Hohner Super 64 (2018)

Beschreibung und Kritik zu einzelnen Modellen. Keine Plauderecke!

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Carlito
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Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von Carlito » 23.04.2019, 19:44

Heute hab ich die neue Super 64 bekommen. Hier meine ersten Eindrücke:
Sie sieht gut aus - die matten Deckel gefallen mir. Zerlegt hab ich sie noch nicht. Den im Etui beiliegenden Schraubendreher hab ich gleich mal benutzt, um den Druck der Schieberfeder zu erhöhen (ich mag's, wenn der Schieber möglichst schnell reagiert).

Der Klang liegt zwischen der alten Super 64 und der alten Super 64X. Die untere Oktave lässt sich besser spielen als bei der alten 64. Die Töne in den letzten beiden Kanälen sind auch "out of the box" spielbar (vermutlich wegen des optimierten Kanzellenkörpers), allerdings hier ist mehr Power beim Blasen und Ziehen nötig (und man hört Luft entweichen, vielleicht kann man da noch was abdichten). Bei meiner alten Super 64 ware die höchsten Töne erst spielbar, nachdem ich das Kanalvolumen reduziert hatte (mit Bastelmasse).

Beim Spielen ist mir aufgefallen, dass ich mit etwas mehr "Attack" anblasen muss, sonst kommen manche Töne mit einer leichten Verzögerung (vor allem bei leisen Passagen). Manchmal hört man ein leises Ventilgeräusch (nicht störend). Bin mal gespannt, ob sich das nach einer gewissen Einspielphase von selbst reguliert, oder ob ich evtl. ein anderes Ventilmaterial ausprobiere. Ich denke nicht, dass es an den Löseabständen liegt.

Vielleicht schreib ich noch mal was dazu, wenn ich sie länger gespielt habe und auch das Innenleben erforscht habe.

Duo Klangspiel
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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von Duo Klangspiel » 23.04.2019, 21:01

Die Stimmplatten sind durchwegs gedoppelt? Wie spielt sich die Oktave c' zu c" ? Wie schnell spricht sie an? Die 4. Oktave habe ich bei meiner 64x halbventiliert. Somit sprechen die Zungen besser an. Läuft der Schieber leise, auch bei längerer Benutzung?
VG Olaf

Juke
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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von Juke » 23.04.2019, 22:36

Duo Klangspiel hat geschrieben:
23.04.2019, 21:01
Die Stimmplatten sind durchwegs gedoppelt?
Nur bei der Super 64 X.

Danke für den ersten Bericht!

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)

Und in Bezug auf neues Zeugs (Harps, Amps, Mikros, Effekte usw.) wusste bereits Schiller: Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

Carlito
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Fortsetzung

Beitrag von Carlito » 24.04.2019, 18:41

So, grad hab ich noch mal eine Runde gespielt. Inzwischen hab ich die Schieberspannschraube ganz reingedreht, weil mir der Schieber sonst nicht schnell genug ist (z. B. wenn man ihn zum Trillern benützt). Wenn ich sie noch ein Weilchen eingespielt habe, werde ich einige Töne noch nachstimmen. Das tiefe C im Kanal 1 kam mir nach Gehör etwas zu hoch vor (das Stimmgerät hat's bestätigt), und das D in den Kanälen 1 (5. Loch) und 9 kommt mir etwas zu tief vor.

>Die Stimmplatten sind durchwegs gedoppelt?<
Wie jemand bereits geschrieben hat, ist das nur bei der 64X der Fall. Bei der normalen Super 64 sollen sie 1,2 mm dick sein.

>Wie spielt sich die Oktave c' zu c" ? Wie schnell spricht sie an?<
Bin mir jetzt nicht sicher, welche Oktave das ist. Also, die beiden mittleren Oktaven spielen sich eigentlich am besten, die Töne klingen "fett" (fast wie bei der 64X, aber nicht ganz so), man kann sie ziemlich laut werden lassen (bin noch ein wenig vorsichtig), und sie sind gut "formbar" (für mein Gefühl).
Ich hab zwischendurch zum Vergleich meine alte Super 64 gespielt und habe den Eindruck, dass sie etwas schneller oder direkter anspricht als die Neue. Aber das Ansprechverhalten ist bei jedem Instrument etwas anders, und man muss sich jeweils etwas anpassen oder dran gewöhnen. Vielleicht werde ich die Löseabstände noch etwas optimieren.

