Sydel 1847 clasic low

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isnogood
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Sydel 1847 clasic low

Beitrag von isnogood » 04.12.2018, 12:56

Hi!

Hat irgendjemand schon Erfahrung mit der 1847 classic low gemacht?
Ich denke über den kauf einer low G (nicht Lwlow) nach. Habe schon eine Low F,
aber noch aus der normalen Classic Serie. Bei dieser werden die Lows allerdings nicht mehr angeboten,
vielleicht weil die klicken? Meine lf tuts !
Wie spielen sich die neuen Teile? Sie sind ja durch dickere Kanzellen und tiefer gezogene Deckel wahrscheinlich ein
ordentliches Stück dicker. Zu dick?
Ventiliert sind sie auch, steht in der Beschreibung. Läßt sich sowas benden?
So'n Ding für 75 Tacken bestellen und dann in der Schublade verrotten lassen möchte ich halt auch nicht. Vielleicht könnt ihr
mir ja weiterhelfen.

LG Marcus

triona
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Re: Sydel 1847 clasic low

Beitrag von triona » 04.12.2018, 18:10

Ich hab beide - alt und neu.

Die alte hat Messingzungen, 1 und 2 Ziehen ventiliert.
Serienmäßig hatte sie Session-Deckel (mittleres Bild ganz links). Da haben die Zungen 1 und 2 bei heftigem Spiel bisweilen am Deckel angeschlagen. Habe ich ersetzt durch die minimal aufgewölbten 1847-Deckel, die zwischenzeitlich angeboten wurden, um das Problem zu lösen, bevor die neuen heraus kamen. (Die kosteten damals ca 10 oder 13 € das Paar.) Seither rasselt es normalerweise nicht mehr. (Siehe oberes Bild rechts und mittleres Bild 2. von rechts.)

Die neue hat Stahlzungen, 1 bis 6 Ziehen ventiliert. Sie hat nicht nur einen dickeren Kamm und dickere Stimmplatten. Sie hat auch von vorn herein die höheren Deckel. (Siehe oberes Bild links und mittleres Bild ganz rechts.)

Ab dem 3. Kanal lassen sie sich beide einigermaßen gleich gut biegen. Bei 1 und 2 geht das naturgemäß bei beiden recht schwer. Nach meinem Gefühl geht es so lala. Das Stimmgerät sagt, daß es nicht ganz ein Halbton ist. Aber braucht man das? Ich jedenfalls nicht wirklich.

Mit der Dicke habe ich gar keine Probleme. Auf dem 3. Bild zusätzlich noch eine Hohner CX-12 zum Vergleich. Manchen ist da ja das Mundstück zu dick. Mir ist das dicke Mundstück lieber als das dünnere der CX-12 Jazz. Ich spiele aber auch gerne große Baßharmonikas. Die sind noch dicker. (Schau hier: viewtopic.php?f=25&t=12498 und hier: viewtopic.php?f=25&t=13496 - da gibt es auch noch andere bassige Blasinstrumente und andere aus meinem Arsenal in Wort und Bild. 8) )

Ist aber wohl alles reine Gewöhnungssache. Wer es nicht mag, muß es halt lassen. Ich spiele sogar bisweilen mit einer LG und einer G (oder auch mit LLE und LE, LLF und LF usw) gleichzeitig im Wechsel. Dann habe ich praktisch eine Oktave mehr. Mit einer LG und einer HG zusammen sind es sogar 5 Oktaven. Die HG von Seydel ist dann noch dünner als die normale G. (Meine HG ist allerdings von Tombo. Die ist zwar nicht dünner, hat aber etwas engere Lochabstände.) Man kann sich also an alles gewöhnen, wenn man nur will, d.h. wenn man einen Sinn darin sieht.

Der Hauptunterschied bei diesem Spiel mit den 2 Instrumenten ist sowieso die andere Tonbelegung der verschiedenen Oktaven. Das sind ja alles Richter-gestimmte und keine Chromatische. Das fällt beim Spielen viel mehr ins Gewicht als die unterschiedlichen Abmessungen. Allerdings hat man dann auch mehr vollständige Oktaven zur Verfügung, verteilt auf die beiden Instrumente.


