Warum wurde die Chordomonica "begraben"?

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Franz´l
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Warum wurde die Chordomonica "begraben"?

Beitrag von Franz´l » 31.01.2018, 14:32

Warum wurde die Chordomonica "begraben"?

Cham-Ber Huang hatte doch mit der Chordomonica, besonders mit der zweiten, der Chordomonica II etwas geschaffen was selbst nach Jahrzehnten,
in denen sich ´zig Leute versuchten alle erdenklichen Mundharmonikastimmungen für ein paar wenige zusätzliche Akkorde zu schaffen,
nicht annähernd erreicht wurde. Egal ob mit- oder ohne Schieber, irgendwo haperte es doch immer irgendwie.

Mit dem System von Cham-Ber Huang hätte jeder Anfänger von Anfang an Erfolgserlebnisse. Anstatt Frust durch endlose Einzeltonübungen zu schieben,
wäre ohne Probleme das spielen einfacher Melodien mit automatisch harmonischer Begleitung möglich und niemand bräuchte sich mit den anfänglichen
„berühmten“ Disharmonien herumquälen.

Fortgeschrittene Spieler hätten auch kaum umlernen müssen, das ganze System ist simpel-, ist einfach-, aber sowas von genial & effektiv.
Unter den Mundharmonikas würde die Chordomonica II der „Eierlegendenwollmilchssau“ am nächsten kommen.

Ich verstehe es nicht, eine Mundharmonika, womit mehrstimmiges Spielen, sowie bis auf wenige Ausnahmen alle nötigen Akkorde der jeweiligen Tonart
praktisch aus dem Stehgreif möglich sind, verkümmerte, weil sie nie richtig promoted wurde.

Cham-Ber Huang sagte: So wurde die Chordomonica dann in Frieden „begraben“.
Es grüßt der Franz´l aus NDS

munkamonka
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Beitrag von munkamonka » 31.01.2018, 17:53

ich hab eine zu verkaufen. möchte jemand?
Ordeeer!
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Beitrag von triona » 31.01.2018, 17:54

Tja, das war wohl dann am Ende doch kein so wahnsinniger Verkaufsschlager. Zumindest nicht das, was der Dinosaurier sich davon erwartet hatte. Außerdem wird bisweilen gemunkelt, daß es da im Hause Hohner unterschiedliche Meinungen gegeben hätte zu diesem Instrument. Von wegen "wollten sich keine Konkurrenz machen zu ihren eigenen Modellen" oder sowas. Dies würde zumindest eine Erklärung für die halbherzige Vermarktung geben. Falls denn jemals überhaupt eine nennenswerte Vermarktung stattgefunden hat.

Geniales Ding. Spiel ich sehr gerne. Ich hab 2 neue II-er in C und E. Ich weiß, wo es noch welche gibt. Da gibt es noch welche, die machen sie auf der Grundlage von 270-ern. Das Doppelschieberpaket mußten sie neu konstruieren, weil Hohner weder Ersatzteile für die alten hatte noch die alten Fertigungswerkzeuge. Außerdem haben sie in den 2 oberen Kanälen 4 Töne gestrichen und dafür unten 4 angefügt. Ansonsten ist die Stimmung gleich wie früher, was die Funktion betrifft.

Mußt mal Bernd Kiefer fragen. Der gehört zu den Neubauern und hat gelegentlich noch welche in der einen oder anderen Tonart.
Bernd.Kiefer@t-online.de
Kannst ihn ja von mir grüßen.


liebe grüße
triona
Zuletzt geändert von triona am 31.01.2018, 17:57, insgesamt 1-mal geändert.
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
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Beitrag von triona » 31.01.2018, 17:56

munkamonka hat geschrieben:ich hab eine zu verkaufen. möchte jemand?
Welche Tonart?
I oder II?
Alt oder neu?


lg tri
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Beitrag von munkamonka » 31.01.2018, 18:40

ist ne alte, in C. Chordomonika 2 (2 Schieber).
Abgefahrenes Teil. Für mich aber eher ein Sammlerstück.
Ordeeer!
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Beitrag von Franz´l » 31.01.2018, 18:48

triona hat geschrieben:
munkamonka hat geschrieben:ich hab eine zu verkaufen. möchte jemand?
Welche Tonart?
I oder II?
Alt oder neu?


lg tri
Dito!