Mir ist aufgefallen, dass das Mundstück (im Profil, von der Seite) ungefähr doppelt so hoch ist als bei der alten 64. Dadurch hat man mit den Lippen mehr Abstand zum Vorderrand der Deckel. Andererseits ist die Distanz zwischen der Mundstückvorderkante und dem Schieber (und vermutlich auch zu den Stimmzungen) größer als bei der alten 64, d.h. es gibt ein größeres "Leervolumen". Ob das irgendeine Auswirkung hat, weiß ich nicht. Das Mundstück scheint übrigens nicht gebogen zu sein, d.h. es bringt nichts, die Mundstückschrauben stärker anzuziehen.

>Die 4. Oktave habe ich bei meiner 64x halbventiliert. Somit sprechen die Zungen besser an.<
Ich hab die letzen 3 oder 4 Kanäle etwas enger gemacht, das hat auch deutlich geholfen (bei der 64 und 64x).
Bei der neuen 64 höre ich beim Blasen und Ziehen in der 4. Oktave Luft zischen. Vielleicht finde ich noch heraus, wo die undichte Stelle ist. Eigentlich schade, denn man hat endlich den Kanzellenkörper optimiert und das Volumen der obersten Kanäle reduziert, aber wenn zuviel Luft daneben geht ...

Was die Spielbarkeit der höchsten Töne angeht, finde ich die Saxony (Orchestra) und die Deluxe Steel von Seydel am besten (dafür sind die tiefen Töne etwas heikel).

>Läuft der Schieber leise, auch bei längerer Benutzung<
Grade bei längerer Benutzung. Am Anfang war das Schiebergeräusch noch etwas "schabend", aber das hat sich inzwischen wohl eingeschliffen (als ich die 64x neu bekommen hatte, war das auch so - inzwischen läuft er butterweich).

Carlito
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Zerlegt und getaped

Beitrag von Carlito » 06.05.2019, 20:17

So, inzwischen hab ich sie mal auseinandergebaut und das Innenleben erkundet. Praktisch ist schon mal, dass man die Deckel einzeln abschrauben kann, und dass die Deckel-Abstandshalter am Korpus befestigt oder eingeformt sind (bei der alten Super64 sind es diese winzigen Blechstücke, die leicht rausfallen und verlorengehen können). Leider war man bei der Befestigung der Stimmplatten nicht so konsequent: wenn man alle Schrauben gelöst hat, ist auch die untere Platte lose (bei der Seydel Saxony z. B. wird dies durch 1 oder 2 zusätzliche Schrauben verhindert). Beim Kanzellenkörper ist die Verbesserung gegenüber dem alten Modell klar sichtbar: die einzelnen Kanäle sind abgestuft und werden nach oben hin enger. Dadurch sprechen die hohen Töne besser an (vielleicht mache ich die letzten Kanäle noch etwas enger).
Der Austausch der Schieberfeder dürfte wegen des Verstellmechanismus etwas komplizierter sein als beim Vorgängermodell.

Das Mundstück ist einfacher aufgebaut als bisher: der Schieber läuft zwischen dem Kanzellenkörper und dem eigentlichen Mundstück. Die (De-)Montage ist dadurch vereinfacht; hilfreich ist dabei auch, dass man mit der Verstellschraube die Schieberfeder entspannen kann, das erleichtert das "Einfädeln" der Feder beim Zusammenbau.
Im Unterschied zum Vorgängermodell ist das Mundstück nicht mehr gekrümmt; es bringt also nichts, die Mundstückschrauben stärker anzuziehen, um eine bessere Abdichtung hinzubekommen. Bei den alten Modellen hat man zwar das Problem, dass das gebogene Mundstück an den beiden Enden nicht ganz dicht ist, aber im mittleren Bereich kann man die Abdichtung mit den Mundstückschrauben gut einstellen. Bei dem neuen Schieber/Mundstück scheint es so zu sein, dass man über die gesamte Breite des Mundstücks eine ungefähr gleich gute (oder nicht so gute) Abdichtung hat.

Da ich mit der Ansprache (vor allem bei schnellen/leisen Passagen) nicht zufrieden war, hab ich auf die eine (dem Kanzellenkörper zugewandte) Seite des Schiebers Tesafilm aufgeklebt und dann mit dem Skalpell die Löcher ausgeschnitten. War etwas mühsam, aber die Mühe hat sich gelohnt - das Ansprechverhalten hat sich spürbar verbessert. Jetzt hoff ich nur, dass diese Bastelei lange durchhält. Vielleicht versuch ich's mal mit einer doppelten Lage Tesafilm.