Bild
Vergleich LG neu - alt

Bild
von links nach rechts: Session, 1847 Classic G, Session LG alt mit altem 1847-Tiefton-Deckel, 1847 low tone LG (neu)

Bild
Seydel LG alt, neu, Hohner CX-12

Hier noch ein Tonbeispiel mit einer LLE. Die ist noch 3 Halbtöne tiefer als die LG. Sie hat die selbe Bauart und Abmessungen wie die LG.

https://www.youtube.com/watch?v=zqie_kZaFQ4

Boris Plotnikow hat sich seine LLE sogar noch runter gestimmt auf LLEb. Da hat er jetzt bis auf Weiteres mal die Allertiefste wo gibt. :-D

https://www.youtube.com/watch?v=eBGtxeCI2VA


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Re: Seydel 1847 clasic low

Beitrag von harp-addicted » 04.12.2018, 19:42

Ich habe ne 1847 Low Tone Bold Body (so steht's auf dem Deckel) in Low E.
Diese neue Konfiguration ist unspielbar, auch, oder gerade, wenn Du 1847er Spieler bist.

Ich habe auch die normalen Deckel auf dem dicken Kamm und die dicken auf einem normalen probiert. Beides geht gar nicht!
Jetzt sind die Stimmplatten im dünnen Kamm und mit alten Deckeln montiert, so wie früher. Normales Spielgefühl und kein klappern (ist bei Low E wahrscheinlich auch nicht so problematisch). Mir aber egal, ich spiel die eh nur in der 1. Position oben.

Meine Low D und Low F in der alten Konfiguration klappern auch nicht

Der Vergleich mit der Hohner Jazz ist wegen ihrer runden Form nicht zielführend.

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Re: Sydel 1847 clasic low

Beitrag von Harmonica Frank » 04.12.2018, 21:02

Der Hauptunterschied bei diesem Spiel mit den 2 Instrumenten ist sowieso die andere Tonbelegung der verschiedenen Oktaven.
Diese neue Konfiguration ist unspielbar ...
Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Eine LF (beispielsweise) hat doch die gleichen Tonabstände wie eine F - eben die Richter Stimmung - nur eine Oktave tiefer, oder nicht?
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Re: Sydel 1847 clasic low

Beitrag von harp-addicted » 04.12.2018, 21:45

Triona hat geschrieben:Der Hauptunterschied bei diesem Spiel mit den 2 Instrumenten ist sowieso die andere Tonbelegung der verschiedenen Oktaven.
Harmonica Frank hat geschrieben:
04.12.2018, 21:02
Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Eine LF (beispielsweise) hat doch die gleichen Tonabstände wie eine F - eben die Richter Stimmung - nur eine Oktave tiefer, oder nicht?
Das Zitat ist von Triona und ich weiß auch nicht, was sie meint.
Die Lows sind alle in normaler Richterstimmung.
Diese neue Konfiguration ist unspielbar ...
Damit meine ich die Bauform: dicker Kamm und hohe Deckel

Ich gebe die 3 Teile plus Schrauben unbenutzt zum Seydel-Preis minus 25% ab.

triona
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Re: Sydel 1847 clasic low

Beitrag von triona » 04.12.2018, 23:13

Harmonica Frank hat geschrieben:
04.12.2018, 21:02
Der Hauptunterschied bei diesem Spiel mit den 2 Instrumenten ist sowieso die andere Tonbelegung der verschiedenen Oktaven.
Diese neue Konfiguration ist unspielbar ...
Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Eine LF (beispielsweise) hat doch die gleichen Tonabstände wie eine F - eben die Richter Stimmung - nur eine Oktave tiefer, oder nicht?

Das eine hat wohl mit dem anderen nichts zu tun.

Ich meinte hier das gleichzeitige Spielen von 2 Harmonikas im Wechsel, und zwar eine LG + eine G oder eine LG + eine HG. Dadurch kann ich mehr als die 3 Richteroktaven spielen. Bei LG + G sind es 4 Oktaven, bei LG + HG sogar 5. Nun sind die 3 Oktaven (= tiefe Oktave, Kernoktave, hohe Oktave) bei einer Richterstimmung jeweils anders belegt, sowohl vom Tonumfang her - die Kernoktave ist die einzige vollständige - als auch von der Verteilung der Töne auf die Stimmplatten, d.h. auf Blas- oder Ziehtöne.

Nun liegt die Kernoktave - die einzige vollständige - bei einer LG, G und HG jeweils in einer anderen Lage. Das meinte ich mit dem Unterschied in der Tonbelegung. Den Einfluß der Tonlage (Höhe) auf den Klang will ich hier jetzt mal außer Acht lassen. Ich spiele ja nur dann mit 2 Instrumenten auf einmal, wenn ich mehr als die 3 Standardoktaven der Richterstimmung in einem Lied nutzen will.

