Tombo S-50

Alles was nicht nach Bluesharp aussieht.

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WS64
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Tombo S-50

Beitrag von WS64 » 20.09.2018, 20:07

De S-50 ist heute eingetrudelt.
Viel kann ich noch nicht sagen, weil ich unbedingt noch Northern Exposure fertigstellen wollte, da blieb wenig Zeit die Tombo zu spielen.

Erstmal ein paar Bilder:
Bild

Hinten ist sie geschlossen, sowas hab ich noch nie gesehen. Keine Ahnung wo die Luft rausgeht, es gibt ein paar Schlitze oben und unten und auch an den Seiten sind ein paar Luftlöcher.
Aber ein Handvibrato scheint mir unmöglich.
Kennt jemand diese Bauform und weiss wie es geht, oder geht es tatsächlich nicht?

Ansonsten, das Teil ist aufgebaut wie eine normale Chrom, unten C, oben C#, aber ohne Schieber. Auf die doppelten Cs hat man verzichtet.
Statt den Schieber zu betätigen bewegt man hier den Mund in die obere Reihe. Das klappt ganz gut, und mich wundert das es nicht vielmehr solche Chroms gibt!
Keine Ventile, der Preis liegt bei circa 40 €uro, ist aber anscheinend in D nicht zu kriegen,
Ich habe meine bei amazon.de von einem englischen Händler erstanden.

Der Klang ist irgendwo qualitätsmässig zwischen der Thoman 40 und der CX 12 angesiedelt, ein paar Töne fallen mir noch schwer, aber alles in allem macht sie einen sehr guten Eindruck. Geöffnet habe ich sie noch nicht.

Mehr schreib ich wenn ich sie ein wenig besser kennengelernt habe, aber der erste Eindruck: sehr gut.

triona
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Re: Tombo S-50

Beitrag von triona » 20.09.2018, 22:47

WS64 hat geschrieben:
20.09.2018, 20:07
Hinten ist sie geschlossen, sowas hab ich noch nie gesehen. Keine Ahnung wo die Luft rausgeht, es gibt ein paar Schlitze oben und unten und auch an den Seiten sind ein paar Luftlöcher.
Aber ein Handvibrato scheint mir unmöglich.
Kennt jemand diese Bauform und weiss wie es geht, oder geht es tatsächlich nicht?
Kenne ich. Die Contrabass von Tombo ist genau so.
(Kurze Beschreibung hier: viewtopic.php?f=25&t=10583&hilit=tombo+contrabass
Mittlerweile habe ich einen.)

Ein Handvibrato ist damit in der Tat nicht möglich. Beim Baß spielt das auch keine große Rolle. Es wird da selten eingesetzt und kommt auch nicht so schön zur Geltung wie bei den kleinen Instrumenten. Warum Tombo auch ein Melodieinstrument so baut, erschließt sich mir nicht. Irgend einen Vorteil dieser Bauweise konnte ich auch beim Baß nicht erkennen. Eher wohl ist die Montage dieses einteiligen "Doppeldeckels" fummeliger als 2 einzelne Deckel.

WS64 hat geschrieben:
20.09.2018, 20:07
Ansonsten, das Teil ist aufgebaut wie eine normale Chrom, unten C, oben C#, aber ohne Schieber. Auf die doppelten Cs hat man verzichtet.
Da würde mich mal die genaue Tonbelegung interessieren. Genauso wie bei dem Baß ist sie ja nicht. Fängt das in der unteren Oktave mit D an? Hat die in der oberen Reihe (C#) noch ein E# und ein B# (also praktisch ein zweites F und C? (Oder gar ein zweites B wie die Doppelbässe von Hohner und Suzuki?)

Und wie verteilt sich das auf Blas- und Ziehtöne?

Das doppelte C bei der allgemein üblichen "Solo-Stimmung" (und bei gedrücktem Schieber entsprechend auch noch ein doppeltes C#) ist ja nur dazu da, daß sich das Blas-Zug-Schema nicht ändert von einer Oktave zur nächsten, wie das z.B. bei einer Richter-Stimmung ist.

