Bluesbörse Bielefeld 08/17 - Don't Need No Doctor

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Juke
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Bluesbörse Bielefeld 08/17 - Don't Need No Doctor

Beitrag von Juke » 23.08.2017, 09:13

https://www.youtube.com/watch?v=ZuWhqBSnfVk

Sound und Lautstärke gehen so einigermaßen, finde ich. Der Amp war ein Blues Junior von Andy Grünert, das Mikro sein Bulletini.

Zu Hause spiele ich viel zu Platten dazu und versuche dabei, die Soli nachzuspielen, was mir etwas mehr als nur ansatzweise gelingt. Wenn ich auf der Bühne stehe, fallen mir die tollen Licks usw. dann aber nicht mehr ein und ich spiele entweder belangloses Zeug oder orientiere mich am Riff oder der Melodie des Stücks. Entsprechend bin ich nicht so richtig zufrieden mit dem, was ich spiele. Habt ihr Tipps?

Schöne Grüße
Dirk
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triona
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Beitrag von triona » 23.08.2017, 16:20

Ich kann mir schon in etwa vorstellen, was du gerne besser hingekriegt hättest. (Wie man es besser spielen kann, weißt du ja besser als ich. Hast es ja schon hingekriegt.)

Ich kenne das auch von mir selber. Da entdecke ich beim Üben ganz tolle Sachen und blase sie so lange, bis ich denke, sie müßten sitzen und wieder abrufbar sein. Aber manchmal klingt es schon am nächsten Tag nicht mehr so gut. Aber selbst wenn ich es sicher wiederholen kann, kommt es öfters vor, daß es dann auf der Bühne nicht halb so gut klappt. Manchmal merk ich es schon beim Spielen. Aber was ich dann beim Hören von Tonaufzeichnungen noch so an Fehlern entdecke, ist bisweilen schon grauslig.

Bei mir hilft da nur: immer wieder neu üben. Bis man es im Schlaf kann. Das hilft. Dann klappt es auch auf der Bühne unter oftmals schwierigeren Bedingungen immer besser.


liebe grüße
triona
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
frei nach Anton Günther

Ich hab nur einmal ganz kurz auf die Maus geklickt - ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Meine Nachbarn hören Mundharmonika - ob sie wollen oder nicht.

daniel
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Beitrag von daniel » 23.08.2017, 19:52

Ei dann komm doch emal am 07.09. nach Wetzlar, vielleicht gibts Inspiration.
Need no doctor spielen mir auch 🍻🕺😎

Derdaniel

Harmonica Frank
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Beitrag von Harmonica Frank » 23.08.2017, 20:55

@Juke
Ganz ehrlich? Mir gefällt was und wie du da spielst.

Irgendjemand hat mal gesagt (sinngemäß) ein guter Musiker spielt das, was dem Song gut tut. Und genau das machst du. Mit dem Solo drückst du deinen Stempel auf und bei dem Rest, das du als Orientierung am Riff oder der Melodie beschreibst, unterstützt du den Song und seine Wirkung. Ich find's klasse und wäre froh, wenn ich so weit wäre. Aber ich arbeite daran ;)

Also von mir gibt's ein :h .

Gruß,
Frank
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She left me a mule to ride
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The mule laid down and died

munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 23.08.2017, 22:11

ehrlich? ich finds auch nicht so schlecht. insbesondere am ende, nach dem solo. ich hab zwischendurch ganz vergessen, dass da ne harp spielt, das meine ich positiv, einfach mitgespielt, den sound in richtung blues (harp) gefärbt, ohne ständig auftrumpfen zu müssen. nicht schlecht.

das solo - naja, du sagst selbst, du hättest es gerne ein bisschen einfallsreicher. vielleicht einfach mehr improvisieren zu hause, nicht nur nachspielen?