Ich habe mittlerweile drei alte II-er.
Interessieren würden mich II-er in Bb- G- und A-
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Beitrag von triona » 31.01.2018, 18:49

C hab ich schon (E auch). Schade. Ich such nämlich noch die anderen, z.B: F, G, D, A, egal ob alte oder neue. Ob es Bb und B (H) auch gab, weiß ich gerade nicht mehr.

Mit der in E hatte ich übrigens das Solo zu der Boogie-Nummer in Dollnstein gespielt. Das hat doch in der 1. Position schön gepaßt. :)


liebe grüße
triona

(PN hat sich dann erledigt.)
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Beitrag von Franz´l » 31.01.2018, 19:26

@ triona,
mit B. Kiefer und auch G. Bayer habe ich Kontakt. Möglich das ich mir bald ´ne neue II-er in C- bauen lasse.

Okay, das Fa. Hohner die Vermarktung brachial ausgebremst hat, bzw. gar nicht hat zugelassen kann ich vom
kaufmännischen / innenpolitischen Faktor noch nachvollziehen. Was ich aber weniger verstehe:
Die Chordomonica bekommt von ganz vielen Seiten dicke Lobeshymnen aber für nicht wenige ist und bleibt
dieses Teil scheinbar nicht viel mehr als ein Fall für die Vitrine.

Die Chordomonica ist eine Harmonien/Akkord – Schleuder die ihres Gleichen sucht, hat praktisch all das
wonach ganz viele seit Ewigkeiten vergeblich auf der Suche sind.

Ich vermute mal das dieses nur den wenigsten wirklich bewusst ist.
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Beitrag von triona » 31.01.2018, 20:07

Franz´l hat geschrieben:Die Chordomonica ist eine Harmonien/Akkord – Schleuder die ihres Gleichen sucht, hat praktisch all das
wonach ganz viele seit Ewigkeiten vergeblich auf der Suche sind.

Ich vermute mal das dieses nur den wenigsten wirklich bewusst ist.

Aber wer kennt sie schon?
Die Sammler spielen ja nicht immer das, was sie in ihren Sammlungen horten.
Sehr häufig zu kriegen sind sie auch nicht (die Alten). Und wenn, dann oft in nicht allzu gutem Zustand. Und die neuen, von denen ja auch kaum jemand etwas weiß, sind ja auch nicht gerade billig. Ich meine, daß sie schon preiswert sind. Aber der nackte Betrag könnte möglicherweise auch viele abschrecken.


In diesem Zusammenhang, schau dir mal das an. Das könnte dich vlt auch interessieren:
http://www.harpforum.de/phpbb/viewtopic.php?t=12745

Ist auch nicht schlecht, was die Vielzahl der spielbaren Akkorde auf engstem Raum angeht. Ist allerdings lange nicht so intuitiv zu spielen und damit so einfach zu erlernen wie die Chordomonika (und auch noch eine ganze Ecke teurer, zudem in DE und EU ziemlich schwer zu beschaffen). Mir schwant, daß diese über kurz oder lang ein ähnliches Schicksal wie die Chordomonika erleiden könnte.

Ist von der Einsatzmäglichkeit allerdings wohl auch eher vergleichbar mit den meterbreiten "klassischen" Akkordharmonikas. Im Vergleich zu diesen ist sie dann allerdings nicht nur praktischer in der Handhabung und auch beim Transport, sondern kostet auch noch deutlich weniger. Es ist eine chromatische Akkordharmonika im Kompaktformat, die über Blastöne und Ziehtöne verfügt.


Ich hab übrigens mittlerweile eine. Wird Zeit, daß ich vlt mal die Vorstellung von damals um einen vorläufigen Spielbericht ergänze. Mangels Interesse hier hab ich das bisher noch nicht angepackt.


liebe grüße
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Beitrag von Franz´l » 01.02.2018, 09:08

triona hat geschrieben:
Aber wer kennt sie schon?
Die Sammler spielen ja nicht immer das, was sie in ihren Sammlungen horten......
Da hast du wohl Recht, die Chordomonica ist vielen nicht wirklich bekannt.
Wenn dann oft nur oberflächlich von Bildern wo dann gesagt wird: „Oh, eine Chromonika mit zwei Schiebern
Was natürlich „Blödsinn“ ist, die Chordomonica ist diatonisch.