Der Baß geht ja von C bis C und verzichtet auf die enantonischen Töne, die bei Doppelbässen von Hohner und Suzuki immer dabei sind. Anordnung und Tonvorrat ist da wie die Tasten beim Klavier, und außerdem ausschließlich Blastöne - wie bei den meisten anderen Bässen auch.

WS64 hat geschrieben:
20.09.2018, 20:07
Ich habe meine bei amazon.de von einem englischen Händler erstanden.
In DE scheint sie ja nicht erhältlich zu sein.

WS64 hat geschrieben:
20.09.2018, 20:07
Der Klang ist irgendwo qualitätsmässig zwischen der Thoman 40 und der CX 12 angesiedelt, ein paar Töne fallen mir noch schwer, aber alles in allem macht sie einen sehr guten Eindruck. Geöffnet habe ich sie noch nicht.
Tombo baut in der Regel recht gute Instrumente. Außer dem Contrabass und dem Pocket Bass habe ich noch ein paar Major Boy, Minor Boy und Lee Oskars. Erstere sind praktisch baugleich mit den heutigen Lee Oskars.

Ist der Kamm aus Kunststoff?


liebe grüße
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Re: Tombo S-50

Beitrag von WS64 » 21.09.2018, 06:21

Jeder Kanal hat genau einen Ton (ziehen oder blasen).
Die Tonbelegung ist folgendermassen (hab ich von hier kopiert, gerade im letzten Beitrag von gvelasco stehen auch noch mehr Infos):

Code: Alles auswählen

Blow C4    E4    G4          C5    E5    G5         C6    E6    G6         C7
Hole 1  2  3  4  5  6  -  7  8  9  10 11 12 13 - 14 15 16 17 18 19 20 - 21 22
Draw    D4    F4    A4    B4    D5    F5    A5   B5    D6    F6    A6   B6
Die obere Reihe alles genau einen Halbton darüber.
Alles in allem, ausser der eigentlichen Handlung (Kopf ein wenig drehen statt Schieber drücken), keine Umstellung zu anderen Chroms.
Was natürlich nicht geht sind Triller, wie man sie mit dem Schieber erzeugen kann.

Durch geschickte Mundhaltung (genau 2 Löcher bedecken) sollen sich nahezu überall auf der Mundharmonika bendings und overblows erzeugen lassen.

Der Kamm ist aus Plastik, ja.
Die Tombo ist ein wenig länger als die CX12, dafür ganz entschieden schlanker und handlicher.

Das Instrument ist übrigens "Made in China", die Bedienungsanleitung komplett in japanisch, und die Muha kommt in einer knallgelben, billigen Plastikdose, die sich nicht sonderlich gut schliessen lässt.

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Re: Tombo S-50

Beitrag von triona » 21.09.2018, 07:59

Das scheint ja einigermaßen verwirrend. Die vergößerten Abstände zwischen einigen Löchern haben anscheinend nichts zu tun mit der Struktur der C-Tonleiter bzw mit der Lage von Grundtönen und Akzidenzen (analog zu den weißen und schwarzen Tasten des Klaviers) . Vielmehr sollen sie verhindern, daß 2 Blas- oder Ziehtöne unmittelbar und zu dicht nebeneinander liegen, so daß man sie besser einzeln treffen kann. Daher auch meine anfängliche und nicht zutreffende Vermutung, daß das erste Loch ein D wäre.

Dies ist ein deutlicher Unterschied zur Tonbelegung und Anordnung und Gestaltung des Kamms bei der mir bekannten Contrabass. Es hat mehr Ähnlichkeit mit einer Hohner Polyphonia No. 7 - der einzigen mir bisher bekannten Baß-MuHa, die nicht nur Blastöne, sondern auch Blas- und Ziehtöne hat. Deren Tonumfang reicht von D2 bis D4 und ist chromatisch, alles hintereinander weg auf einer Stimmplatte und in einer Lochreihe. (Wenn es dich näher interessiert, dann mach ich damit einen eigenen Faden auf.)

"Made in China" erklärt natürlich den vergleichsweise günstigen Preis.


