Qualität Harps´s

Bluesharps in jeglichen Varianten und Stimmungen.

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Chris-Harp
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Qualität Harps´s

Beitrag von Chris-Harp » 24.01.2016, 11:44

Hallo Freunde der kleinen Instrumente,

wie von Mario angeregt möchte ich mal eine Diskussion anstoßen. Spiele seit Jahren LeeOskar und auch Hohner MS. Mit der Zeit wird man besser und glaubt es muss ein besseres Instrument her. Da habe ich mir eine Seydel gegönnt ( mehr zu lesen in meiner Vorstellung ) und die hat es nach zweimal spielen entschärft. War sauer ....... viel Geld und nichts wehrt. Kassenzettel weg also konnte ich die auch nicht umtauschen. Werde wohl bei LeeOskar bleiben, zwar nicht ganz so filigran beim anspielen hält aber meine etwas harte Spielweise aus :-). Generell finde ich die Preise bei den Harp´s mittlerweile unverschämt.

Juke
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Beitrag von Juke » 24.01.2016, 14:49

Nachdem ich Jahrzehnte lang ab und an meine diversen Hohner CrossHarps - sowie eine Lee Oskar und eine ProHarp - gespielt habe (teils MS, teils deutlich älter), habe ich diverse Harps ausprobiert: Seydel Favorite (A, LF, LD), Marine Band Deluxe (A), Seydel Blues Session (D).

Schließlich habe ich mir eine Seydel 1847 in A von Ben Bouman gegönnt, mit den großen Deckeln, wie sie die Sessions haben. Die ließ sich ganz prima spielen, aber irgendwie hat mir der Holzkanzellenkörper nicht so gut geschmeckt.

Dann habe ich mal eine Marine Band Classic in D von Thomas Hanke ausprobiert. Ein Traum! Und auch der Kanzellenkörper ist so gut versiegelt, dass ich damit keine geschmacklichen Probleme habe. Mit der Deluxe übrigens auch nicht.

Also habe ich mir von Thomas noch weitere vier Harps machen lassen (A, C, Bb und G) und aus Kostengründen die übrigen Tonarten (H, F, E, LE, Ab, Db, LF#, Eb) als Seydel Session Steel von Ben Bouman.

Da die Harps von Thomas zwar absolute Spitze sind, aber halt auch einen entsprechend hohen - angemessenen! - Anschaffungswiderstand haben, empfehle ich eigentlich nur noch die Seydel Session Steel von Ben Bouman. Ben stellt sie super ein, die Stahlzungen scheinen echt was auszuhalten und ich finde das Spielgefühl mit den etwas größeren Deckeln und dem Kanzellenkörper aus Kunststoff sehr angenehm. Auch den Preis finde ich für Instrumente dieser Qualität nicht zu hoch.
Aber die Harps von Thomas spielen doch noch mal in einer anderen Liga. :-D

Schöne Grüße
Dirk
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harpX
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Beitrag von harpX » 24.01.2016, 15:38

Juke hat geschrieben: Da die Harps von Thomas zwar absolute Spitze sind, aber halt auch einen entsprechend hohen - angemessenen! - Anschaffungswiderstand haben [...]
Wieviel kostet denn so eine rundum eingestellte MB Classic von Thomas?

Grüße,
Albert ::
"The value of music is to be able
to play one note at the right time in the right way."
- Herbie Hancock

Christines meadow
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Auch ich finde Hohner-Harps für gut

Beitrag von Christines meadow » 24.01.2016, 15:50

Hey Juke,

viele meiner Harps sind Hohner M. Special 20, mit denen ich sehr zufrieden bin. Diese kann man auch super in einem Ultraschallgerät (für Brillen, etc.) säubern. Einfach 3 min rein., Wasser ausklopfen, auf Heizung trocknen lassen.) Das mache ich z.B. immer nach einer Erkältung.
Nachdem ich nun vorsichtig sagen kann, ich bin kein Anfänger mehr, bin ich auf die H. Crossovers umgestiegen. Sie haben einen phantastisch Klang, sie sind aber eindeutig schwerer einzeltonmäßig zu spielen. Also ist wieder Übung angesagt. Was mir aber nichts ausmacht! Diese haben einen Holzkörper, der lt. Hohner gut versiegelt ist. Deshalb habe ich es bei einer Harp einfach gewagt, sie auch in das Ulltraschallgerät zu legen, wie oben beschrieben. Sie funktioniert einwandfrei!

Ich habe eine Seydel 1847 silver, die auch einen schönen Klang hat. Ich spiele sie aber nie. Sie ist unangenehm an den Lippen, es gibt ein Schneidegefühl, da die Deckel beidseitig nicht abgerundet / -geschliffen sind. Habe auch drei Seydel Antics, die schlimm nach Metall schmecken, kein gutes Mundgefühl. Sie wurden glänzend geliefert und in der Schublade haben sie dann den Glanz verloren. Deshalb vielleicht Antik. Wegen des Geschmacks und da ich sie nicht Benden konnte (sind "hart"), spielte/spiele ich sie auch nicht. Dass sie für Anfänger zum Benden üben nicht geeignet sind, habe ich allerdings erst viel später erfahren. Als Anfänger kauft man halt erst einmal drauf los.

