Hilfe bei Songtext Übersetzung

Hör / Sieh dir das mal an!

Moderatoren: DocBen, harpX, Pimpinella

harp-addicted
Beiträge: 601
Registriert: 24.05.2013, 20:03
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von harp-addicted » 15.04.2019, 20:12

Ich verstehe einige Passagen nicht. Leider hat Billy Branch auch noch ein kleine S-Problem.
Der Song heißt "The Blues Follow Me Around" hier unter
https://www.youtube.com/watch?v=zsDnqKK-j0I

No matter where I go, you know, the blues seem to follow me around
1:08 No matter what I do, you know, the blues seem to follow me around
Sometimes I feel like a cane, who has ?....end on the ground.

Every time I stand up, you know, the blues knock me down to the ground
1:53 Every time I stand up, you know, the blues knock me back down to the ground
It's a new sort of ?abbreviation / aviation?, every time I turn around

Someday baby, you know, my luck is bound to change
Someday baby, you know, my luck is bound to change
My heart won't be so happy, and my mind won't be clouded with pain

Every time I stand up, you know, the blues knock me down to the ground
5:50 Every time I stand up, you know, the blues knock me down to the ground
You know, I feel like a cane, who has ?....end on the ground.

Juke
Beiträge: 1791
Registriert: 24.04.2014, 08:36
Wohnort: die Metropole im südlichen Ostwestfalen

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Juke » 15.04.2019, 21:47

No matter where I go, you know, the blues seem to follow me around
No matter what I do, you know, the blues seem to follow me around
Sometimes I feel like a can, who has to wa-ay fall to ground

Every time I stand up, you know, the blues knock me back down to the ground
Every time I stand up, you know, the blues knock me back down to the ground
It's a new source of aggravation, every time I turn around

Someday baby, you know, my luck is bound to change
Someday baby, you know, my luck is bound to change
My heart won't be so heavy, and my mind won't be clouded with pain

Every time I stand up, you know, the blues knock me down to the ground
Every time I stand up, you know, the blues knock me back down to the ground
You know, I feel like a can, who has to wa-ay fall to ground

Das höre ich da raus ... ohne Anspruch auf Irgendwas.
Die Liner Notes der CD geben leider auch nicht mehr her. Der Song stehe in der Tradition von Robert Johnsons Hellhound on my Trail, der Blues als personifizierter Stalker.
Geile Nummer übrigens.

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)

Und in Bezug auf neues Zeugs (Harps, Amps, Mikros, Effekte usw.) wusste bereits Schiller: Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

harp-addicted
Beiträge: 601
Registriert: 24.05.2013, 20:03
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von harp-addicted » 16.04.2019, 10:42

Hi Dirk,
schon mal vielen Dank.

Mein Gott, "aggravation" kannte ich ja nun überhaupt nicht. Macht aber hier Sinn.
Das "can, who has to wa-ay fall to ground" passt zumindest lautmalerisch :)

Die CD Billy Branch ‎– The Blues Keep Following Me Around höre ich z.Zt. rauf und runter.
Ich finde, die ist eine gute Mischung von traditionell und moderner gespielter Harp, ohne
das Hochtongeschraddel zu übertreiben. Und er singt passabel.

Christines meadow
Beiträge: 482
Registriert: 25.05.2011, 15:29
Wohnort: Nähe Cochem/Mosel

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Christines meadow » 16.04.2019, 10:54

[quote=harp-addicted post_id=112521 time=1555359132 user_id=2470]
Ich verstehe einige Passagen nicht. Leider hat Billy Branch auch noch ein kleine S-Problem.
Der Song heißt "The Blues Follow Me Around" hier unter
[url]https://www.youtube.com/watch?v=zsDnqKK-j0I[/url]

Hallo,
ich habe alle Wörter die sich zu Deinem Text ändern, in Großbuchstaben geschrieben. Das Wort Blues musst Du im ganzen Text durch Blue ersetzen (ich bin total am Boden, Depression). (von I feel so blue)
CAN, WHO HAS TO WASTE ON .... = wie eine Dose die am Boden verrotten muss. (eigentlich höre ich auch Cane: "Stock", der am Boden verroten.muss. Aber wenns sehr dialektisch geschnörgelt ist, kann es auch Can sein.
It's a new sort of ABBREVATION = jedes Mal wenn ich mich umdrehen, ist es eine neue Art der Umleitung (im Leben)
So hört es sich für mich schlüssig an!
Gruß Christines meadow

No matter where I go, you know, the BLUE seem to follow me around
1:08 No matter what I do, you know, the BLUE seem to follow me around
Sometimes I feel like a CAN, WHO HAS TO WASTE ON the ground.

