Crossover. was ist denn bei Hohner los

Bluesharps in jeglichen Varianten und Stimmungen.

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DocBen
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Beitrag von DocBen » 18.01.2016, 15:44

Euch fehlen einfach die kaufmännischen Visionen: Demnächst gibt es das Hohner Superschleifpapier. Große Blisterpackung mit zwei schmalen Streifen Schleifpapier und dazu ein begleitendes Youtube-Video mit Steve Baker, der eine Hohner-Handwerkerin vormachen lässt, wie man einen Grat entfernt. In den USA werden unterdessen die Customizer nervös: Der eine bietet einen Gratentferner aus Hartmetall an, der andere Filzscheiben und Polierpaste für den Dremel, um dieses Problem zu lösen, ohne den Klang des Kanzellenkörpers zu beeinträchtigen.

Später werden dann Sets verkauft, in denen auch ein Gratanzieher drin ist: Falls man den Grat zu stark abgetragen hat und jetzt den schmerzverzerrten Bluessound nicht mehr hinkriegt.
....." mit jedem Grat kann man Holz hobeln "
Da ist allerdings der beste Witz in diesem Thread und wird es auch bleiben.

LG,
Bernhard
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El
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Beitrag von El » 18.01.2016, 16:51

Ich hab ja nicht viel Ahnung von Lösabständen und wie man so eine Blues Harp richtig einstellt, ich hab mir auch schon etliche Harps versaut weil ich es selbst versucht habe - also von daher kann ich da gar nicht mitreden. Ich hab dafür irgendwie kein Händchen obwohl ich handwerklich durchaus nicht untalentiert bin.

Ich meine aber wenn ich 60Euro und mehr für eine Blues Harp bezahle, dann sollte sie schon Out oft the Box spielbar sein. Und das nicht nur so halbwegs gut sondern richtig gut. Und da muss ich leider den Seydel-Fans hier wiedersprechen, denn auch eine vor kurzem von mir bestellte 1847 in C war nicht richtig eingestellt. Die Stimmzungen waren viel zu weit auf (ich hatte da enorme Luftgeräusche und schon der erste Ton klingelte nur. Also auch hier- für das Geld- nein Danke.

Bisher hatte ich so immer noch ein wenig im Hinterkopf, dass das vll auch an meiner noch nicht ausgereiften Spieltechnik liegt, dass die Harps fast durchweg besch … klingen, dass ich enorme Luftgeräusche wahrnehme, die hohen Töne gar nicht klingen, Bendingtöne fast nicht machbar sind und wenn doch wie eine Dampflok klingen … aber
seitdem ich die Crossover von BBH eingestellt zurückbekommen habe, weiß ich, dass es das nicht ist. Ich kann spielen :) Bendingtöne klingen nicht mehr wie Dampflokomotiven und jetzt trau ich mich sogar an Overblows und auch die gelingen mir immer besser. Es liegt also definitiv nicht an meiner Spieltechnik.

Also ich meine, da muss in der Produktion sämtlicher Fabrikate dringend was passieren und nicht neue Repatursets verkauft werden ... ich frag mich immer noch wie mein Großvater vor 50 Jahren Blues Harp spielen konnte wo er doch solche Sets noch gar nicht hatte ...
:?
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triona
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Beitrag von triona » 18.01.2016, 17:23

El hat geschrieben: ... ich frag mich immer noch wie mein Großvater vor 50 Jahren Blues Harp spielen konnte wo er doch solche Sets noch gar nicht hatte ...
:?

Ja, das ging tatsächlich.
Hab damals auch alles aus der Schachtel gespielt. Kannte nix anders. Ich wußte nicht mal. daß man da außer Reinigen überhaupt was machen kann, wenn das nicht immer so geklungen hat, wie man sich das vorstellte. Und dann waren die damals alle noch genagelt. Da hat man sie möglichst selten auseinander genommen. Und eine nagelneue schon gleich gar nicht.

Die kosteten damals allerdings auch gerade mal 10 Mark, die besseren bis zu 14. Was für eine Schülerin damals allerdings auch schon ne ganze Menge Geld war. Eine reicht ja schließlich nicht.


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Beitrag von Mamo » 19.01.2016, 11:00

Ich mutmaße mal, dass damals auch noch ein ausgebildeter Instrumentenbauer mit musikalischem Gehör die Dinger zusammengenagelt und eingestellt hat.
Das wird heutzutage nicht mehr möglich sein...

Gruß Marco

BBHarpy
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Beitrag von BBHarpy » 19.01.2016, 20:36

@MARCO,
Auf den Kopf getroffen....


cxxc cxxc cxxc
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Beitrag von Pimpinella » 19.01.2016, 21:45

Naaaajaaa...

Traditionell wurden die Dinger ja nicht von Instrumentenbauern zusammengebaut, sondern vor allem von Heimarbeitern gefertigt. Ob das im Einzelnen auch fürs Lösen und Stimmen gilt kann ich aber nicht sagen.
Wie gesagt, es kam ja zeitweise auch sehr gute Ware aus China, sowohl was Hohner als auch Suzuki betrifft. Wenn da Mist ausgeliefert wird liegt das Problem in Trossingen bzw. Japan und nicht in China, denn da sollte die Qualitätskontrolle stattfinden.

Gruß, Frank
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Beitrag von triona » 19.01.2016, 22:26

Pimpinella hat geschrieben:... Traditionell wurden die Dinger ja nicht von Instrumentenbauern zusammengebaut, sondern vor allem von Heimarbeitern gefertigt. ...
Grundsätzlich stimmt das schon.
Aber ob das auch noch in den 1960-er und 70-er-Jahren so war?
Und das war ja die Zeit von Elkes Großvater und meiner Jugendzeit, um die es hier gerade ging.