was mich ehrlich stört, ist ein (nach meinem empfinden) 'falscher' ton gleich am anfang deines solos, bei 3:29, das 3 ziehen hätte ich unbedingt gebendet. die dur terz klingt irgendwie schief an dieser prominenten stelle.
...
... meiner meinung nach

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Beitrag von harpin_m » 24.08.2017, 13:25

Hallo Dirk.
also soviel Selbstkritik ist wohl fehl am Platz. Beim Lead-Gitarrensolo allerdings hättest du Dich vielleicht etwas mehr zurückhalten sollen.
Ich persönlich spiele gerne beim Solo zwei Verse, einmal mehr oder weniger die Melodie, das ist nämlich dann für die Zuhörer schon etwas Neues ud dann etwas freier zur Melodie.

Gruß Markus
Harpin_Markus spielt:
bei Harps gerne Paddy-Stimmung,
chromatische Mundharmonikas,
seit Neustem Bassmundharmonika
und Akkordmundharmonika

madhans
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Beitrag von madhans » 24.08.2017, 14:04

Also wirklich,

soviel Lob wäre jetzt auch nicht nötig gewesen. Ihr vergesst, der Juke übt heimlich! :shock: :-D

Gruß
CB

munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 24.08.2017, 15:03

madhans hat geschrieben:Also wirklich,

soviel Lob wäre jetzt auch nicht nötig gewesen. ...
CB
hast recht, soo gut isses auch wieder nicht :-D :-D
... meiner meinung nach

Juke
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Beitrag von Juke » 24.08.2017, 16:00

Gott sei Dank! Beinahe hätte ich geglaubt, ich könnte wirklich spielen ... :-D

Nee, im Ernst, Tipps sind hilfreich: 3 benden, beim Solo anderer noch mehr zurückhalten, ... Da kann ich schon mal was mit anfangen. Aber vielleicht kommen ja noch mehr Tipps.
Und das Einzige, was ich übe, ist "Juke"*. :P :-D

Schöne Grüße
Dirk




* ... und "Easy". Und "The Sad Night Owl"**. Und "Help Me". Und "Steady". Und "Juke". Und "Juke". Und ab und an auch mal "Juke". Oder mal was in d-moll. Oder g-moll. Oder c-moll. Oder einfach so mal was improvisieren ... :-D

** Weiß jemand, was das für 'ne Tonart ist? Vielleicht e-moll?
https://www.youtube.com/watch?v=upT-yH30twQ
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harp-addicted
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Beitrag von harp-addicted » 24.08.2017, 16:41

Juke hat geschrieben:** Weiß jemand, was das für 'ne Tonart ist? Vielleicht e-moll?
https://www.youtube.com/watch?v=upT-yH30twQ
Mal auf die Schnelle reingehört:
Ich meine, es ist G-Dur.
edit: falsche Tabs gelöscht
Zuletzt geändert von harp-addicted am 24.08.2017, 20:30, insgesamt 1-mal geändert.

Juke
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Beitrag von Juke » 24.08.2017, 17:03

No OBs, please. Ich nehme - wie Mitch - die Chrom in C. Die hat einen Schieber, den man bei dieser wunderschönen Melodie mal so richtig nutzen kann!

edit:
Jo, hast Recht mit G-Dur. Mein Bruder hat Plan von der Materie und hat mir mal eben die komplette Partitur der Melodie für Harp, Gitarre (Akkorde), Bass und Drums notiert. Ein Kreuzchen, Vier-Viertel-Takt. Er schreibt des öfteren Arrangements für Big Band und Tanzorchester. Im wirklichen Leben sorgt er für Bild und Ton im WDR-Studio Dortmund.
edit off.

Und sonst? Fällt dir was zu meinem obigen Gedudel ein?

Schöne Grüße
Dirk
Zuletzt geändert von Juke am 26.08.2017, 10:13, insgesamt 1-mal geändert.
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harp-addicted
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Beitrag von harp-addicted » 24.08.2017, 21:55

Kann mich dem von beiden Markus geschriebenen anschließen.
Du neigst etwas zu oft zu spielen. Ich habe mir auch das "Easy" Video angeschaut.
Da ist das ähnlich bei den Gitarren-Soli.

