Reperatur Chromonica Hohner

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joachim1960
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Reperatur Chromonica Hohner

Beitrag von joachim1960 » 24.05.2016, 19:03

Hallo zusammen

Habe eine Hohner Chrominica 270

Holzkanzelle gebrochen lohnt sich Reperatur ???

und kan mann die Ventile auch weg lassen....

Danke im vorraus

Joachim

Juke
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Beitrag von Juke » 24.05.2016, 19:27

Ob sich eine Reparatur lohnt, hängt vom sonstigen Zustand der Harmonika ab.

Ich habe meine alte Chromonika III, bei der ich den Kanzellenkörper schon selbst geleimt hatte, an Thomas Hanke nach Leipzig geschickt. Er hat sie wieder prima fertig gemacht, obwohl ich schon ziemlich an ihr herum gebastelt hatte.
Das Ergebnis rechtfertigt auf jeden Fall den Preis, den er dafür genommen hat.

Auch eine ältere Chromonika II hat er wieder schön spielbar gemacht, für einen meiner Meinung nach wirklich günstigen Preis. Vielleicht nimmst du einfach mal mit ihm Kontakt auf.
http://www.hankeharmonicas.de

Ach ja, die Ventile sind bei chromatischen Harmonikas obligatorisch, da sie sonst zu leise spielen. Wegen des Schiebers geht eine Menge Luft verloren.

Schöne Grüße
Dirk
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daenou
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Neue Kanzelle kaufen!

Beitrag von daenou » 25.05.2016, 08:08

Also wenn die Stimmplatten und die Ventile noch gut sind, dann kaufst Du am besten eine neue Kanzelle beim Hohner Ersatzteildienst http://www.hohner-cshop.de/Mundharmonik ... e-Modelle/. Dein Modell 270 ist genagelt, deshalb brauchst du auch noch einen Satz Schrauben wie beim Modell 280 angeboten. Neu nageln würde ich nicht.

Das Austauschen ist nicht wirklich schwierig: Deckel weg, Stimmplatten weg, Schieberpaket weg - Schieberpaket drauf, Stimmplatten drauf, Deckel drauf. In dieser Reihenfolge, das Schieberpaket stabilisert das Ganze. Die Stimmplatten sind gekrümmt und haben deshalb eine gewollte Spannung.

Das Instument ist ursprünglich genagelt, deshalb musst Du die Stimmplatten mittels eines kräftigen Messers weghebeln und die Nagellöcher ausbohren. In der einen Platte und in der Kanzelle bohrst Du etwas grösser als der Nenndurchmesser der Schrauben (ca. 1.8 bis 2 mm), in der anderen mit dem Kernlochdurchmesser (ca. 1.2 bis 1.4 mm). Am Besten fixierst Du die eine Platte provisorisch mit Klebeband auf der Kanzelle und nutzt diese als Führung für den Bohrer, dann passt es am Ende bestimmt! Ein Gewinde brauchst Du in die andere Platte nicht zu schneiden, die harten Stahlschrauben schneiden sich das selber im weichen Messing. Beim Einschrauben geht es zuerst etwas streng, nach drei Umdehungen ist dann das Gewinde fertig und das Anziehen geht ganz normal. Nicht zu fest anziehen!

Wenn Du die Platten in der Hand hast, dann kannst du ja gleich die Ventile begutachten und allenfalls einzelne oder alle ersetzen.

Und das Schieberpaket hat sicher eine Reinigung und eine Einreibung mit etwas Öl nötig.

Juke
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Beitrag von Juke » 25.05.2016, 12:55

Beim Umbau auf Schrauben ist äußerte Präzision gefordert. Die Nagellöcher in der oberen Stimmplatte sitzen an einer anderen Stelle als die in der unteren. Aber halt nur knapp daneben. Beim Bohren von Hand oder mit der Kleinbohrmaschine hat man schnell daneben gebohrt und hinterher passt es nicht mehr.