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Re: Tombo S-50

Beitrag von WS64 » 21.09.2018, 08:10

Das mag ein Unterschied sein zur Bassharmonika.
Aber es ist wirklich genauso wie auf der CX12 (und damit vermutlich wie bei den meisten Chroms).
Du kannst sofort nahezu alles, was Du sonst auf einer normalen Chrom spielst, sofort auf der Tombo spielen. Nur eben nicht "Schieber drücken" sondern "Mund leicht nach oben".

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Re: Tombo S-50

Beitrag von DieterM » 23.09.2018, 12:04

WS64 hat geschrieben:
21.09.2018, 06:21
Jeder Kanal hat genau einen Ton (ziehen oder blasen).
Die Tonbelegung ist folgendermassen (hab ich von hier kopiert, gerade im letzten Beitrag von gvelasco stehen auch noch mehr Infos):

Code: Alles auswählen

Blow C4    E4    G4          C5    E5    G5         C6    E6    G6         C7
Hole 1  2  3  4  5  6  -  7  8  9  10 11 12 13 - 14 15 16 17 18 19 20 - 21 22
Draw    D4    F4    A4    B4    D5    F5    A5   B5    D6    F6    A6   B6
Die obere Reihe alles genau einen Halbton darüber.
Alles in allem, ausser der eigentlichen Handlung (Kopf ein wenig drehen statt Schieber drücken), keine Umstellung zu anderen Chroms.
Was natürlich nicht geht sind Triller, wie man sie mit dem Schieber erzeugen kann.

Durch geschickte Mundhaltung (genau 2 Löcher bedecken) sollen sich nahezu überall auf der Mundharmonika bendings und overblows erzeugen lassen.

Der Kamm ist aus Plastik, ja.
Die Tombo ist ein wenig länger als die CX12, dafür ganz entschieden schlanker und handlicher.

Das Instrument ist übrigens "Made in China", die Bedienungsanleitung komplett in japanisch, und die Muha kommt in einer knallgelben, billigen Plastikdose, die sich nicht sonderlich gut schliessen lässt.
Entspicht DAS nicht original der Solostimmung von Seydel ?
beste Grüsse
von

Dieter

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Re: Tombo S-50

Beitrag von WS64 » 23.09.2018, 12:43

Hier ist sie auch mal zu hören (ab circa 1:38), ausserdem spiele ich auch noch UBass/Ukulele/Balalaika/Percussion/Choir. Laura singt Lead:
Bild

(Und ich weiss leider nicht was die Solo-Stimmung von Seydel ist!)

triona
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Re: Tombo S-50

Beitrag von triona » 23.09.2018, 22:46

DieterM hat geschrieben:
23.09.2018, 12:04
Entspicht DAS nicht original der Solostimmung von Seydel ?
Nein. Nur ähnlich.

Hier zum Vergleich:
(zur Vergrößerung das Bildchen anklicken)

Bild

Die Tonbelegung der Seydel Saxony in Solo-Stimmung ist Standard bei den meisten Herstellern und Modellen. (Dies trifft z.B. auch für die CX-12 zu.)

Die Tabelle (oben) zeigt die Anordnung der Töne in einer der üblichen schematischen Darstellungen. Das mittlere Bild zeigt das selbe in bildlicher Form, so wie man es sieht, wenn man auf das Mundstück der MuHa schaut und dabei auch die Stellung des Schiebers berücksichtigt. So kann man besser erkennen, in welchem Kanal sich die jeweiligen Blas- und Ziehtöne befinden. Das untere Bild zeigt die Tonanordnung der Tombo S-50 ebenfalls in bildlicher Darstellung. Jedes Kästchen steht für ein Loch an der Muha. Blas- und Ziehtöne sind farblich unterschieden.

(Das gelb für die Blastöne hat den Digitalisierungsvorgang leider nicht so gut überstanden. Aber sowas von Hand zeichnen geht einfach viel schneller. Mir helfen solche Darstellungen beim Verstehen einer Stimmung oder einer Bauart, und damit auch beim Lernen von und Üben mit unterschiedlichen Instrumenten. Vlt kann ja auch noch jemand anders etwas damit anfangen.)


Es lassen sich deutlich folgende Unterschiede erkennen:

1. Die doppelten Töne C5 und C6 bzw C#5 und C#6 der Standard-Solostimmung, die auch Redundanzen genannt werden, und die jeweils als Blastöne in nebeneinander liegenden Kanälen liegen (4+5 und 8+9), sind bei der S-50 nicht vorhanden (rot markierte Töne im mittleren Bild).