Bei einem Solo eines anderen Instrumentes kann man ja mal pausieren.
Man kann sich dann am Ende des Solos in dem Turnaround wieder einklinken. Gut kommen
auch so kurze bläserartige Riffs. Dass machst Du ja auch hin und wieder in dem Video.

Was anderes ist es, wenn es im Solo mit einem anderen Musiker zu Call and Answer kommt
oder man spielt zusammen ein Riff unisono. Zum Ende Deiner zweiten Solo-Strophe spielt der Git/Sänger
dieses kurze Riff mit. Aber ihr seht euch nicht und kommuniziert nicht direkt.

Bei einem Song, den ich nicht kenne, spiele ich auch nicht sofort mit. Ich lass die erstmal alleine machen
und höre mir an, ob die vorher gemachten Ansagen (Tonart, Dur/Moll, Takt-Zahl) stimmen bzw. ich spiele mit, aber Mikro zu.

Oft spielt ein singender Gitarrist seine Fills selber. Da brauchts dan auch nur wenig/keine Harp.

Wie kommen die Licks ins Solo? Ich denke, die Licks, die man zu Songs so mitspielt, sind im Gehirn bei diesem
auch gespeichert. Deswegen sind die bei einem anderen Song auch nicht so ohne weiteres präsent.

Such Dir Backing Tracks (YT Quist Jam) in verschiedenen Tonarten und Geschwindigkeiten
und bau da immer wieder die selben Licks ein.

Wie man ein Solo aufbaut, ist ein Workshop füllendes Thema. Das wichtigste ist vielleicht,
nicht Lick an Lick zu reihen. Der Zuhörer kann nicht mehr folgen.
Dave Barret hat geschrieben "repetion is the key".
Mal ein Beispiel:
In den ersten 4 Takte eine Idee spielen.
Die in den nächsten 4 Takten wiederholen aber im letzten eine kleine Änderung.
In den letzten 4 nochmal und der Zuhörer ist am Ende gespannt, kommt die Abwandlung oder nicht oder ganz was anders.

Die erste Herausforderung ist schon mal 3 x 4 Takte das selbe zu spielen ;)

harp-addicted
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Beitrag von harp-addicted » 25.08.2017, 09:26

Beispiele für Standard Blues Schema:
A | A | A -> 1. Chorus von "Rocker" (Little Walter)
A | A | B -> 3. Chorus "Off The Wall" (Little Walter)

ein Abschnitt |....| steht für 4 Takte

Das Mitzählen der Schläge pro Takt ist hilfreich, um die Lickstrukturen auseinander halten zu können.

Einige Instrumentals von Little Walter zum Reinhören:
Rocker https://www.youtube.com/watch?v=fkHEeh3Cias
Off The Wall https://www.youtube.com/watch?v=0bnBhBkFq8I
Fast Boogie https://www.youtube.com/watch?v=IQ4J14U5PXc

Das sind Beispiele aus Workshop-Unterlagen von Dave Barret.
Es gibt das Thema auch in einem seiner vielen Bücher, weiß aber nicht in
welchem (bzw. welchen, er kopiert sich gerne selbst ;) )

munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 25.08.2017, 11:11

tja, das immer wieder kehrende thema 'wie spiele ich ein gutes solo...' ?wüsste ich auch gerne!
als tipp hätte ich, obwohl ichs auch nicht kann, trotzdem was in der tasche:

man kann sich der frage 'strukturell' nähern, oder in form von melodien. strukturell will heißen: die richtigen tonleitern lernen, die akkord-folgen beachten, im richtigen moment zu den richtigen akkorden die richtigen töne spielen. und dann auch wissen wo diese töne auf der harp liegen. also ungefähr so:
das stück geht los, ich weiß dass 2 ziehen passt, ist der grundton, kann ich ja mal kräftig dran ziehen. danach mal die bluestonleiter abwärts spielen. dann kommt der erste akkordwechsel (ich hab brav mirgezählt) und weiß, jetzt macht sich ein bending auf 3 ganz gut, oder 1 blasen, das wäre dann DER grundton. die tonleiter variire ich nach verschiedenen schemata: 2 mal wiederholen, 1 mal mit einer verzierung am ende, dann wieder den grundton spielen. oder so....

