Diatonische Harp: Yonberg D2 Typhoon

Beschreibung und Kritik zu einzelnen Modellen. Keine Plauderecke!

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triona
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Beitrag von triona » 29.12.2017, 21:06

Nu isse angekommen.
Nach den ersten Anspielungen fürchte ich allerdings:
Auch wir werden wahrscheinlich keine Freunde. :(

Ich hab sie im Vergleich gegen eine 1847 gespielt, diese zwar schon ein paar Jahre alt, aber nur sehr selten gespielt und aus der Schachtel.
Obwohl da wohl die selben Stimmzungen drin sind - allerdings ist die Stimmplatte selbst aus einem anderen Material - spielt sich die 1847 nach meinem Gefühl leichter an. Zwar nur minimal, aber immerhin.

Nachdem ich mal reingeschaut habe - die Löseabstände hatte Daniel praktisch auf Null gestellt - und ich dies bisserl geändert hatte, wars bisserl besser. (Der Ausbau der Stimmplatten geht wirklich ruck-zuck.) Aber den Ton von der 1847 finde ich immer noch kräftiger und die Lautstärke einen kleinen Tick größer. Klangfarbe ist ansonsten die gleiche, was zu erwarten war.


Am meisten stört mich aber die zerklüftete Form des Instruments.
So weit, wie ich das Instrument gewohnheitsmäßig im Mund habe, stören mich laufend die drei Schrauben, und zwar auf beiden Seiten, und auch der Übergang zwischen dem - an sich wirklich sehr gut abgerundeten - Kamm / Körper und den Stahldeckeln. Die Ritze zieht sich quer über beide Lippen. Bei herkömmlicher Bauweise ist das nicht. Und auch diese seltsame dreieckige Kerbe ganz links kommt mir laufend in die Quere. Die Form ist also nix für meine Gusche. :(


Ach ja, und alle passen rein, bloß eine nicht ...

Bild

Bild



Könnte also möglicherweise bald wieder in den Gebrauchtinstrumente-Handel kommen. Wollte sie mir ja eigentlich auf Do-It runterstimmen. Aber da laß ich mir dann lieber gleich eine 1847 machen. Ist dann zwar bisserl teurer, aber die paßt dann auch richtig in meinen Mund.


So viel mal fürs erste.

liebe grüße
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daniel
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Beitrag von daniel » 29.12.2017, 22:43

...ach ja, auf null gelöst :shock: :-D
Wenns bei maximalem druck nicht blockiert isses ok für mich.

Derdaniel

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Beitrag von munkamonka » 29.12.2017, 22:53

naja, kommt immer drauf an, was maximaler druck heißt :-D
ist ja individuell verschieden...

hanni und nanni lösen bestimmt auch eher eng. :sme

die typhoon sieht widerlich aus...
........... ↓
... meiner meinung nach

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triona
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Beitrag von triona » 29.12.2017, 23:26

Du hast es jetzt bisserl krasser ausgedrückt. Aber anscheinend haben wir einen eher ähnlichen Geschmack, was die Formgestaltung betrifft. Das Ding hat irgendwie was von Darth Vader an sich ...

Ich würde ja noch darüber hinweg sehen, wenn das Ding wirklich merklich besser klingen würde. Aber wenn die Scharten im Maul wetzen und dann doch nicht mehr rauskommt als aus der herkömmlich geformten, die sauber hin- und her flutscht ...


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Juke
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Beitrag von Juke » 30.12.2017, 00:34

Vielleicht bestehen Unterschiede zwischen Storm und Typhoon?
Vinthor und ich haben eine Typhoon und sind ganz zufrieden. Daniel war nicht zufrieden mit seiner Storm und hat sie weiter verkauft. Triona hat jetzt die Storm und ist auch nicht zufrieden - wenn auch aus anderen Gründen als Daniel.

Ich würde nicht so weit gehen und das Aussehen der Yonberg als "widerlich" bezeichnen. Eher ungewöhnlich oder gewöhnungsbedürftig - Geschmacksache halt. Ist natürlich was anderes, wenn die Form der Harp die Spielbarkeit beeinträchtigt, wie es bei Triona der Fall zu sein scheint. Wenn sie einem nicht gefällt und man mit seinen Harps gut klar kommt, ist es doch gut. Wenn man mit Form und Spielbarkeit der Yonberg gut klar kommt, ist es doch auch gut.

Niemand wird gezwungen, eine bestimmte Harp zu spielen oder gut zu finden. Ich persönlich sehe Vorteile darin, wenn man Alternativen hat. Durch das Ausprobieren der Yonberg Typhoon ist für mich eine neue Alternative in Bezug auf für mich passende Harps hinzugekommen. Genau das wollte ich wissen und das weiß ich jetzt.

Also alles gut.