Every time I stand up, you know, the BLUE knock me BACK down to the ground
1:53 Every time I stand up, you know, the BLUE knock me down to the ground
It's a new sort of ABBREVATION every time I turn around

Someday baby, you know, my luck is bound to change
Someday baby, you know, my luck is bound to change
My heart won't be so HEAVY, and my mind won't be clouded with pain

Every time I stand up, you know, the BLUE knock me down to the ground
5:50 Every time I stand up, you know, the BLUE knock me back down to the ground
You know, I feel like a CAN, WHO HAS TO WASTE ON the ground.
Thank you for the music, the songs I'm singing .........
und "jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, aber nicht in die Harp"

Juke
Beiträge: 1791
Registriert: 24.04.2014, 08:36
Wohnort: die Metropole im südlichen Ostwestfalen

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Juke » 16.04.2019, 11:16

Bei der "source of aggravation" bin ich mir eigentlich sehr sicher. Mehrfach konzentriert mit dem Kopfhörer gehört und da meine ich, sowohl das "source" als auch die Gs in "aggravation" deutlich rauszuhören - "eine neue Quelle der Erschwerung/Verschärfung" passt meiner Meinung nach auch inhaltlich.
Mit der "can" könntest du Recht haben.

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)

Und in Bezug auf neues Zeugs (Harps, Amps, Mikros, Effekte usw.) wusste bereits Schiller: Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

triona
Beiträge: 1368
Registriert: 21.09.2014, 18:56
Wohnort: Aue
Kontaktdaten:

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von triona » 16.04.2019, 12:51

Nach meinem Empfinden und Hörverständnis ergibt aggravation inhaltlich mehr Sinn. Mit a' can kann rein vom Lautverständnis auch I can (=ich kann) gemeint sein, was sehr häufig genau so ausgesprochen wird. Aber a can (= eine Kanne, Dose) ergibt mehr Sinn. Notfalls ginge auch noch a cane (= ein Stock, eigentl aber eher Spazierstock / oder in sugar cane = Zuckerstange, Lutscher). Im zweiten Gang höre ich allerdings recht eindeutig waa-ay (way) fall to the ground.

Mehr geben meine eigentl auch recht guten Englischkenntnisse nicht her. (Aggravation kannte ich allerdings auch noch nicht.) Da müßte man schon den Urheber selbst fragen. Typisches Bluesgeschwurbel eben. Das mußt du etwa so singen oder lassen. Durch gezielt undeutliche Aussprache läßt sich der Vortrag durchaus "authentisch" gestalten. :-D Wobei der Sänger in dieser Aufnahme eigentlich insgesamt recht deutlich singt, wenn ich da so mit manchen anderen vergleiche. Ist halt inhaltlich bisserl verschroben.


Und wenn du es übersetzen und auf Deutsch singen willst, mußt du halt bzw kannst du auch mehr oder weniger frei nachdichten, so daß es wenigstens auf Deutsch einen glaubwürdigen Sinn ergibt. Aber nach meiner Meinung lohnt eine Übersetzung eines solchen Texts nicht. Das typische "Bluesgefühl" würde da sicher weitgehendst auf der Strecke bleiben. Und einen inhaltlichen Erkenntnisgewinn für Zuhörer, die kein Englisch verstehen, würde das nicht bringen. Schließlich ist genau dieses "Bluesgefühl" mit seinem typischen Textgeschwurbel die wesentliche inhaltliche Aussage dieses Stücks. Bei einem politischen Lied von Woody Guthrie o.ä. oder sonst einem sozialkritischen Text wäre das etwas anderes.


liebe grüße
triona
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
frei nach Anton Günther

Ich hab nur einmal ganz kurz auf die Maus geklickt - ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Meine Nachbarn hören Mundharmonika - ob sie wollen oder nicht.