Kaum jemand interessiert sich dafür was die Chordomonica unter der Haube zu bieten hat, wie die Tonanordnungen- die Tonintervalle sind.
Ist ja auch kein Wunder, die Spieler als zahlende Kunden werden ja permanent berieselt mit dem was den Firmen finanziell gut tut.
Was von der kaufmännischen Seite her natürlich richtig ist. Ja da drehen sich Zahnräder wo eines ins andere greift…..
Schade ist es trotzdem das sich (zu) viele den Firmenpolitiken beugen.


Ich habe für die Chordomonica II „C“ mal eine Ton- / Akkordtabelle gemacht.

Bild

Theoretisch mögliche Akkorde wären:
  • C- C6- Cm6- C°- C°7-
    Dm- Dm6- Dm7- D7-(ohne Grundton)
    D#m6- D#°- D#°7-
    F- F6- F7-(ohne Grundton)
    F#m6- F#°7-
    G- G7-
    G#7- (ohne Grundton)
    Am- Am6- A°7-
    H7- (ohne Grundton) H°-)
Die Treffsicherheit für jeden Akkord wird ohne Übung kaum möglich sein,
aber die nötigsten Akkorde wie: C- F- G7- Am- und die Akkorde
sollten i.d.R. auf Anhieb möglich sein.

Tja triona, ob wir beide hier die einzigen sind die sich für die Chodomonica wirklich interessieren weiß ich nicht, scheinbar sieht es aber so aus.
In anderen Foren ist das sicherlich ähnlich.
Vielleicht hilft es ja dass wir hier immer mal wieder darüber zu reden. Möglicherweise hat hier doch noch der eine oder andere eine Chordomonica
die in einer Vitrine- oder schlimmer noch, in einer Schublade verkümmert. Bin gespannt ob noch andere Interesse zeigen.

@ mundharmonika,
warum ist deine Chordomonica für dich eher „nur“ ein Sammlerstück?
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Beitrag von Franz´l » 01.02.2018, 09:46

triona hat geschrieben:
In diesem Zusammenhang, schau dir mal das an. Das könnte dich vlt auch interessieren:
http://www.harpforum.de/phpbb/viewtopic.php?t=12745

Ist von der Einsatzmäglichkeit allerdings wohl auch eher vergleichbar mit den meterbreiten "klassischen" Akkordharmonikas. Im Vergleich zu diesen ist sie dann allerdings nicht nur praktischer in der Handhabung und auch beim Transport,
Zur SSCH56 kann ich kaum etwas sagen, ich kenne sie nur vom lesen- Bilder anschauen und Video.
Zur Chord 48 von Hohner kann ich mehr sagen, die habe ich und ich spiele sie auch.

Von den Einsatzmöglichkeiten her durchaus vergleichbar ja, akustisch jedoch total unterschiedlich.
Gegenüber der SSCH56 (eintönig) hat die Chord 48 eine vierchörige Oktavstimmung. Es klingen also für jeden Akkord acht Töne.
Im direkten Vergleich wären das acht Stimmen gegen drei/vier Stimmen.

Okay, als kompaktes Akkordinstrument mag sie durchaus ihre Liebhaber haben.
Wenn es mal klein und handlich sein soll, kann ich erfreulicherweise immer mal wieder auf meine Harmonetta zurückgreifen.

"Habe sie von Hans Hohner letztes Jahr generalüberholen lassen".

Die Akkordvielfalt lässt mit der Harmonetta wirklich keine Wünsche offen, wobei mit der Harmonetta genau wie mit der
Chordomonica auch noch mehrstimmiges Melodiespiel möglich ist.

Und auch die Harmonetta war einst ein Firmenpolitisch gewollter Pflegefall der „beerdigt“ wurde.

Aber, (ohne Fleiß keinen Preis) im Gegensatz zur Chordomonica wird man weder mit der SSCH56- (schätze ich mal so) noch mit der Harmonetta-
kaum etwas so aus dem Stehgreif zaubern können. Die Chord 48 ist da schon etwas besser geeignet. Wer den Quintenzirkel inne hat der weiß
auch instinktiv wo bei der Chord 48 die Akkorde liegen.