Meiner Meinung nach. :-D :-D :-D

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)

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Beitrag von daniel » 30.12.2017, 08:12

Nach allem was ich finden kann sind die alle 3 äusserlich gleich.
Aber es gibt ja (fast) immer zufriedene und unzufriedene. Ist doch ok.

Aber das der munka die neuen Lôseabstände bei den progressives vorgegeben hat wuste ich auch noch nicht. Ich dachte du wärst jetzt auch langsam mal in dem alter wo du selber gescheit lösen und auch damit umgehen kannst...

8)

Derdaniel

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Beitrag von munkamonka » 30.12.2017, 14:03

Progressive??
Wovon redest du? Ich bin in dem Alter, wo ich nicht mehr mitkomme bei dieser Art Rätsel...

xyx
... meiner meinung nach

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Beitrag von daniel » 30.12.2017, 15:08

Ach, jetzt hör aber auf, die neuen hohners heissen doch alle *.progressive

Derdaniel

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Beitrag von munkamonka » 30.12.2017, 15:33

Alter, ich weiß was progressive ist, aber wo ist mein Part in dieser Geschichte, ach egal, ich widme mich jetzt dieser Flasche Rotkäppchen Sekt und schaue Darts WM...
... meiner meinung nach

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Beitrag von triona » 30.12.2017, 16:02

Juke hat geschrieben:Vielleicht bestehen Unterschiede zwischen Storm und Typhoon?

Das hatte ich mir auch schon überlegt. Gut, die Wind hat Messing-Stimmzungen. Die lassen wir mal außen vor. Der einzige Unterschied zwischen Storm und Typhoon, der von Yonberg selbst erwähnt wird, ist eine besondere Oberflächenbeschichtung der Stimmplatten bei der Typhoon. Was auch immer das sein soll und wozu das gut sein soll, darüber schweigen sie sich bislang aus. Auch ist der Preisunterschied zwischen Storm und Typhoon nicht so gewaltig.

Da könnte man ja am ehesten noch mutmaßen, daß sich so etwas auf den Klang auswirken könnte, wenngleich ich mir das nicht so recht vorstellen kann. Aber genau da habe ich im Vergleich zu einer Original 1847 so gut wie keinen Unterschied hören können. Oder könnte es sein, daß diese Beschichtung einen Einfluß auf die Dichtheit des Instruments hat? Genaueres weiß man wohl nicht wirklich.

Vielleicht gibt es ja auch einen Zusammenhang zwischen dem Preis des Instruments und der Sorgfalt, mit der dies bei der Endfertigung, Stimmung und Einstellung behandelt wird. Diesen Verdacht hatte ich auch in der Vergangenheit schon bei den verschiedenen deutschen und japanischen Herstellern. Allerdings kann es auch immer wieder bei den teureren Serien vorkommen, daß diese aus der Schachtel nicht immer gleich sorgfältig eingestellt sind.


Wie dem auch sei. Schön daß es auch Leute gibt, denen das Instrument gefällt. Weitere Vergleiche sind ja vlt möglich bei einem der nächsten Treffen.


Hier noch eine Beobachtung zur Form der Yonberg, und zwar nicht zur äußeren Gestaltung, sondern grundsätzlich. Die Krümmung der ganzen MuHa ist genau in die entgegengesetzte Richtung, wie das bei allen bisher dagewesenen gekrümmten MuHas ist.

Bild

Blasrichtung von unten nach oben


Bild

Yonberg D2, Hohner Unsere Lieblinge, Hohner Contessa, Bandmaster Super
Blasrichtung jeweils von links nach rechts



Daß die entgegengesetzte Krümmung des Mundstücks keinen ungünstigen Einfluß auf die Spieleigenschaften hatte, hat mich eigentlich eher erstaunt. Vorteile konnte ich allerdings auch keine erkennen. Die etwas stärkere konkave Krümmung der Rückseite könnte allerdings möglicherweise Vorteile bringen bei der Handarbeit beim elektrischen Spiel (Cupping des Mikrofons). Da ich allerdings fast nie elektrisch spiele, ist das für mich nicht von Bedeutung, und ich habe es auch nicht ausprobiert.


liebe grüße
triona


Nachbemerkung:

Hier noch ein kleines Ratespiel :-D

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Beitrag von triona » 01.04.2018, 12:30

Der Unterschied zwischen den Baureihen "Storm" und "Typhon" ist ja die Beschichtung der Stimmplatten.