da ist nicht falsches dran, das kann man so machen, und die meisten machen es auch mehr oder weniger so.

das alles ist nix wert, finde ich, wenn man nicht gleichzeitig in melodien denkt. also so: ich höre harmonien, lege die harp WEG und stelle mir vor, was ich eigentlich dazu spielen will. ich denke weder an blues-scale, oder dorische oder mixolydische tonleitern oder an irgendeine pentatonik. ich will nur einfach eine passende melodie 'komponieren'. das geht am besten, wenn man singt. egal wie grottenschlecht. einfach die passende melodie, die die ich jetzt spielen würde, wenn ich's könnte, singen. DAZU braucht man musikalität. und dann stellt man eventuell fest, das es DAS ist, woran man arbeiten muss. das ist wie ein schriftsteller, der erst schreiben lernt, dann die theorie über einen roman-aufbau lernt, und dann auf einmal merkt, dass er jetzt einen inhalt braucht.

also, sorry für die lange vorrede: singen! ist die lösung. sing dein solo, und versuche es nachzuspielen. sing einzelne licks. hör dir musik an und sing die melodien nach. denk nicht in tabs (auf KEINEN fall in tabs), sondern in musik, also in melodien, und versuche das umzusetzen. dann entwickeln sich muster, patterns, bag of tricks, scales, der ganze kram von allein, dann kann man die beiden ansätze miteinander verbinden.

das mit dem singen hab ich mal bei jamey abersold gelesen, der pionier der playalongs (im jazz-bereich), das passt zu jedem instrument. man kann es überall praktizieren, in der badewanne, an der bushaltestelle (leise! ;) ) mit und ohne instrument.

viel spaß dabei

gruß
markus
... meiner meinung nach

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Beitrag von Juke » 25.08.2017, 11:56

Danke euch beiden!

Mit David Barrett hatte ich mich auch noch auseinander gesetzt haben wollen (kölsches Futur III ;)).
https://www.melbay.com/Products/99105M/ ... pts-1.aspx, https://www.melbay.com/Products/99110M/ ... pts-2.aspx und https://www.melbay.com/Products/99115M/ ... pts-3.aspx (Hier find ich einfach nur klasse, wie verschiedene Harpspieler Davids Playback mit eigenen Ideen und teils völlig unterschiedlich in einen spannenden Song verwandeln.)
(Zu allen sind die Audio Files übrigens downloadbar, wenn man die Bestellnummer des Buches kennt.)
Das scheint mir ein ziemlich "kopflastiger" Weg zu sein. Deswegen helfen mir da die Soundfiles, zu denen ich dann mitspiele, deutlich weiter. Bei Musik bin ich - scheint's - eher der "Macher" / "Nach-Macher" als der "gedanklich Durchdringer" ...

@Markus:
Ich glaube, das ist genau der Weg, den ich seit Jahrzehnten beschreite und wie ich überhaupt Harpspielen gelernt habe - abgesehen vom Zur-CD-Spielen. Zählen mache ich gar nicht. So überhaupt nicht. Wann welcher Akkord passt usw. ist irgendwie "drin" bei mir. Vermutlich durch Jahrzehnte des Hörens und Mitsummens / -singens. Dabei habe ich - glaube ich - auch kein Problem mit nicht-zwölftaktigen Stücken.
Auf jeden Fall auch ein sehr wertvoller Tipp für mich!

Schöne Grüße
Dirk
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