2. Die Umkehrung des Blas-Zieh-Musters in Bezug auf die Reihenfolge in der Tonleiter - und damit auch die Vertauschung der Reihenfolge der Stimmzungen auf der Stimmplatte - bei der Standard-Solostimmung ist bei der S-50 nicht. Da liegen alle Töne hintereinander in ihrer Reihenfolge auf der Tonleiter. Bei der Solostimmung - wie auch bei der Kernoktave der diatonischen Richter-Stimmung - sind jeweils der 7. und 8. Ton vertauscht. Im Falle einer C/C#-Stimmung sind das das B und das C der nächsthöheren Oktave (blau markierte Töne im mittleren Bild). Daraus folgt das allen MuHa-Spielern wohlbekannte Blas-Zieh-Muster B - Z - B - Z - B - Z - Z – B, um eine Oktave + den ersten Ton der nächsten Oktave in der Reihenfolge der Tonleiter spielen zu können. Die S-50 hingegen hat den vergrößerten Lochabstand zwischen den aufeinander folgenden Blastönen A und B, um ein sauber getrenntes Anspielen der beiden Töne zu ermöglichen.

3. Der Ziehton mit gedrücktem Schieber in Kanal 12 der Solostimmung ist D7, und nicht C7, wie in der Analogie der beiden unteren Oktaven zu erwarten wäre (violette Markierung).Mir ist das bisher noch gar nicht aufgefallen, da ich die Töne auf diesem Kanal nur sehr selten spiele. Erst als ich hier über den vermeintlichen Schreibfehler gestolpert bin, habe ich es mal bewußt und gezielt auf der MuHa angespielt. :lol:

4. Bei der S-50 sind zwischen den jeweils gleichen Tönen geringfügig längere Wege zurück zu legen. Das Instrument ist daher auch ein paar Zentimeter breiter als eine durchschnittliche Schieber-Chrom mit 3 Oktaven. Ich denke, daß dies wenig Einfluß auf das Spielgefühl hat.

5. Bei der Schieber-Chrom sind die Stimmzungen derTöne beider Tonleitern (C und C#) abwechselnd verteilt auf beide Stimmplatten, entsprechend dem Lochbild des Schiebers. Bei der S-50 liegen die Stimmzungen beider Tonleitern jeweils auf der gleichen Stimmplatte. Da die Stimmzungen von jeweils 4 Tönen allerdings durch den Schieber gesteuert praktisch über jeweils nur 1 Loch angespielt werden, hat dies keinen störenden Einfluß auf die Spielweise.

WS64 hat geschrieben:
13.09.2018, 05:01
bei der S-50 und der 40 sind die Stimmungen ja erstmal grundsätzlich identisch, ausser das der S-50 die doppelten Cs fehlen ...
Da habe ich mich auch falsch ausgedrückt. Selbstverständlich ist die Stimmung bei beiden Instrumenten gleich – nämlich C und C#. Gemeint habe ich die unterschiedliche Anordnung und Reihenfolge dieser identischen Töne auf den Kanälen und den Stimmplatten.


Ich hab mir jetzt auch mal eine bestellt.

Mit all der Zeichnerei und dem Ausprobieren auf der MuHa hat sich das jetzt mal wieder verselbstständigt und unverhältnismäßig ausgedehnt und in die Länge gezogen. :roll: Das war so nicht geplant. Ich hoffe, es war nicht zu anstrengend zu lesen. Ich habe jetzt nämlich keine Lust mehr, das wieder zusammen zu kürzen. Und einstampfen will ich es jetzt auch nicht mehr. Vlt sind ja doch ein paar nützliche Erkenntnisse drin enthalten.