Ich habe meine Chromonika III auch auf Schrauben umgebaut. Dazu hatte ich die Harp mit zwei Nägeln oben und zwei Nägeln unten sowie den Schrauben für die Schalldeckel soweit zusammen gebaut, dass die Teile eigentlich hätten übereinander passen müssen. Trotzdem hatte ich hinterher einen leichten Versatz zwischen den beiden Stimmplatten. Thomas Hanke hatte mir dann gesagt, dass er die Harp lieber wieder genagelt hätte. Das ist mit neuen Nägeln, die eine minimal größere Dicke als die alten haben, kein Problem.

Wenn du die Stimmplatten abhebelst, achte darauf, dass du sie möglichst gleichmäßig anhebst, immer nur ein paar Zehntel Millimeter rundherum, damit die Stimmplatten nicht verbogen werden. Die absolute Planlage von Stimmplatten und Kanzellenkörper sind für einen vernünftigen Ton unerlässlich.

Drum habe ich es auch lieber jemanden machen lassen, der sich wirklich damit auskennt. Thomas sagt dir übrigens auch genau, welcher Aufwand sich lohnt und welcher nicht. Absolut fair. -6--

Schöne Grüße
Dirk
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tüfti
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Re: Reperatur Chromonica Hohner

Beitrag von tüfti » 08.10.2018, 09:39

In meinem Archiv habe ich noch eine Chromonika III aus den Jahren um 1965 liegen.
Sie hat, soweit ich das sehe, Ventile bis vor die höchste Oktave.
Das Ansprechverhalten ist gegenüber meiner neuen Suzuki SU-21H sehr bescheiden.
Nun eine Frage an die Experten:

Sind die neuen Chromatikas in dieser Hinsicht verbessert und könnte man durch Auswechseln der Stimmplatten und des Kanzellenkörpers sie wieder zum leichteren Ansprechverhalten und zum Leben erwecken? Oder lohnt das nicht? Eine neue Chromonica II liegt um 150€.

Auf der Hohner-Seite habe ich Ersatzteile für Chromonica III 280_64 gefunden, die ca. 150€ kosten würden. Aber ob die dann zum Mundstück und dem Schieber passen, ist fraglich.

triona
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Re: Reperatur Chromonica Hohner

Beitrag von triona » 08.10.2018, 11:04

tüfti hat geschrieben:
08.10.2018, 09:39
Auf der Hohner-Seite habe ich Ersatzteile für Chromonica III 280_64 gefunden, die ca. 150€ kosten würden. Aber ob die dann zum Mundstück und dem Schieber passen, ist fraglich.
Eine neue Chromonica III kostet 189€.
Und die ist dann auch von vorn herein geschraubt.

https://www.thomann.de/de/hohner_chromo ... arch_prv_1

Zu Ansprache und Klang kann ich dir nichts sagen, weil ich auch nur alte habe, die diesbezüglich hervorragend sind.

Wenn deine alte Schrott ist (wirtschaftlicher Totalschaden) könnte ich sie vlt noch gebrauchen als Ersatzteilspender und Übungsstück zum Umstimmen.
Aber frag mal den Thomas, ob er sie noch retten kann. das könnte u.Umst. die günstigere Lösung sein.


liebe grüße
triona
Dess daacht doch alles nischt, dess naimodisch Zaich.
frei nach Anton Günther

Ich hab nur einmal ganz kurz auf die Maus geklickt - ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

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Re: Reperatur Chromonica Hohner

Beitrag von Juke » 08.10.2018, 15:36

Die Ersatzteile für die neue Chromonica passen definitiv nicht zur alten. Beim Wechsel des Materials für den Kanzellenkörper von Holz zu Kunststoff wurden auch ein paar Maße geändert, sodass da nichts mehr passt.
Wenn deine Harp noch weitestgehend im Originalzustand ist, kann es sich tatsächlich lohnen, sie z.B. zu Thomas Hanke nach Leipzig zu schicken. Was die Ansprache angeht, kann eine Reparatur/Restauration tatsächlich Wunder wirken. Und der Klang der alten Chromonikas ist kaum zu toppen. Vielleicht rufst du Thomas einfach mal an. Seine Kontaktdaten findest du auf seiner Webseite.

Schöne Grüße
Dirk
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