Mundstück-Krümmung

Alles was nicht nach Bluesharp aussieht.

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Carlito
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Mundstück-Krümmung

Beitrag von Carlito » 10.04.2019, 17:02

Bei den meisten chromatischen Mundharmonikas (ausgenommen CX-12) ist das Mundstück leicht gebogen und wird durch Anziehen der gegenüberliegenden Schrauben befestigt. Dadurch wird jedenfalls im mittleren Bereich eine gute Abdichtung erreicht. Am linken bzw. rechten Ende klafft ein Spalt. Natürlich kann man diesen Spalt schließen, indem man die Schrauben fest anzieht, aber dann ist der Schieber nicht mehr zu bewegen.

Bei meinen zwei Seydels (Saxony, Deluxe Steel) habe ich den Eindruck, dass das Mundstück zu stark gekrümmt ist. Vor allem die tiefen Töne sprechen schlecht an (ich bin mir sicher, dass das nicht an mir liegt). Der Spalt ist auf beiden Seiten ziemlich groß, und beim Spielen hört man die Luft durchströmen. Kann man die Mundstück-Krümmung verringern? Hat jemand evtl. Erfahrung damit?

triona
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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von triona » 10.04.2019, 19:12

Vorsichtshalber am Besten Seydel fragen. Wenn du das Ding zerbrichst oder nicht rückformbar (über die Elastizitätsgrenze hinaus) verbiegst, dann bist du rund 40 € los. Ich hatte das Problem zum Glück noch nicht, weder bei Seydel (Deluxe Messing, Sampler = Technik und Abmessungen der Deluxe Steel), noch bei Hohner (270, 280) oder Hering (5140).


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Denzilo
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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von Denzilo » 12.04.2019, 15:54

Hallo,
genau das dachte ich bei meiner Deluxe Steel auch mal, aber ich hatte das Mundstück nicht richtig zusammengebaut. Irgendwie versemmle ich es bei Seydels immer mit den Pufferhülsen. Seydel hat das Problem wie immer top und günstig gelöst. Finde den Zusammenbau bei den klassischen Hohners einfacher.

Grüße Denzilo

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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von Duo Klangspiel » 16.04.2019, 21:30

N'Abend,
ich habe die Mundstückkrümmung schon einmal etwas entspannt, allerdings bei einer 64er Hohner. Mit Gefühl, aber ohne Garantie, geht das. Zu viel Spannung/ Krümmung auf dem Mundstück ist nicht optimal. Und die Luft entweichend zu hören, ist ebenfalls nicht gut. Der Schieber muss weich laufen.
VG Olaf

Carlito
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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von Carlito » 23.04.2019, 19:50

Hallo Olaf,

vielen Dank für den Erfahrungsbericht. Nach welcher Methode bist Du vorgegangen? Ich dachte mir, dass ich vielleicht das Mundstück mit Schraubzwingen an beiden Enden auf einer flachen Unterlage befestige (für eine gewisse noch zu bestimmende Zeitdauer).

Gruß
Carlito

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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von Duo Klangspiel » 23.04.2019, 20:51

N'Abend,
das Mundstück habe ich mit beiden Daumen justiert, mit viel Gefühl halt, die Erfahrung und Übung machen es halt. Handwerklich sehr vorbelastet. Auf einer geraden Unterlage immer wieder überprüft, ob die Biegung passt.
Grüsse

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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von Denzilo » 23.04.2019, 21:10

Hi Carlito,

lass es Seydel machen. Das kostet Dich nicht die Welt, genau das ist deren grosser Trumpf. Top Service zum fairen Preis, das bietet kein anderer Hersteller. Dass bei 2 Seydel Harps was mit der Krümmung nicht stimmt halte ich für seeeeehr unwahrscheinlich.

Viele Grüße
Denzilo

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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von Denzilo » 24.04.2019, 20:42

Hi Carlito,

Hab noch was vergessen. Da du ja die Saxony und die Deluxe Steel hast würde mich interessieren ob die Saxony noch ein grosser Schritt nach vorne ist. Habe nämlich auch eine tolle Deluxe Steel und frage mich inwiefern die Saxony noch besser sein kann. Danke!