Und damit das nicht zu trocken wird, habe ich mir auch mal dein neues Stück (Close to You) angehört. :)
Ist zwar eigentlich nicht ganz meine Musik. Es ist aber sehr schön gespielt – alle Instrumente. Auch deine Fortschritte auf der MuHa sind zu hören, auch wenn es nur ein paar Takte sind. Die Stimme von Laura ist wunderbar. Und man hört, daß es euch Freude bereitet.


liebe grüße
triona
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Re: Tombo S-50

Beitrag von DieterM » 24.09.2018, 09:44

Danke für die Aufklärung Triona
beste Grüsse
von

Dieter

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Re: Tombo S-50

Beitrag von WS64 » 24.09.2018, 11:02

@Triona, ich glaube du machst Dir zuviele Gedanken.
Du kannst wirklich einfach wechseln zwischen "normaler Chrom" und S-50, der praktische Unterschied ist wirklich nur "Kopf hoch" vs "Knopf drücken".

Punkt 1 stimmt, schrieb ich ja auch schon oben.
Zu 2), das verstehe ich nicht. Saxony C5/B4 und C6/B5 usw ist bei Der Tombo ersetzt durch B4 und B5 (kein entsprechendes C, welches sich ja (bei Saxony redundant) rechts daneben sowieso wiederfindet), d.h. für mich ist Dein Punkt 2 identisch zu Punkt 1.
Zu 3), mag sein, ist das bei allen Chroms in Solostimmung so? Hab die CX12 gerade nicht hier, und eigentlich hätte ich schwören können das das auch bis C geht. Bei der Thomann hätte ich es gewusst, die habe ich in allen Lagen geqqält, aber so hoch geht die nicht!
Zu 4), hab ich noch nicht verglichen, ich merke nur das ich auf der Tombo (allerdings auch auf der Thomann, wahrscheinlich Übungssache da ich die ja schon 2-3 Wochen länger kenne) viel einfacher einzelne Töne (und auch die richtigen) treffen kann als auf der CX12. Das spricht dafür das die weiter auseinander sind. Für mich positiv, aber wahrscheinlich für den Profi nicht gut weil es eventuell bremst.

Zu Close To You, da ist mir sogar ein Planungsfehler unterlaufen.
Hatte mir das Stück rausgehört, dann auch zu den Strophen die Melodie auf der Muha geübt, dann die Ukulelen aufgenommen. Als es da irgendwann mal einen Halbton raufging hab ich mir noch nichts dabei gedacht, bin fit genug auf den jeweiligen Instrumenten eine Transponierung hinzukriegen.
Als ich dann allerdings die Muha aufnehmen wollte fiel mir zum ersten Mal auf das ich hier mit C-Dur nicht wirklich weiterkam.
Kam mir da sehr entgegen das die Tombo ja (auch ohne Knopfdruck!) sofort in C# spielbar war und damit die Transponierung des Songs sozusagen von alleine ausgeglichen hat! ;)

Hast Du Deine auch bei Amazon (Händler "music technology" in UK) bestellt? Wenn ja, nur zur Info, hat bei mir geringfügig (1 oder 2 Tage) länger gedauert als angegeben.

Gibt es übrigens Erfahrungsberichte von anderen Sliderlosen Chroms? (nicht Bass, "normale" Muhas)

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Re: Tombo S-50

Beitrag von WS64 » 24.09.2018, 19:05

Einen hab ich noch...
Zum benden braucht man ja Ventile (die die S-50 ja nicht hat), oder man muss mit einem Blas-/Ziehvorgang 2 Stimmzungen treffen und kann den Ton dann zwischen diese beiden Töne ziehen, stimmt das soweit?

Die eigentliche Frage lautet dann, warum kann ich auf der S-50 das tiefe C beim blasen fast einen Halbton herunterziehen?

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Re: Tombo S-50

Beitrag von triona » 24.09.2018, 20:13

Siehste, da hab ich sogar noch einen ziemlich wichtigen Unterschied vergessen. :oops:
WS64 hat geschrieben:
24.09.2018, 19:05
Einen hab ich noch...
Zum benden braucht man ja Ventile (die die S-50 ja nicht hat), ...
Nein, so weit ich weiß stimmt das nicht.
Ventile behindern das sogenannte "interaktive Benden", d.h. mit der Beteiligung von 2 Stimmzungen in einem Kanal, wie man es typischerweise mit einer MuHa in der Bauart einer Bluesharp macht. Man kann zwar auch in anderen MuHas Töne bis zu einem gewissen Grad biegen, allein durch den Ansatz. Aber oft ist das nicht mal ein Halbton. Taugt also meistens eher nur für Effekte (Blue notes, Mikrotöne, usw). Und ist auch bei einer Chrom "eigentlich nicht nötig", da sie alle chromatischen Töne hat - ohne Biegen, Überblasen o.ä.