Christines meadow
Beiträge: 482
Registriert: 25.05.2011, 15:29
Wohnort: Nähe Cochem/Mosel

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Christines meadow » 16.04.2019, 13:35

[quote=Juke post_id=112527 time=1555413417 user_id=2605]
Bei der "source of aggravation" bin ich mir eigentlich sehr sicher. Mehrfach konzentriert mit dem Kopfhörer gehört und da meine ich, sowohl das "source" als auch die Gs in "aggravation" deutlich rauszuhören - "eine neue Quelle der Erschwerung/Verschärfung" passt meiner Meinung nach auch inhaltlich.
Mit der "can" könntest du Recht haben.

Schöne Grüße
Dirk
[/quote]

Hallo Dirk, ja, aggravation würde zum Inhalt der vorhergehenden Zeile sehr gut passen. Aber eine "source of aggravation" ist zu "gutes englisch", Du weißt, das "schwarze amerikanisch" aus den Südstaaten (ab den 20er Jahren) ist, wie auch in jedem anderen Staat der USA, ein eigener Dialekt und es wird sehr reduziert und gerade heraus gesprochen, also oft keine Artikel, etc. und Poetisches eher auch nicht.

Lieber Gruß, Kerstin
Thank you for the music, the songs I'm singing .........
und "jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, aber nicht in die Harp"

Juke
Beiträge: 1791
Registriert: 24.04.2014, 08:36
Wohnort: die Metropole im südlichen Ostwestfalen

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Juke » 16.04.2019, 15:40

harp-addicted hat geschrieben:
16.04.2019, 10:42
Die CD Billy Branch ‎– The Blues Keep Following Me Around höre ich z.Zt. rauf und runter.
Ich finde, die ist eine gute Mischung von traditionell und moderner gespielter Harp, ...
Und gerade deshalb passt "source of aggravation" eben in diesem Fall. Schau dir die Biografie von Billy Branch an, dann verstehst du, was ich meine. Der Mann ist gebildet.

Ich hab ihn anno '82 beim American Folk Blues Festival auf der Bühne erlebt und finde sein Harpspiel seit damals Klasse.

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)

Und in Bezug auf neues Zeugs (Harps, Amps, Mikros, Effekte usw.) wusste bereits Schiller: Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

harp-addicted
Beiträge: 601
Registriert: 24.05.2013, 20:03
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von harp-addicted » 16.04.2019, 15:50

Christines meadow hat geschrieben:
16.04.2019, 13:35
Juke hat geschrieben:
16.04.2019, 11:16
Bei der "source of aggravation" bin ich mir eigentlich sehr sicher. Mehrfach konzentriert mit dem Kopfhörer gehört und da meine ich, sowohl das "source" als auch die Gs in "aggravation" deutlich rauszuhören - "eine neue Quelle der Erschwerung/Verschärfung" passt meiner Meinung nach auch inhaltlich.
Mit der "can" könntest du Recht haben.
Hallo Dirk, ja, aggravation würde zum Inhalt der vorhergehenden Zeile sehr gut passen. Aber eine "source of aggravation" ist zu "gutes englisch", Du weißt, das "schwarze amerikanisch" aus den Südstaaten (ab den 20er Jahren) ist, wie auch in jedem anderen Staat der USA, ein eigener Dialekt und es wird sehr reduziert und gerade heraus gesprochen, also oft keine Artikel, etc. und Poetisches eher auch nicht.
Soo unwahrscheinlich ist das mit "aggraviation" nicht. Billys Wurzeln (* '51) liegen in San Francisco und Chicago (ab '69). Er war auf dem College und hat was mit Jura studiert.

Ob Blue oder Blues, ich vermute, dass das "s" ist seinem leichten Lispeln zum Opfer fällt.

Danke nochmals an Alle :h

Christines meadow
Beiträge: 482
Registriert: 25.05.2011, 15:29
Wohnort: Nähe Cochem/Mosel

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Christines meadow » 17.04.2019, 10:35

[quote=Juke post_id=112530 time=1555429224 user_id=2605]
[quote=harp-addicted post_id=112525 time=1555411376 user_id=2470]Die CD Billy Branch ‎– The Blues Keep Following Me Around höre ich z.Zt. rauf und runter.
Ich finde, die ist eine gute Mischung von traditionell und moderner gespielter Harp, ...
[/quote]Und gerade deshalb passt "source of aggravation" eben in diesem Fall. Schau dir die Biografie von Billy Branch an, dann verstehst du, was ich meine. Der Mann ist gebildet.
Ich hab ihn anno '82 beim American Folk Blues Festival auf der Bühne erlebt und finde sein Harpspiel seit damals Klasse.
Schöne Grüße
Dirk
[/quote]


