Tonstufen und Akkorde

Meist unbeliebt, hilft aber ungemein, Zusammenhänge für die Praxis besser zu verstehen.

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triona
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Tonstufen und Akkorde

Beitrag von triona » 22.05.2020, 03:56

triona hat geschrieben:
21.05.2020, 15:29
Adam_Lark hat geschrieben:
21.05.2020, 12:31
D-Moll wäre das. ... auf einer C-Harp.
Wenn mich nicht alles täuscht, setzt sich der D-Moll-Akkord ja auch zusammen aus Tönen der C-Dur-Tonleiter (D, F, A). Er kommt auch sehr häufig vor als Begleitakkord in Stücken, die in C-Dur geschrieben sind. Ich weiß aber nicht welche "Stufe" das in der Harmonielehre ist.
triona hat geschrieben:
21.05.2020, 22:04
Juke hat geschrieben:
21.05.2020, 16:12
Die "Zwei", auch (große) Sekunde genannt.
Adam_Lark hat geschrieben:
21.05.2020, 16:36
Also wirklich, Triona, C-Dur Tonleiter :shock:
D ist der 2. Ton, 1 Ganzton über dem C.

Anscheinend reden wir irgendwie aneinander vorbei. Das war mir schon bekannt. Aber das habe ich nicht gemeint. Es ergibt ja auch in diesem Zusammenhang nicht viel Sinn.

Meine Kenntnisse in Musiktheorie und Harmonielehre sind zwar nur sehr bruchstückhaft. Aber die C-Dur-Tonleiter enthält doch die Töne C - D - E - F - G - A - B - C. Der D-Moll-Akkord enthält die Töne D, F und A. Diese sind auch Bestandteil der C-Dur Tonleiter. (Bei der D-Dur-Tonleiter wäre ja statt des F ein F# enthalten. Der entsprechende Akkord enthält ja auch die Töne D, F# und A. Das F anstelle des F# macht ja erst Moll daraus. Oder habe ich da wieder etwas nicht richtig verstanden?)

Was das jetzt nach den allgemein verbreiteten "Regeln" der Harmonielehre bedeutet, weiß ich allerdings nicht. Mit "Stufe" meinte ich das, was im Allgemeinen mit römischen Ziffern bezeichnet wird (I., III., IV., V. - Sichwort: Akkordprogression) - was auch immer das sein mag, und was auch immer für eine musikalische Funktion es haben mag.

Was ich allerdings weiß: Der Dm-Akkord klingt in einem Lied in C-Dur meistens gut, wenn er an den richtigen Stellen gespielt wird. Und in den Gitarrentabs von Liedern in C-Dur kommt er auch häufig vor. Vlt ist jetzt klarer, was ich mit meiner Frage gemeint habe. Ich wollte eigentlich nur wissen, warum das so ist, und was für einen theoretischen Hintergrund das evtl haben mag.

Vlt bin ich ja aber auch wieder mal auf dem völlig falschen Dampfer unterwegs. :oops: Wenn das wieder mal nur so eine saublöde Frage war, die nur in meinem Kopf herum geistert und überflüssigerweise das Hirn vernebelt, dann spiele ich halt weiterhin diesen Akkord, wenn er gut klingt und dazu paßt, und laß es dahin gestellt sein, warum das so ist. :lol:

Da es bei mir offenbar an der Kenntnis der Begriffe und deren Bedeutung haperte, und deshalb mit eurer eigentlich einfachen Antwort nichts anfangen konnte, habe ich mal bisserl weiter gesucht und das hier gefunden:
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... Siehe_auch

Demnach ist das anscheinend so einfach wie folgt:
1. Diese Tonstufe (bezeichnet mit römischen Ziffern) ist anscheinend nichts anderes als die Stellung eines Tons in der Reihenfolge der jeweiligen Tonleiter.
2. Der zu jeder Tonstufe zugehörige Akkord wird (immer?) gebildet aus seinem Grundton und dem Ton, der 1 Terz höher ist und dem Ton der eine Quint höher ist.
3. Je nach Lage der Halbtonschritte innerhalb der Tonleiter handelt es sich bei den daraus folgenden Akkorden um
Dur-Akkorde (I., IV. und V.)
oder Moll-Akkorde (II., III. und VI., wobei letzterer die Mollparallele zu I. ist, II. die Parallele zu IV. und III. die Parallele zu V.)
oder in einem Fall (VII.) um einen Diminished (= verminderten) Akkord (was auch immer das sein mag).
Die Septimakkorde und anderes Zeug lasse ich jetzt mal außen vor.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, und wenn ich mich bei der Ausarbeitung der Tabellen nicht vertan habe oder einem neuen Denkfehler aufgesessen bin, dann müßte ja Folgendes zutreffen:

Bild

(Stufe = Akkord = Töne, die den Akkord bilden)

Als Schlußfolgerung für die Spielpraxis habe ich mir mal herausgesucht, wo die Töne dieser Akkorde in jeweils nebeneinander liegenden Kanälen einer MuHa zu fiden sind.
Hier einmal dargestellt für die Standard Richter Stimmung:

Bild

Wenn das so richtig gedacht ist, dann kann ich ja weiter machen, und das auch noch ausarbeiten für andere Stimmungen wie Paddy Richter, Do-It (Easy Third), PowerChrom (*), Solo (diatonisch/chrom), harmonisch und natürlich Moll usw, um nur mal die zu nennen, die ich selber habe und auch spiele. Die Tabellen mit den Stufen und den Tönen der zugehörigen Akkorde zu erweitern um die linke Hälfte des Quintenzirkels (b-Tonarten) ist dann auch kein Hexenwerk mehr und schnell gemacht.


Danke an alle, die es bis hier durchgehalten habe zu lesen. Ich hoffe es war verständlich genug geschrieben .


liebe grüße
triona


*) @ Dirk: Mittlerweile kann ich mit der Power Chrom schon etwas spielen. :) Richtig durchschaut habe ich sie aber noch nicht. Das Akkordspiel damit hat so seine Tücken. Vor allem finde ich da oft keinen passenden Schlußakkord. Die ist anscheinend mehr für Melodiespiel ausgelegt. Aber allein das ist es schon Wert, daß ich mich endlich mal mit dieser Harmonielehre eingehender auseinander setze.
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Re: Tonstufen und Akkorde

Beitrag von Adam_Lark » 22.05.2020, 04:32

"1. Diese Tonstufe (bezeichnet mit römischen Ziffern) ist anscheinend nichts anderes als die Stellung eines Tons in der Reihenfolge der jeweiligen Tonleiter. "
Genau so einfach ist das. Daher meine Antwort mit D als 2. Stufe = 2. Ton in der C Dur Tonleiter.
Ich habe mir das immer am Klavier erklärt, auch wenn ich an sich kein Klavier spiele (meine Geschwister hatten aber Unterricht, also stand eines bei uns rum):
Wenn du angefangen beim C die 1., 3. und 5. Taste hälst (also immer eine frei lassen, und ich meine mir die weißen Cdur Tasten), dann hast du den Cdur Akkord. Gehst du jetzt mit mit allen eins weiter, bekommst du D Moll, E Moll, F Dur, G Dur etc. Also alles Akkorde aus den Tönen der C Dur Tonleiter (weiße Tasten).
Eine Anmerkung noch zum I Akkord auf einer Diatonischen: den bekommst du, egal welche 3 neben einander liegende Töne du gleichzeitig pustest. Die anderen Akorde müssten auch stimmen, bei der VII bin ich nicht sicher.

Gruß

Adam
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Re: Tonstufen und Akkorde

Beitrag von triona » 23.05.2020, 21:14

Adam_Lark hat geschrieben:
22.05.2020, 04:32
... bei der VII bin ich nicht sicher.

Die VII. habe ich mir auch analog abgeleitet. Waren ja auch keine anderen Töne mehr übrig. Diesen Akkord kenne ich auch noch nicht wirklich. Muß ich mir mal gezielt anhören.

Daß zu der I. alle Blastöne der Richter-Stimmung passen, war mir schon klar (einschließlich dem höchsten in Kanal 10). Daß da auch andere Schichtungen der Töne möglich sind, habe ich allerdings vergessen, auf meiner Tabelle mit aufzuführen. Also nicht nur 1+2+3/4+5+6/7+8+9, sondern auch noch 2+3+4/3+4+5/5+6+7 usw ... 8+9+10. Ein oktavierter Ton oder mehrere dabei oder zusätzlich noch oben drauf ist ja auch sehr gut möglich, da ja keine akkordfremden Töne dazwischen sind. Bei einer Oktav-MuHa hat man das ja gleich automatisch (sofern sie in Richter-Stimmung ist). Da wird dann der Klang fetter.

Die Tabelle war sowieso bloß ein schneller Entwurf am Ende einer langen Nacht. Die muß noch besser ausgearbeitet werden, daß ein Vergleich verschiedener Stimmungssysteme möglich ist. Das wäre nämlich der spielpraktische Nutzen, den ich mir davon verspreche. Wenn das dann so weit ist, kann ich es ja wieder hier anfügen. Vlt interessiert das ja auch noch andere.


liebe grüße
triona
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