Hier äußert sich ein gewisser Christopher Conlogue (gemäß Beschreibung des Youtube-Kanals vermutlich ein Mitarbeiter von Yonberg, bzw deren authorisiertem Händler in USA) unter anderem zu dieser Beschichtung:
https://www.youtube.com/watch?v=9eJjXO_kcTE

Die Abkürzung PVD steht für (englisch) physical vapour deposition = deutsch: physikalische Gasphasenabscheidung.
Es handelt sich um ein neuartiges industrielles Beschichtungsverfahren, das u.a. eingesetzt wird als Korrosionschutz, Dampfsperre, Feuchtigkeitsschutz und zur Erhöhung der Säurefestigkeit des beschichteten Materials.
Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Physikali ... bscheidung

Wie in einigen der vorigen Beiträge bereits vermutet wurde, dürfte sich diese Beschichtung nicht auswirken auf den Klang und die Spielbarkeit des Instruments. Die einzige beabsichtigte und erzielbare Wirkung scheint eine Erhöhung der Haltbarkeit des Materials zu sein. Inwieweit dies in der Praxis tatsächlich erfahrbar und meßbar ist, und ob dies einen Mehrpreis von ca 10 % gegenüber dem Instrument mit den unbeschichteten Stimmplatten rechtfertigen mag, sei hier einmal dahingestellt. Möglicherweise ist es nur wieder mal die Erfindung eines neuen Vodoos mit dem sich den Kunden noch ein bisserl mehr Geld aus der Tasche ziehen läßt ...


Der Herr Christopher weist auch darauf hin, daß es nur sehr schwer möglich ist, die Deckel einer Yonberg-Harfe zu verbiegen. (Er sagt, es sei unmöglich.) Wie er allerdings die Deckel einer Seydel 1847 derartig verbogen gekriegt hat, wie in dem Video gezeigt, ist mir auch ein Rätsel. Mit normalem Spielen geht das sicher nicht. Mit roher Gewaltanwendung ist es allerdings möglich. Aber man muß schon heftig von beiden Seiten mit den Händen draufdrücken oder gar drauftreten, daß die Verbiegung nicht mehr zurückfedert, sondern bleibt.

Solche verbogenen Deckel kenne ich höchstens von uralten Hohner Bluesharps, deren Kantenfalze anscheinend etwas schwächer ausgeprägt waren. Wenn man allerdings mit einem Hammer drauf klopft, dann wird wahrscheinlich auch die Yonberg einknicken ... :mrgreen:


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Re: Diatonische Harp: Yonberg D2 Typhoon

Beitrag von Vinthor » 11.09.2018, 10:19

Hi zusammen,

da jetzt das Harpforum ja wieder online ist (YEAH!) muss ich unbedingt noch etwas zur Yonberg schreiben.

Ich finde die Harp immer noch von der Idee her wirklich überragend. Jedoch spiele ich sie nicht mehr. Die Gründe sind folgende:

- in den unteren Kanzellen 1-3 zieht sie doch irgendwo her Luft. Da ist die Thphoon nicht so dicht wie meine anderen Harps wie Crossover etc. - das fiel mir am Anfang gar nicht auf... komisch...
- sie ist halt doch recht hoch von der Bauform her - da ich viel Lip Pursing spiele und ich die Harp doch recht weit in den Mund nehme (zumindest mit der Oberlippe) sind mir die Crossover lieber.

Also letztendlich ist sie nicht meine Lieblingsharp geworden - war da am Anfang noch sehr euphorisch. Sie hat halt auch mega stärken wie die Hammer Wartungsfreundlichkeit und sie sieht auch zeitgemäßer aus. Alles Geschmackssache, mir gefällt beides.

Meine Traum-Harp sieht demnach jetzt so aus: eine Hohner Harp, so hoch wie die Crossover und die Grundform und Wartungsfreundlichkeit der Yonberg. Dabei muss sie dann nur noch so dicht sein wie eine Marine Band Crossover oder ähnliches und das wäre es für mich. :)

Mit unterschiedlichen Farben pro Tonart kann man mich dann noch glücklicher machen. :)

Vielleicht liest das ja ein Hohner-Mitarbeiter und schaut sich das ganze mal an. *träum*

Harmonische Grüße
Alex
Grüße
Vin :)

Man muss sich nicht verändern, es reicht wenn man sich entfaltet.

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Re: Diatonische Harp: Yonberg D2 Typhoon

Beitrag von triona » 11.09.2018, 10:35

Vinthor hat geschrieben:
11.09.2018, 10:19

- sie ist halt doch recht hoch von der Bauform her - da ich viel Lip Pursing spiele und ich die Harp doch recht weit in den Mund nehme (zumindest mit der Oberlippe) sind mir die Crossover lieber.
Das ist auch bei mir der Hauptgrund. warum ich mich nicht mit der Harfe anfreunden konnte.

Vinthor hat geschrieben:
11.09.2018, 10:19
Mit unterschiedlichen Farben pro Tonart kann man mich dann noch glücklicher machen. :)
Ich benutze seit neuestem diese hier:
https://www.thomann.de/de/reinhardt_gmb ... _notes.htm
Paßt gut auf die Stirnseite fast jeder MuHa - außer Yonberg. :lol: Aber die braucht das ja nicht.

Eine sehr wenig gespielte Yonberg "Storm" in D könnnte ich übrigens preisgünstig abgeben. Bei mir liegt sie nur herum. Bei Interesse bitte PN.


liebe grüße
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