Hallo Dirk,
da bist Du ja bestens informiert! Ich kenne Billy Branch nicht, ich bin nur vom Stil des Songs ausgegangen und natürlich, was ich gehört habe (oder meinte zu).
Lieber Gruß, Christines meadow
Thank you for the music, the songs I'm singing .........
und "jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, aber nicht in die Harp"

Juke
Beiträge: 1791
Registriert: 24.04.2014, 08:36
Wohnort: die Metropole im südlichen Ostwestfalen

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Juke » 17.04.2019, 13:39

;)
Damn, this shit is Deep 8)

Und in Bezug auf neues Zeugs (Harps, Amps, Mikros, Effekte usw.) wusste bereits Schiller: Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

Adam_Lark
Beiträge: 489
Registriert: 22.12.2014, 22:23
Wohnort: Mühlheim am Main

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Adam_Lark » 18.04.2019, 06:04

Wenn man zur übersetzung die Biographie des Urhebers heran zieht, ist man schon recht weit, würde ich behaupten. Ich höre auch klar aggravation und can on The Ground, bin mir nur mit dem wa-ay bzw. Waste nicht sicher...

Gruß

Adam
Blues will never die...

Juke
Beiträge: 1791
Registriert: 24.04.2014, 08:36
Wohnort: die Metropole im südlichen Ostwestfalen

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Juke » 18.04.2019, 08:15

Es ging ja um die Plausibilität der doch eher elaborierten Phrase "a new source of aggravation", die so vermutlich nicht im aktiven Wortschatz des "typischen" Bluesmusikers aus dem Süden zu finden war, der vor seiner Karriere als Musiker sein Leben auf einer Plantage fristete.

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)

Und in Bezug auf neues Zeugs (Harps, Amps, Mikros, Effekte usw.) wusste bereits Schiller: Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

Olliwood
Beiträge: 366
Registriert: 02.01.2009, 09:16
Wohnort: Hamminkeln (Aussenposten West)

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von Olliwood » 18.04.2019, 12:23

Noch ein bißchen Senf gefällig? :)

Ich denke es ist Blues inclusive des "s", denn das entspricht dem Titel des Songs.

"Aggravation" meine ich auch hören zu können, auch wenn das "v" etwas verschluckt ist. Der medizinische Begriff, der eine Verschlechterung über die Zeit beschreibt (Danke Wikipedia :-D ), passt auf jeden Fall gut in den Kontext.
Und da hier medizinische Bildung durchblickt, vermute ich sie auch an anderer Stelle:

"You know, I feel like a Cain, who has to wave on the ground".

Ich bin fast sicher, dass ich bei Can/Cain eine Anhebung hinter dem "a" höre und auch bei dem way/wave höre ich ein "f" bzw. ein "v" (und anschliessend "on de gound")

Ich hatte im Hinterkopf, dass es sowas wie ein Kain-Syndrom gibt. Eine Beschreibung was ich meine findet sich hier: http://www.hagioterapie.cz/?p=7575
Ganz grob interpretiert hat er sich vom Leben so ungerecht behandelt gefühlt, dass er sich vor Gram auf dem Boden gewunden hat.

Die Kain & Abel Thematik kommt dabei ja eigentlich aus der religiösen Ecke und passt so durchaus gut in den Blues.

Meine Interpretation ist zugegebenermaßen ziemlich weit her geholt, doch vielleicht hätte es in der Zeit und im Umfeld von Billy mehr Sinn ergeben. Mit der Kanne/Dose kann ich mich nicht so recht anfreunden weil es "who has to" heisst, sich also doch eigentlich eher auf eine Person als einen Gegenstand bezieht.

Gruß
Olli
Latenz is nix zum anziehen!

triona
Beiträge: 1368
Registriert: 21.09.2014, 18:56
Wohnort: Aue
Kontaktdaten:

Re: Hilfe bei Songtext Übersetzung

Beitrag von triona » 18.04.2019, 13:21

Juke hat geschrieben:
18.04.2019, 08:15
Es ging ja um die Plausibilität der doch eher elaborierten Phrase "a new source of aggravation", die so vermutlich nicht im aktiven Wortschatz des "typischen" Bluesmusikers aus dem Süden zu finden war, der vor seiner Karriere als Musiker sein Leben auf einer Plantage fristete.