Mit ein bissel Übung sind dann auch Akkorde über größere Strecken der 51cm langen Chord48 treffsicher.
Es grüßt der Franz´l aus NDS

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Beitrag von DieterM » 01.02.2018, 18:49

>>Tja triona, ob wir beide hier die einzigen sind die sich für die Chodomonica wirklich interessieren weiß ich nicht, scheinbar sieht es aber so aus. <<

ne ne; ihr habt mich schon "wild" gemacht! Eine Chordomonika 1(Model CHOR) Imitat von Seydel habe ich schon und spiele sie auch gerne. Und da ich ohnehin kein "Blueser" bin habe ich eure Beiträge schon verinnerlicht. :lol:
beste Grüsse
von

Dieter

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Beitrag von triona » 01.02.2018, 22:05

Hallo Dieter, dann hol dir doch die vom Markus. Wenn es dir gefällt, kannst du ja immer noch nach einer neuen schauen, ggf in anderer Tonart.


Außer uns 3 scheint es allerdings leider nicht allzu viele hier zu interessieren. Alles was nicht nach Bluesharfe und Chikago-Blues klingt oder am Rande vlt noch die Anhänger der "klassischen" Chrom interessiert, findet hier halt nicht so sehr viel Beachtung.

Dann wäre da noch Olaf vom Duo Klangspiel aus Erfurt. Er schaut aber nur recht selten hier rein. Die haben voriges Jahr sogar eine CD herausgebracht. Titel "Chordomonika & Bluesharp". Ist sehr gelungen, finde ich. Wenn du sie auch haben willst:
http://www.harpforum.de/phpbb/profile.p ... file&u=161
Falls du ihn hier nicht erreichst, dann kann ich dir noch seine Emailanschrift schicken (PN).

Franz´l hat geschrieben:Aber, (ohne Fleiß keinen Preis) im Gegensatz zur Chordomonica wird man weder mit der SSCH56- (schätze ich mal so) noch mit der Harmonetta kaum etwas so aus dem Stehgreif zaubern können.
Da muß ich dir unbedingt recht geben. Die SSCH-56 hat mich beim Probespielen auf der Messe eigentlich gleich begeistert. Als ich dann nach 1 1/2 Jahren endlich eine hatte, mußte ich dann doch recht bald feststellen, daß man sich richtig reinknieen muß, im damit wirklich etwas Gescheites zustande zu bringen. Die ist wirklich stark gewöhnungsbedürftig, während eine Chordomonika sofort ohne Schwierigkeiten spielbar ist, wenn man normale Diatonische schon kann. Die Schieberbetätigung ist dazu noch wesentlich intuitiver als bei einer Chrom und stellt keine hohe Herausforderung dar. Im Gegenteil - dadurch wird vieles einfacher.


Daß die großen 48-Akkord-MuHas u.ä. mit etwas Gewöhnung einem geübten Spieler keine großen Schwierigkeiten bereiten dürfte, kann ich mir auch vorstellen. Hab aber erst 1 x kurz welche probieren können. (Auch auf der Messe, bei Suzuki, haben einen schönen Klang) Brauch ich aber zu selten, da ich (gezwungenermaßen) meist alleine Spiele. Und zum nur Rumliegen sind sie zu teuer. (Hab schon genug so teure Exoten wie z.B. SSCH-56 oder zahlreiche Bässe, sowie einige Vinetas, die auch mehr Übung benötigen würden. :roll:)


Eine Harmonetta konnte ich einmal vor gut 1 Jahr mal probespielen. Sie war gerade generalüberholt und ich hätte sie für 150 € kaufen können. Aber sie war nichts für mich. Nicht nur, daß das ein ganz anderes Spielsystem ist. Da wäre ich sehr anpassungsfähig. Aber das ganze Instrument paßt von seiner Bauart und Blastechnik her nicht zu meiner stark rhythmusbetonten und dynamischen Spielweise.

Auch erschien mir der Klang im Verhältnis zum Luftverbrauch doch sehr schwach. Ich hab zwar noch nie eine von innen gesehen und weiß auch nicht, wie die Kanäle geformt sind und wie lang diese sind, bis der Luftstrom auf eine Stimmzunge trifft. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß der in meinen Ohren recht schwache Klang aus Helmhotz-technischen Gründen so ist. (D.h. bedingt durch eine möglicherweise nicht ganz optimale Form und Größe der Luftkanäle und die daraus folgenden Strömungsverhältnisse.)