Ich denke mal, daß an beiden Thesen was dran sein könnte.
Grundsätzlich müßte man eigentlich davon ausgehen können, daß mit heutiger Technik und heutigen Kenntnissen bessere Instrumente gefertigt werden könnten als früher - auch in China. Vor allem bei den Preisen, die heute dafür gefragt werden. Womit die Verortung des Problems in Trossingen und Japan sicher zutreffend sein dürfte. Streben nach Höchstprofit und technische Möglichkeiten sind eben durchaus zweierlei. Und die Ansprüche der Musiker sind wohl in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Was besonders auf die Mundharmonika zutreffen dürfte.


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Beitrag von Mamo » 20.01.2016, 06:59

Naaajaaa Frank!

Du hast sicher Recht, dass die einfachen Montagearbeiten in Heimarbeit gemacht wurden. Ich kann mich aber an einen Dokumentarfilm über die Herstellung von Mundharmonikas erinnern (weiß nur nicht welcher Hersteller), da hat ein Arbeiter die Zungen von Hand aufgenietet (mit einer Pressmaschine, an der ich auch gelernt hab :oops: ), dann hat ein Zweiter sich die Stimmplatten genommen und geschliffen, gelöst, gerichtet auf Teufel komm raus! Der hatte 1 Stimmplatte bestimmt 10-15 Min. in der Bearbeitung...

Triona schrieb:
Die kosteten damals allerdings auch gerade mal 10 Mark, die besseren bis zu 14.
Das dürfte in den 60ern bis in die 70er rein aber auch ein guter Tageslohn gewesen sein! Also doch schon eine kleine Investition...

Gruß Marco

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Beitrag von Pimpinella » 20.01.2016, 08:29

Und du bist sicher, dass für den Film nicht ein wenig extra anschaulich gearbeitet wurde? Die Leute heute können recht überzeugende Platten in einem Bruchteil dieser Zeit stimmen und lösen. Jedenfalls für den "Hausgebrauch".

Gruß, Frank
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Beitrag von El » 20.01.2016, 08:55

Die Leute heute können recht überzeugende Platten in einem Bruchteil dieser Zeit stimmen und lösen
und warum tun sie das dann nicht? :?
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Beitrag von Pimpinella » 20.01.2016, 11:08

Hi

Gute Frage.

Gruß, Frank
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Beitrag von Mamo » 21.01.2016, 06:19

@Frank: Ich hab vergessen zu erwähnen, dass der Dokumentarfilm aus den 60er oder 70er Jahren war! :oops: Vielleicht nicht ganz unwichtig in dem Zusammenhang. Es ging ja darum, dass zu der Zeit noch gelernte Leute an den Dingern gearbeitet haben.
Das Stimmen wurde meiner Erinnerung nach gar nicht gezeigt. In einer anderen Doku über Trompetenbau wurde aber gezeigt, dass nur der Meister selbst oder ein langjähriger Trompetenbauer die Instrumente abstimmen durften...

Gruß Marco

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Beitrag von DocBen » 26.01.2016, 15:45

Hallo El,
El hat geschrieben:Und da muss ich leider den Seydel-Fans hier wiedersprechen, denn auch eine vor kurzem von mir bestellte 1847 in C war nicht richtig eingestellt. Die Stimmzungen waren viel zu weit auf (ich hatte da enorme Luftgeräusche und schon der erste Ton klingelte nur. Also auch hier- für das Geld- nein Danke.
nun, gelegentlich läuft es mal dumm und sowas kann mal passieren. Darf nicht zu oft passieren, aber wenn doch, dann kommt es darauf an, wie Händler und Hersteller damit umgehen. Ich habe den Seydel-Service noch nicht gebraucht, habe aber viel Gutes davon gehört. Schreib doch mal eine Email an Bertram Becher wegen der 1847 und dann wollen wir mal sehen, ob Du eine patzige Antwort von der Art "Klar können Sie damit Holz schaben, wir haben da ja einen Grat gelassen" bekommst. Bitte berichte über Deine Erfahrung damit!
da muss in der Produktion sämtlicher Fabrikate dringend was passieren und nicht neue Repatursets verkauft werden ... ich frag mich immer noch wie mein Großvater vor 50 Jahren Blues Harp spielen konnte wo er doch solche Sets noch gar nicht hatte ...
:?
Zum einen kann man ohne spezielles Reparaturset die Stimmzungen enger stellen und ich denke, dass das heute zum Harpspielen dazu gehört. Das ändert nichts daran, dass ein 60 Euro-Instrument im spielfähigen Zustand ausgeliefert gehört. Man muss sich beim Zeitenvergleich auch fragen, ob Anfänger heute vielleicht anspruchsvoller sind. Anfänger heute sehen Jason Ricci und Howard Levy auf Youtube und das ist auch gut so.

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isnogood
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Beitrag von isnogood » 27.01.2016, 10:23

Ich bin ja eher noch Anfänger, aber habe mit Hohner Modellen auch so meine Probleme. Irgendwie scheint man zu glauben,
saß MuHa Spieler so dicke Hornhaut auf den Lippen haben,daß entgraten überfüssig ist. Und benden fällt mir auf den
Sydel auch viel leichter, obwohl ich hier irgendwo gelesen habe, daß es für Anfänger schwerer sein soll.

isnogood
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Beitrag von isnogood » 27.01.2016, 10:45

Bin auch Forums Anfänger. Mein Beitrag ist wohl überholt.

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