Übrigens: Nachdem dieses Experiment so gut funktioniert hat, wollte ich auch bei meiner CX12 den Schieber mit Tesafilm modifizieren. Allerdings hat sich gezeigt, dass schon eine einzige lage Tesafilm zu dick war, d.h. der Schieber klemmte. Wenn man bedenkt, dass Tesafilm nur 0,065 mm "dick" ist (Quelle: Internet), spricht das sehr für die Präzision und Luftdichtigkeit der CX 12.

Mein persönliches Fazit: Die "Super 64/2018" ist bereit im Lieferzustand gut spielbar; die Töne sind etwas "kräftiger" als beim Vorgängermodell, dafür geht leider der "hohnertypische" Mundharmonika-Sound etwas verloren. Die höchsten Töne kommen leichter, allerdings nicht so gut wie bei der Saxony oder Deluxe Steel von Seydel.
Wenn man gerne auch mal schnell spielt (z. B. Flöten-Sonaten von Telemann) oder pianissimo, kann das schlechtere Ansprechverhalten Probleme bereiten (was man durch Bastelei verbessern kann, siehe oben).
Meine alte Super 64 und 64X werde ich bestimmt nicht so schnell in Rente schicken ...

harp-addicted
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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von harp-addicted » 07.05.2019, 08:50

Für verschiedene Anwendungen nehme ich Tesafilm kristallklar.
Lt. Internet ist die Gesamtdicke: 0058 mm (leider fehlt der Punkt an der entscheidenen Stelle)

Carlito
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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von Carlito » 07.05.2019, 20:08

Hallo Wolfgang,

wie sind denn so Deine Erfahrungen mit der "Haltbarkeit"? Hab die Befürchtung, dass der Tesafilm irgendwann aufgearbeitet ist und dann (im ungünstigsten Moment) den Schieber blockiert. - Vielleicht probier ich beim nächsten Mal ein anderes Klebeband aus. Von Tesa soll's ja auch ein transparentes Reparaturklebeband geben, das etwas dicker ist als der normal Tesafilm (und auch stärker klebt).

Gruß
"Carlito"

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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von triona » 07.05.2019, 22:43

Carlito hat geschrieben:
07.05.2019, 20:08
... "Haltbarkeit"? Hab die Befürchtung, dass der Tesafilm irgendwann aufgearbeitet ist und dann (im ungünstigsten Moment) den Schieber blockiert.
Ich hab da so die dumpfe Ahnung, daß das ziemlich bald passieren wird. Hatte allerdings bislang noch nie die Notwendigkeit, das auszuprobieren. (Von selber wäre ich niemals auf diese Idee gekommen.) Ich hatte bislang eigentlich wenig Probleme mit übermäßiger Undichtigkeit, sondern immer nur mit Schiebern, die nach längerer Spielpause klemmen oder festgeklebt sind. Da half dann nur Schrauben lockerer machen zum Lösen und dann Reinigen und frisch ölen.

Ich stell die Schrauben von Mundstück und Schieberpaket immer so straff wie möglich ein, daß sich der Schieber gerade gut bewegt, aber daß nicht das ganze Schieberpaket einschließlich Mundstück beim Spielen wackelt. (Besonders die Chordomonikas mit den 2 Schiebern haben da äußerst enge Toleranzen.) Das war bei mir bislang immer dicht genug.

Und richtig laut geht nach meiner Meinung eigentlich sowieso nur mit der CX-12. Die ist auch immer sehr gut dicht. Bei Akustik-Sessions nehm ich nur die - vor allem, wenn da viele Blechbläser, Schalmeien (Martinstrompeten), Dudelsäcke, Akkordeone oder Trommeln dabei sind.


liebe grüße
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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von Denzilo » 08.05.2019, 13:35

Hallo zusammen,

hatte mir letztes Jahr noch schnell eine alte Super 64 zugelegt für einen günstigen Neupreis. Das Instrument ist perfekt, sogar so gut, dasd ich anfangen habe mich zu fragen warum die nicht mehr gebaut wird. Das Preisleistungsverhältnis hat gepasst für mich. Aber mir kommt es so vor, dass man bei Chroms eingach ne gute erwischen muss. Ehrlicherweise brauch ich die tiefen Töne aber nicht so oft wie ich dachte.

