Frage: War das schon bei der Auslieferung so schief oder hast du die Schraube selber irgendwann einmal schief reingedreht?
Und was ist mit den anderen?


liebe grüße
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Beitrag von drstrange » 15.03.2018, 05:25

Ich hab ja alles Session steel und kann sagen, es ist immer ein Gefuzzel
bis man die Covers am richtigen Platz befestigt hat, weil ja die Schrauben an
Stellen sitzen, die noch einen Abstand zur Kanzelle haben. so kann es schnell
passieren, das die Covers beim Anschrauben sich verschieben oder schief
fixiert werden, weil den Schrauben die natürliche Führung fehlt, die jedes
andere Modell hat, wenn die Löcher der Covers direkt fest auf der Kanzelle
bzw. der Reedplatte draufliegen. Bei meinen knapp 20 Session steel war
aber nie eine von Hause aus am Anfang irgendwie schief oder so blöd
draufgeschraubt, wie oben gezeigt. Die Covers waren bei meinen Sessions oder
Session steels immer korrekt befestigt. Da schaue ich vorher schon nach, weil
ich mir nicht die Lippen aufschneiden will. Und niemals darf an einer Stelle die
Reedplatte so rausschauen. Die ist von dem Cover normalerweise rundum fest
umschlossen und die Covers liegen satt auf der Kanzele auf.
Zuletzt geändert von drstrange am 15.03.2018, 05:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Adam_Lark » 15.03.2018, 05:28

Kann schon sein, dass die im Original mittig war. Was die Spaltmaße angeht (und die waren ja eigentlich der Knackpunkt), hat es keine Auswirkung.
Aber die habe ich ja etwas kleiner biegen können, ist insofern akzeptabel jetzt.

Gruß

Adam
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Beitrag von drstrange » 15.03.2018, 05:31

Natürlich hat das auf das Spaltmaß einen Einfloß, denn genau so hoch wie die
Reedplatte ist, wird auch die Spalte breiter und läuft dann enger zu. Eine
perfekte Einklemmfalle.
Nachbiegen hilft natürlich auch noch mal extra. Hatte ich aber bisher nie nötig.
Vielleicht haben sich Deine Covers durch die falsche Montage und somit durch
die ungewöhnliche Spannung beim Draufschrauben nochmal extra ungünstig
verzogen??
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Beitrag von Adam_Lark » 15.03.2018, 05:49

Hallo Boris, ich stehe wohl auf dem Schlauch, muss an der Tageszeit liegen... Mich hatte ja in erster Linie der vertikale Spalt gestört, da hat doch die horizontale Lage keinen Einfluss drauf (außer vielleicht die schiefe Verschraubung verzieht die Deckplatte). Da habe ich wohl ein besonderes Modell erwischt...

Gruß

Adam
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