Schöne Grüße
Dirk

Aber es ist eine punktgenaue Beschreibung eines der wesentlichen Merkmale des Begriffs "Blues". Poetisches Jammern auf bisweilen recht hohem Niveau. Dabei ist es ja wohl egal, ob dies geschieht in schlichter Umgangssprache der hart arbeitenden Unterschicht ohne umfangreiche Schulbildung, Gangsterslang, Gossensprache, usw oder wie hier zur Abwechslung mal mit den geschraubten Worten eines gelehrten Juristen. Diese "Stalker"-Geschichte klingt ja für mich als ganzes auch schon bisserl intellektuell.

Soweit also alles recht stimmig und glaubwürdig. Zum Vergleich: Charles Bukowski könnte man z.B als "schreibenden Blueser" ansehen. Das war auch ein Intellektueller, wenn auch eher ein verkrachter, der sich allerdings auch häufig der Gossensprache bedient hatte.


Für das gedehnte "Wa-a-ay" (= mutmaßlich "way") mit seinen gefühlt 100 Bedeutungen und Übersetzungsnuancen, und auch Bestandteil zahlreicher fester Redewendungen (idioms), die man auf dieser Seite des Ozeans kaum alle kennen kann, fällt mir auch keine bessere Übersetzung mehr ein. "Waste" würde ja auch noch halbwegs dazu passen. Rein vom Hörverständnis könnte es auch "wait" oder "waist" heißen, was aber inhaltlich überhaupt keinen Sinn mehr ergibt. Genau so wenig wie "way too" = "viel zu" und ähnliches. Da hat mich anfangs lediglich die dazu passende gedehnte, ja geradezu gejammerte Aussprache dazu gebracht, über diese Möglichkeit nachzudenken.

Nachsatz, nachdem dies fast schon fertig war, und ich vor dem Absenden gerade noch Ollis Beitrag gesehen habe: Seine Deutung klingt zwar tatsächlich abenteuerlich. Aber paßt ziemlich genau zum Rest des ganzen Lieds. Das könnte genau so sein. Und die ganzen gequälten Versuche in meinem letzten Abschnitt und den vorangegangenen Versuchen der anderen dürften damit wahrscheinl hinfällig sein.

Und das paßt auch sonst zu Billys mutmaßlichem Hintergrund, und möglicherweise auch zu seinem vermutlich doch eher neuzeitlichen Publikum. Und daß er das "a" in "can / cane / Cain" als angedeuteten Doppellaut singt, ist außer mir auch schon anderen aufgefallen. Was für zahlreiche englische Dialekte und Aussprachevarianten allerdings nicht wirklich außergewöhnlich ist.

Wobei, auf so einen verschrobenen biblisch-psychologischen Hintergrund muß man auch erst mal kommen. Das ist ja fast schon wie Leonard Cohen. Und auch eine reife Leistung, daß du das herausgefunden hast. Weiß auch nicht jeder. :h


Noch so ein kleiner Praxistip: Singt so etwas halt immer wie ihr es hört und wie es für euch noch am meisten Sinn ergibt - und zwar mit voller Überzeugung, wie wenn ihr wüßtet, was ihr da singt. Da wird kaum ein Zuhörer fragen, was da genau gesungen worden ist. Je nach dem, wo man auftritt, kann sowieso der größere Teil kaum richtig Englisch. Und wenn doch, dann haben die meistens viel zu viel Bier oder Gras in der Birne, als daß sie sowas noch bemerken könnten.

Aber vlt trifft man ja irgendwann mal zufällig auf jemanden, wo es doch bemerkt, und dann auch zufällig noch weiß, wie es wirklich heißen soll und es dir dann auch noch sagt. Am ehesten erfährt man da noch etwas Genaueres von einem Muttersprachler, der das selbe Lied auch singt. Oder vlt trifft man ja auch mal den Originalinterpreten bzw den Verfasser bei einem Konzert, und hat vlt die Gelegenheit an der Quelle zu fragen.


liebe grüße
triona
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
frei nach Anton Günther

Ich hab nur einmal ganz kurz auf die Maus geklickt - ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Meine Nachbarn hören Mundharmonika - ob sie wollen oder nicht.

Antworten