Und mehrstimmiges Melodiespiel mit Akkordbegleitung schaffe ich mit jeder herkömmlichen Diatonischen besser, klangvoller und druckvoller - und ganz ohne Apparat. Je nach Art der Musik, die gespielt werden soll, kann dies noch wirkungsvoll unterstützt werden durch eine Chordomonika oder eine bestimmte Sonderstimmung (z.B. Paddy Richter, Dale King o.a.) oder auch eine andere diatonische Schieber-MuHa (z.B. verschiedene von Brendan Power oder Seydel Sampler).


Übrigens:
Danke für die übersichtlichen Akkordtabellen für die Chordomonika. Hast du die auch noch für andere Tonarten? Oder sind die analog zu errechnen nach Quintenzirkel?

Und was meinst du mit "no1" im unteren Diagramm ("Schieber kurz")? Bezeichnet das die Akkorde, die auch mit der Chordomonika I spielbar sind, die ja nur den kurzen Schieber hat?


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Beitrag von Franz´l » 02.02.2018, 12:32

triona hat geschrieben:
Eine Harmonetta konnte ich einmal vor gut 1 Jahr mal probespielen. Aber sie war nichts für mich. Nicht nur, daß das ein ganz anderes Spielsystem ist. Da wäre ich sehr anpassungsfähig. Aber das ganze Instrument paßt von seiner Bauart und Blastechnik her nicht zu meiner stark rhythmusbetonten und dynamischen Spielweise.
Ja eine Harmonetta ist etwas gaaaaanz anderes, mit dem Teil muss man sozusagen „Schlafen“.
Wenn man weiß mit welchen Tönen sich die Akkorde zusammensetzen hat man schon mal die halbe Miete inne.
Das einprägen der „Muster“ muss bis zum „erbrechen“ geübt werden weil, man spielt- bzw. drückt ja praktisch blind die Knöpfe.
Es gibt ja nichts vergleichbares woran man sich orientieren könnte, die Harmonetta war- ist- und bleibt einzigartig.
Das man mit einer Harmonetta nicht rhythmusbetont- und dynamisch spielen kann, kann ich nicht bestätigen.

Aber wie gesagt, die Harmonetta ist kein Teil für „eine Nacht“ die muss man länger lieb haben, dann klappt das auch…..
triona hat geschrieben: Übrigens:
Danke für die übersichtlichen Akkordtabellen für die Chordomonika. Hast du die auch noch für andere Tonarten? Oder sind die analog zu errechnen nach Quintenzirkel?
Ich habe jetzt nur die für „C“ Stimmung. Für die anderen Stimmungen müsste man die Töne & Akkorde in der Tabelle
entsprechend transponieren. Wenn ich die Zeit habe mache ich noch Chordomonica - Tabellen für andere Stimmungen.

triona hat geschrieben: Und was meinst du mit "no1" im unteren Diagramm ("Schieber kurz")? Bezeichnet das die Akkorde, die auch mit der Chordomonika I spielbar sind, die ja nur den kurzen Schieber hat?
Das sind gewissermaßen unvollständige Akkorde.
D7 (no1) bedeutet das der Grundton der 1te Ton (D-) fehlt.
Es stehen also nur die Töne F#- A- C- zur Verfügung
Auch Am6- ist in dem Fall unvollständig!
Ich hätte dort (no 5) notieren sollen weil der 5te Ton (E) fehlt.

Mit Schieber kurz ist der kurze Schieber gemeint, das ist der welcher auch bei der Chodomonica I verbaut ist.
Alle Töne & Akkorde die in den Bereichen „Ohne Schieber“ & „Schieber kurz“ stehen, sind identisch mit dem was die Chordomonica I zu bieten hat. :lol:
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Beitrag von triona » 02.02.2018, 22:38

Wobei man es vlt auch nicht allzu sehr übertreiben sollte:

Please don't use Eb11 chords! | How to NOT suck at music #6
über die Verwendung von zu vielen nicht funktionalen Akkorden,
Video in Englisch

https://www.youtube.com/watch?v=yWldf0v8TaU

Mit Gitarre oder Klavier ist die Freiheit allerdings auch fast unbegrenzt - lediglich die Länge, Beweglichkeit und Zahl der Finger dürften der Fantasie irgendwann mal Schranken setzen. :mrgreen:


liebe grüße
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