Somit ist mein Fazit: Hohner ist der richtige Harp-Hersteller für mich.

Dieser Vermerk ist für alle die über die hohen Harp-Preise jammern:
Ich sage, wenn man mal gesehen hat, wie eine Harp in Deutschland hergestellt wird, der Preis ist nicht zu hoch. Jeder möchte ja wohl einen Stundenlohn für seine Arbeit der auch die Lieben zuhause satt macht. Und dieser ist eben neben dem guten Material auch hier zu zahlen. Und hinten an steht dann auch noch der Einzelhändler, der ja auch nicht verhungern will. Und mal ehrlich, verglichen mit anderen Instrumenten spielen wir doch ein billiges Gerät! Eine gute Harp erhält man zwischen 30 und 80 Euro. (Und ich habe noch keine kaputt gespielt.) Das ist doch zahlbar! Man muss sie sich ja nicht alle auf einmal kaufen.


Eine handgemachte, handeingestellte Harp habe ich jedoch noch nicht besessen. Kannst Du mal andeuten, mit welchen Kosten man für eine solche Harp (Du erwähnst die Marine Band) rechnen sollte?

Gruß Christines meadow
Thank you for the music, the songs I'm singing .........
und "jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, aber nicht in die Harp"

Juke
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Beitrag von Juke » 24.01.2016, 18:27

Die Preise für Bens Harmonikas sind ja auf seiner Seite online einsehbar:
http://www.customharmonicashop.nl
Für die Session Steel in der X-tra-Ausführung nimmt er etwa 10 Euro mehr als Listenpreis, die langen Deckel kosten noch mal zusätzlich. Bei den langen Deckeln piekt und zwackt definitiv nichts.
Seine X-treme kenne ich noch nicht, ich spiele keine Overblows, so dass mir die X-tra reicht. Die X-treme kosten etwa 60 Euro über Listenpreis.

Thomas' Preise liegen über denen der X-treme von Ben. Wie weit darüber, hängt davon ab, was Thomas alles macht. Und das bespricht er mit dir in Ruhe am Telefon, wobei er sich viel Zeit nimmt, genau heraus zu arbeiten, was genau du brauchst oder haben möchtest. Da ich meinen Blues nur in den ersten drei Positionen und keine Overblows spiele, musste Thomas die Harps "nur" für dafür optimieren.
Bei den tieferen Tonarten (ab Bb) weitet er z.B. gerne den Schalldeckel, damit garantiert keine Zunge anschlägt. Alles wird poliert, jede einzelne Stimmzunge wird immer wieder gestimmt und wird in sich leicht gebogen. Am Ende hat sie ein traumhaftes Ansprechverhalten. Zusätzlich wird der Kanzellenkörper versiegelt und alles, was irgendwie ein unangenehmes Gefühl an den Lippen oder der Zunge verursachen könnte, geglättet. Die Stimmplatten sitzen perfekt gerade und luftdicht auf den Kanzellenkörpern.
Thomas ist ein Künstler, seine Mundharmonikas sind Kunstwerke und es macht unglaublich viel Spaß, mit ihnen zu spielen.

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)

Juke
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Beitrag von Juke » 24.01.2016, 19:02

harpX hat geschrieben:Wieviel kostet denn so eine rundum eingestellte MB Classic von Thomas?
Christines meadow hat geschrieben:Kannst Du mal andeuten, mit welchen Kosten man für eine solche Harp (Du erwähnst die Marine Band) rechnen sollte?
Ihr habt Post!

Schöne Grüße
Dirk
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Christines meadow
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Dankeschön

Beitrag von Christines meadow » 25.01.2016, 08:22

Hallo Juke,

Danke für Deine schnelle Info!

Gruß, Christines meadow, alias Kerstin
Thank you for the music, the songs I'm singing .........
und "jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, aber nicht in die Harp"

TheBiker62
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Lustig

Beitrag von TheBiker62 » 27.01.2016, 23:17

Hm schon Lustig was so für ein Kult betrieben wird. Zur Zeit ist meine Neigung was anderes auszuprobieren noch 0 :-). Aber eventuell lasse ich mich mal überzeugen.

Juke
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Beitrag von Juke » 29.01.2016, 18:10

Ich würde es nicht als Kult bezeichnen. Es geht mir darum, ein wirklich hochwertiges Instrument spielen zu können, das sich in Bezug auf Ansprache und Möglichkeiten der Tonformung deutlich nach oben von einem Instrument abhebt, was die verschiedenen Hersteller ab Werk anbieten.

Schöne Grüße
Dirk
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