Grüße
Denzilo

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Saxony vs Deluxe Steel

Beitrag von Carlito » 24.04.2019, 21:06

Hallo Denzilo,

die Saxony (orchestra) hatte ich zuerst, danach kam die Deluxe Steel (in normaler C-Stimmung). Die find ich fast besser als die Saxony. Diese liegt zwar besser in der Hand (wegen des Alukörpers), aber ich habe den Eindruck, dass ich den Schieber öfter zerlegen und reinigen muss, damit er flott läuft. Die Schieberfeder biege ich immer wieder mal auf, damit der Schieber schneller reagiert. Die Deluxe Steel kommt mir in dieser Hinsicht etwas pflegeleichter vor.

Klanglich gefällt mir die Deluxe Steel auch fast besser als die Saxony, da sie nicht so hell oder "metallisch" klingt (naja, ist subjektiv).
Ich hab mir die Saxony bei Seydel noch modifizieren lassen, so dass ich als höchsten Ton das g bekomme (Blaston, Schieber gedrückt; statt normal f). Leider kommen die tiefen Töne (unterhalb vom C) nicht so gut, da bin ich immer noch dran am optimieren. An sich wäre das für mich der optimale Tonumfang.
Vielleicht prozjiziert die Saxony ein wenig besser als die Deluxe Steel, wegen des Alu-Körpers. Ist aber schwer zu beurteilen. Ich hab auch den Eindruck, dass die Saxony einen größeren Dynamik-Umfang hat, d. h. man kann sie (abgesehen von den tiefen Tönen) richtig laut rausspielen, wenn man sich traut.

Gruß
Carlito

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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von Denzilo » 25.04.2019, 09:22

Danke Carlito!

Grüße Denzilo

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Deluxe Steel

Beitrag von Carlito » 26.04.2019, 18:27

Hallo Denzilo,

noch eine kleine Ergänzung: Bei der Deluxe Steel ist der Abstand zwischen der Mundstückvorderkante und dem Vorderrand der Schalldeckel geringer als bei der Saxony, d. h. man ist mit den Lippen näher dran. Das ist mir als erstes aufgefallen, als ich die Deluxe Steel neu bekommen habe. Je nach Ansatztechnik kann das gut oder nicht so gut sein. Mir als "U-Blocker" macht es jedenfalls nichts aus, meine "Goschn" passt sich an so ziemlich jedes Mundstück an. Nur die kantigen Trapezformen mag ich nicht so. Deshalb hab ich auf beiden (Saxony, Deluxe Steel) die halbmondförmige Variante drauf.

Gruß
Carlito

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Re: Deluxe Steel

Beitrag von triona » 27.04.2019, 00:53

Carlito hat geschrieben:
26.04.2019, 18:27
... "U-Blocker" ...
Aha, so nennst du das. :lol:
Das werde ich mir mal merken müssen. Das ist nämlich auch meine bevorzugte Technik. (Drum komm ich auch sehr gut zurecht mit dem dicken Mundstück der CX-12.) Bisher habe ich das immer "Breitmaulfrosch" genannt. Weiß aber auch nicht jeder was mit anzufangen.


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U-Blocking

Beitrag von Carlito » 27.04.2019, 15:11

Hallo triona,

ich bin mir nicht sicher, ob wir beide dasselbe meinen. Das U-Blocking ist eine Technik für das Einzeltonspiel, die darauf beruht, dass man die Zunge rollt, so dass sie eine Rinne oder einen Kanal bildet. Viele Leute verwenden diese Technik, ohne es zu wissen. Ich habe es auch erst später gemerkt, was da eigentlich vor sich geht. Die Zunge rollt sich quasi automatisch, sobald ich das Instrument ansetze.

Gruß
Carlito

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Re: Mundstück-Krümmung

Beitrag von triona » 27.04.2019, 20:44

Aha, das habe ich irgendwie ganz anders verstanden. Das mache ich nicht. Dann bleib ich lieber beim "Breitmaul" bzw "Breitmaulfrosch", wenn ich meine Spieltechnik beschreiben will. Ich hatte das gedacht, daß das das selbe sein könnte, weil ich meine MuHa immer so weit im Mund habe, daß die Lippen das Mundstück rundum fest und dicht verschließen - wie ein "U", allerdings ein liegendes. :lol: Und da habe ich gedacht, daß du das auch gemeint haben könntest.


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