Die S-50 hat zwar keine Ventile. Aber wenn sich in jedem Kanal nur 1 Stimmzunge befindet, geht das Benden auch vergleichsweise schwer, oder ist bisweilen gar nicht möglich.

WS64 hat geschrieben:
24.09.2018, 19:05
... oder man muss mit einem Blas-/Ziehvorgang 2 Stimmzungen treffen und kann den Ton dann zwischen diese beiden Töne ziehen, stimmt das soweit?
Dies ist hingegen richtig, zumindest was das von der Bluesharfe bekannte "interaktive Benden" betrifft.

WS64 hat geschrieben:
24.09.2018, 19:05
Die eigentliche Frage lautet dann, warum kann ich auf der S-50 das tiefe C beim blasen fast einen Halbton herunterziehen?
Diese Frage kann ich dir möglicherweise beantworten, wenn ich meine habe, und das ausprobieren kann.
(Ja, ich habe sie auch dort bestellt, wo du sie her hast. Normalpost von UK dauert erfahrungsgemäß ca 2 bis 4 Wochen, gelegentlich auch klein bisserl schneller. Angeblich ist sie schon unterwegs.)


Mag ja sein, daß ich mir manchmal zu viele Gedanken mache, statt einfach nur mehr zu üben. Vielleicht aber auch nicht. Mir hilft das bisweilen weiter. Das letzte sollte nur eine Begründung für die eigentlich kurze Antwort auf Dieters Frage ("Nein. Nur ähnlich.") sein, die dann ungeplanter Weise leider bisserl ausgeartet ist. :oops: Aber immerhin habe ich dabei das dort nicht erwartete hohe D im 12. Kanal bei der Solo-Chrom entdeckt. :lol:


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Re: Tombo S-50

Beitrag von Juke » 24.09.2018, 21:55

Bei ventilierten (chromatischen) Mundharmonikas kann man alle Töne um etwa einen Halbton nach unten benden. Aus diesem Grund werden teilweise einzelne Kanäle von diatonischen Harps (halb-)ventiliert, damit durch Benden die spieltechnisch schwierigeren Overblows vermieden werden. Statt 6 Overblow geht dann 7 Ziehen gebendet.

Schöne Grüße
Dirk
Damn, this shit is Deep 8)

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Re: Tombo S-50

Beitrag von WS64 » 12.10.2018, 05:04

Noch ein Nachtrag, es gibt ja auch noch die "Tombo Violin Scale 1577". Wesentlicher Unterschied ist wohl die Orchesterstimmung. Aber auch die Unterteilung der Löcher in Oktaven fehlt da, d.h. die Cs werden wieder gedoppelt wie bei Chrom sonst üblich.
Ich habe mich einfach mal bei baxmusic nicht von "Lieferzeiten über 12 Wochen" abschrecken lassen und eine bestellt (54€), die MuHa hätte so gegen Weihnachten eintreffen sollen.
Aber schon nach 2 Wochen habe ich heute eine Versandbestätigung samt Trackingnummer bekommen, und die 1577 wird im Shop jetzt auch als verfügbar angezeigt (wenn auch nur ein Artikel vorrätig).
Die S-50 gibt es da inzwischen auch (45€, noch 2 Artikel).

Nur für den Fall das jemand diese günstigen, aber in Deutschland doch recht schwierig zu bekommenen Instrumente auch mal ausprobieren möchte!

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Re: Tombo S-50

Beitrag von triona » 12.10.2018, 06:52

Meine S-50 ist seit voriger Woche auch da. (Ging auch ziemlich schnell.) Gefällt mir recht gut. Kleinen Erfahrungsbericht kann ich noch hier anhängen, wenn ich dazu komme, und wenn es gewünscht wird. Vlt hole ich mir ja auch noch eine 1577. Hat die eigentlich den selben einteiligen Deckel wie die S-50?

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