Bluesbörse Bielefeld 08/17 - Don't Need No Doctor

Eigene Aufnahmen und Gemeinschaftsprojekte.

Moderatoren: DocBen, harpX, Pimpinella

daniel
Beiträge: 1020
Registriert: 06.09.2005, 20:04
Wohnort: Wetzlar
Kontaktdaten:

Beitrag von daniel » 25.08.2017, 13:57

dann will ich auch nochmal was mit nüchternem kopp schreiben

ein paar dinge wurden schon gesagt.

erstmal zuhören ist schonmal top
licks die immer wieder kommen mit der gitarre mitzuspielen ist auch gut, dann aber auch Wirklich das was die git. macht und nicht "sowas in die richtung". das ist aber bei dieser (etwas merkwürdigen version von doctor) ja kein problem. wenns keine festen fills gibt sollte man so fair sein und sich über blickkontakt verständigen wer wann spielt, sonst gibts durcheinender. ins solo anderer spielen mag ich auch nicht, will ich auch bei mir nicht.
wenn man mit gitaristen schon länger spielt und sich ein gewisses feeling einstellt "spürt" man, was wie kommen wird und kann "spontane" unisonofills machen. das geht aber nicht ohne dass an sich länger kennt.
was wichtig ist und was mir immer wieder auffällt:
sieh dir mal an wie die gitarristen dastehen und wie du dastehst. die gitarristen lassen sprichwörtlich die eier raushängen und spielen auch so.
"bämm, jetzt spiel ich" bewusst und so wies sein soll. bei dir hab ich manchmal den eindruck "mal vorsichtig testen obs passt, soll ich oder doch nicht?" WENN man spielt, dann "richtig", NIE zaghaft!. 80% ist show!
-zu den soli: nicht immer nur harp denken. wie ist es mit: was würde ein piano tun, was würde eine orgel machen, was würde ein bläsersatz tun, kann ich das solo der gitarre übernehmen? manche lieder geben mehr her um melodieteile oder läufe zum improvisieren zu übernehmen als diese version des doctors. könnte man aber nicht trotzdem ray charles ins solo einfliessen lassen?

derdaniel

Juke
Beiträge: 1557
Registriert: 24.04.2014, 08:36
Wohnort: die Metropole im südlichen Ostwestfalen

Beitrag von Juke » 25.08.2017, 14:36

daniel hat geschrieben:sieh dir mal an wie die gitarristen dastehen und wie du dastehst. die gitarristen lassen sprichwörtlich die eier raushängen und spielen auch so.
"bämm, jetzt spiel ich" bewusst und so wies sein soll. bei dir hab ich manchmal den eindruck "mal vorsichtig testen obs passt, soll ich oder doch nicht?" WENN man spielt, dann "richtig", NIE zaghaft!. 80% ist show!
Da sprichst du einen Punkt an ...

Am selben Abend, Andy Grünert - etliche Jahre Bühnenerfahrung: https://www.youtube.com/watch?v=-GFYBlie4yg

Und noch ein Harper, dessen Namen ich leider nicht weiß:
https://www.youtube.com/watch?v=YNl_V7hPzVQ

Ich denke, dass ich - bezogen auf das was du meinst - eher weniger der "Andy-Grünert-Typ" bin ... Aber das ist noch mal ein neues Kapitel. Das aber möglicherweise mit dem ersten zusammen hängt.

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)
MOSTly Blues

daniel
Beiträge: 1020
Registriert: 06.09.2005, 20:04
Wohnort: Wetzlar
Kontaktdaten:

Beitrag von daniel » 25.08.2017, 16:56

Andy grünert spielt in dem link durchgängig mit dem rücken zum Publikum ....
Auch sone unart
Und der 2.versteckt sich durchgängig hinter seinem mic.
Wenn man gerade "nicht dran ist" bleibt man trotzdem teil der show. Das vergessen auch so viele. Dann kann man sich trotzdem bewegen, "tanzen", klatschen, schnippsen, rhythmusei, was such immer. NIE verstecken!

Derdaniel

UNI
Beiträge: 125
Registriert: 14.06.2016, 06:53
Wohnort: Seebergen in Thüringen

Beitrag von UNI » 26.08.2017, 09:18

Hallo,
ich kann die Vorgehensweise von Juke nur bestätigen. Ich mache das ebenso, früher zu Tonbandaufnahmen (wer hatte in der DDR schon Original-LP's) und heute zu CD`s. Man hört etwas, das einem gefällt und es reizt einen, zu probieren, welche Tonart es ist und ob man dabei mitspielen kann. Ich habe dabei einen CD-Player über einen Verstärker laufen und stelle dann den, worüber ich spiele, dazu passend ein. Ob man dabei alle musiktheoretischen Regeln einhält oder nicht, merkt man spätestens, wenn es miserabel klingt.
Es meckert auch keiner der "Digitalen Mitspieler", wenn man ein Stück gefühlte hundert Mal wiederholt, höchstens die Ehefrau.
Mit Gruß & Blues
aus Thüringen
UNI

harpin_m
Beiträge: 62
Registriert: 18.06.2017, 15:31

Beitrag von harpin_m » 26.08.2017, 10:40

Aha,
da ich dieses Forum für sehr seriös halte, gibt es Bielefeld anscheinend doch.
Gruß Markus
Harpin_Markus spielt:
bei Harps gerne Paddy-Stimmung,
chromatische Mundharmonikas,
seit Neustem Bassmundharmonika
und Akkordmundharmonika

harpin_m
Beiträge: 62
Registriert: 18.06.2017, 15:31

Beitrag von harpin_m » 26.08.2017, 10:52

Hallo,

@ Wolfgang: Ich kann ein Stück erst dann spielen, wenn ich es ( für mich mit- ) singen kann, da bin ich voll bei Dir. Mir hilft es beim Solo auch, den Text verschiendener Liedstrophen im Kopf zu haben, die sich ein einem Song ja oft unterscheiden und so kann ich unterschiedliche Soli generieren.

@ Don´t ... der Gitarrist fängt schon mit einem paterren Witz an und so macht er eigentlich weiter, gerade der Song hätte call und response vertragen.

Gruß Markus, der jetzt für den echten Blues ins Stadion geht.
Harpin_Markus spielt:
bei Harps gerne Paddy-Stimmung,
chromatische Mundharmonikas,
seit Neustem Bassmundharmonika
und Akkordmundharmonika

harp-addicted
Beiträge: 496
Registriert: 24.05.2013, 20:03
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Beitrag von harp-addicted » 26.08.2017, 15:50

Hi,
das mit dem Singen hat Munkamonka ins Spiel gebracht. Und ja, bei einem Song mit ungewöhnlicher
Akkordfolge mach ich es genau so. Ich nehme den Text und auch noch die Akkordfolge zu Hilfe bzw. höre mir die
Gesangsstrophen an. Erst dann komme ich von der Melodie weg zum Solo (jedenfalls ab und zu).

Aber das geht bei einer Session nicht. Eine der ursprünglichen Fragen war ja, wie kriege ich die
mir bekannten Licks spontan in ein Solo. Und da meine ich, dass es am leichtesten gelingt, ein Lick, das ich aus
einem Song übernehme, zu Playalongs zu spielen, also in immer anderen Zusammenhängen.

Einfach mal das ta tä tä tä tätä aus Juke im Turnaround spielen...

Antworten