Viele Grüße
Denzilo

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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von harp-addicted » 08.05.2019, 15:29

Carlito hat geschrieben:
07.05.2019, 20:08
Hallo Wolfgang, wie sind denn so Deine Erfahrungen mit der "Haltbarkeit"?
Wegen der mechanischen Beanspruchung kann ich zu Deiner speziellen Anwendung nichts sagen.
Diesen glasklaren Film benutze ich z.B. zum Schutz von Beschriftungen auf Bodentretern.
Außerdem beschrifte ich meine Seydel Harps mit der Tonart auf der Rückseite des Kanzellenkörpers mit einem selbstgedruckten Aufkleber. Darüber kommt der Film zum Schutz und der hält wirklich dauerhaft gegen Blut, Schweiß und Tränen :lol:
Dateianhänge
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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von triona » 08.05.2019, 16:37

Dafür nutze ich das auch.

liebe grüße
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Update

Beitrag von Carlito » 22.07.2019, 19:27

So, inzwischen ist sie gut eingespielt, und mein Resümee ist: diese Mundharmonika will laut gespielt werden, also gefühlsmässig von mf bis ff. Für piano-Passagen, vor allem schnelle, scheint sie mir eher nicht so geeignet. Obwohl das Taping des Schiebers tatsächlich das Ansprech-Verhalten etwas verbessert hat, kann es vorkommen, dass ich bei leisen Passagen "Aussetzer" habe oder der Luftstrom abreißt. Wenn ich sehr dynamisch spielen will, nehm ich lieber die CX-12 oder die alte Super-64 /64X.

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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von Denzilo » 07.08.2019, 10:11

Hi,
Mmhh, ich vermute Dein Problem hat weniger mit dem Schieber zu tun als mit den Löseabständen. Lass das mal prüfen wenn Du magst. Bin allerdings kein Technikexperte...
Grüße
Denzilo

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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von Christines meadow » 11.08.2019, 16:48

Hallo,
habe sie in "C" Stimmung gekauft und sie inzwischen auch genug gespielt, um etwas dazu zu sagen. Ich spiele sie so, wie bekommen, habe sie noch nicht auseinander genommen. Sie liegt gut in der Hand, der Schieber geht sehr weich (ohne Justierung), funktioniert ausgezeichnet. Pucking: Die Töne von unten bis zur 7 spielen sich gut laut. Aber die oberen Töne sind genau wie bei der alten 64er sehr dünn. Tongue-blocking: hier hört sich der Ton viel satter an! Allgemein: Die unteren 4 Töne vibrieren stark, man muss sie sehr leise anspielen. Letzteres hatte ich allerdings auch bei anderen diatonischen Harps mit tieferen Stimmungen.
Insgesamt gefällt mir der Sound sehr gut. Sie liegt, nach längerer Spielzeit, etwas schwer in der Hand. Einmal sind mir sogar die Finger eingeschlafen, vielleicht hatte ich einfach die Chrom zu fest gehalten.
Fazit: Ich liebe dieses Instrument! Werde allerdings meine alte Super 64 nicht aufs Altenteil schicken, sondern sie als Ersatzinstrument (man weiß ja nie) aufbewahren.

Gruß, Christines meadow
Thank you for the music, the songs I'm singing .........
und "jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, aber nicht in die Harp"

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Re: Hohner Super 64 (2018)

Beitrag von Carlito » 12.08.2019, 07:14

Hallo Denzilo:

Ich stelle die Löseabstände selbst ein und justiere sie bei Bedarf nach, meist etwas niedriger als "ab Werk". Damit kann man das Ansprechverhalten verbessern, allerdings darf man die Abstände nicht zu niedrig einstellen, weil man dann andere Probleme bekommt.
Ich denke, das Problem liegt beim Schieberaufbau, weil der Spalt, in dem der Schieber geführt wird, fest vorgegeben ist und durch das Anziehen der Mundstückschrauben nicht kleiner gemacht werden kann (anders als bei den alten 64ern). Deshalb hab ich es ja mit "Tapen" versucht, was tatsächlich eine Verbesserung bewirkt hat.

Ich denke, dieses Instrument wurde auf Lautstärke "getrimmt", so dass man sich auch unverstärkt gut durchsetzen kann. Das geht allerdings auf Kosten des Dynamikumfangs (laienhaft ausgedrückt). Wenn ich mit anderen zusammen spiele, benütze ich meistens ein Mikro. Die Mundharmonika muss deshalb nicht laut sein, sondern von pianissimo bis forte gut ansprechen.

Es kommt wahrscheinlich auch auf die Musikstile an, die man bevorzugt spielt. Bei vielen Musikrichtungen sind Lautstärke-Veränderungen eher unverwünscht, die Tontechniker wollen es, der Dynamikverlauf soll möglichst gleichmäßig sein. Ich will das aber nicht, weil es mich in meiner musikalischen Ausdrucksfähigkeit einschränkt. Deshalb lieber ein etwas leiseres Instrument, mit dem man auch "flüstern" kann, ohne dass Töne abreißen oder nicht ansprechen.

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