Natürlich hast du recht, wenn du sagst, daß es ja beidesmal jeweils eine Richterstimmung ist. Und daß bei einer LF eben nur alles eine Oktave tiefer ist als bei einer F. Ich allerdings meinte den Umstand, daß die Kernoktave eben jeweils in einer anderen Lage liegt. Damit wandern auch die unvollständigen Oktaven der Richterstimmung (= der "Richter-Akkord" in der unteren Oktave und die hohe Oktave) jeweils um eine Oktave nach unten. Das selbe gilt auch für die Tondoppelung 2z=3b und für die Umkehrung der Richtung des Luftstroms von der Kernoktave zur hohen Oktave.

Ich könnte dazu natürlich auch eine 4-oktavige Chrom nehmen. Aber das ist wieder was ganz anderes. Das ist zum einen ein ganz anderer Klang. Zum anderen habe ich die Doppelung des Grundtons, dafür aber nicht die Doppelung 2z=3b. Und es gibt auch keine Richterakkorde ohne Zungenverrenkung und wildes Schiebergehampel, und die Gezogenen sowieso nur teilweise oder als Arpeggio (aufgebrochen).


Wolfgang hingegen meinte wohl etwas anders. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, meinte er die Zusammenstellung der Abmessungen von Kamm, Stimmplatten und Deckeln und der Form des Deckels. Darauf werde ich noch genauer eingehen. Das ist aber bisserl komplexer. Als Antwort auf deine Frage müßte das erst mal genügen.


liebe grüße
triona
Zuletzt geändert von triona am 05.12.2018, 01:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Sydel 1847 clasic low

Beitrag von triona » 04.12.2018, 23:25

Aha, nun war Wolfgang schneller als ich. Ich habe ihn also richtig verstanden.

@ Wolfgang:
Was für Teile genau hast du übrig? Wahrscheinlich kann ich die gut gebrauchen. Entweder zum Kauf, oder Tausch gegen Teile, die ich übrig habe, und die du gebrauchen kannst. (PN)

Und was ich mit dem von Frank zitierten Satz gemeint habe, wurde hoffentlich durch meine Erläuterung im letzten Beitrag deutlicher.


liebe grüße
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Re: Sydel 1847 clasic low

Beitrag von Harmonica Frank » 05.12.2018, 07:19

Ja, alles klar, waren zwei verschiedene Aspekte. Hab' beides nun kapiert.

Gruß,
Frank
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Re: Seydel 1847 classic low

Beitrag von Harmonica Frank » 05.12.2018, 07:55

Ich habe auch so eine 1847 Low Tone Bold Body (Low F) und bin mit der Bauform nicht zurechtgekommen. Hab's immer darauf geschoben, dass ich noch nicht lange genug spiele und es irgendwann einfacher ist, sich an die Dicke des Instruments zu gewöhnen. Aber jetzt werde ich mal Wolfgang's Weg ausprobieren: Stimmplatten auf "normalen" Kamm mit "normalen" Deckeln. Wenn's nicht scheppert, ist das für mich eine gute Lösung.

Gruß,
Frank
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Re: Sydel 1847 clasic low

Beitrag von isnogood » 05.12.2018, 09:42

Hallo!

Hab festgestellt das meine Low F eine Sydel Solist Pro ist, werde jetzt mal die Deckel von der 1847 montieren,
wenns mir gefällt ruf ich bei Sydel an und bestell mir Die Low G in dieser Variante. Die Sydelleute sind da normalerweise
kooperativ.
Die classic Low ist mir glaube ich zu "mächtig" und zum nicht benutzen zu teuer....
obwohl es mich schon gribbelt.....


Danke
Marcus

Christines meadow
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Re: Sydel 1847 clasic low in Variante

Beitrag von Christines meadow » 06.12.2018, 20:54

Hallo Marcus,

falls Seydel das nicht machen, der Ben Bouman styled Dir die Seydel Harps bestimmt so auf, wie Du das willst. Oder sagt / macht Dir eine bessere Variante. Fragen kostet ja noch nichts!

;) Je später der Abend, desto besser die Ratschläge! ;)

Gruß, Christines meadow
Thank you for the music, the songs I'm singing .........
und "jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, aber nicht in die Harp"

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