Der dritte Weg

Themen für Spielanfänger, Geschichte verschiedener Mundharmonikas und alles, was sonst nirgendwo passt.

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Carlito
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Der dritte Weg

Beitrag von Carlito » 20.01.2018, 15:32

Bekanntlich gibt es zwei Ansatzmethoden beim Mundharmonikaspielen: Tongue Blocking oder Puckering. Als ich meine erste Mundharmonika gekauft hatte, las ich mir den "Beipackzettel" durch und war entschlossen, das Tongue Blocking zu lernen. Ich hab mir echt Mühe gegeben und viel geübt, und eines Tages konnte ich auf einmal sauber Einzeltöne spielen. Und so hab ich jahrelang glücklich gespielt, bis mir eines Tages Zweifel an meiner Technik gekommen sind.

So hab ich dann herausgefunden, dass ich in Wirklichkeit ein U-Blocker bin. Ich rolle die Zunge zu eine U, und dadurch wird die Luft in den jeweiligen Kanal geleitet. Das läuft automatisch ab, sobald ich das Instrument in den Mund nehme.

Später hab ich dann im Internet in diversen Foren gelesen, dass U-Blocking etwas verpönt ist, aber dass es einige einigermaßen berühmte Spieler gab bzw. gibt, welche sie benutzen. Es gibt wohl auch eine gewisse Dunkelziffer, d. h. Leute, die sich gar nicht darüber bewußt sind, dass sie U-Blocking benutzen (so wie es bei mir war).

Mir ist schon klar, dass man im Vergleich zum Tongue Blocking einige Einschränkungen hat, weil man gewisse "Tricks" mit U-Blocking nicht machen kann. Aber darauf kommt es mir - für das was ich spielen will - eh nicht an, und ich finde, dass ich mit meiner "falschen" Technik eine ziemlich gute Tonerzeugung habe. Ich kann die Mundharmonika tief in den Mund nehmen oder nur ein wenig mit den Lippen berühren, und hab den Eindruck, dass sich die Töne recht gut "formen" kann. Also werde ich wohl dabei bleiben.

Juke
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Beitrag von Juke » 20.01.2018, 15:43

Meine beiden Nichten (Ende 20 bzw. Anfang 30) wussten neulich zu berichten, dass es eines genetischen Defekts bedarf, wenn man die Zunge zu einem U rollen möchte. Ich selbst bin kein Mutant ;) und spiele deshalb den "normalen" TB. Nach diesem Waschzettel habe ich anno dunnemals ebenfalls das Spielen von Einzeltönen selber beigebracht. "Oh when the saints" war das Lied, für das auf dem Zettelchen die Tabs angegeben waren.

Wenn du mit deinem Ansatz, dem was du damit spielen kannst und deinem Ton zufrieden bist, ist doch alles super. :)

Schöne Grüße
Dirk
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Adam_Lark
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Beitrag von Adam_Lark » 20.01.2018, 20:35

Ich würde sagen, dass Tongue Block etwas mehr ermöglicht als nur ein paar Tricks, aber sehe es wie Dirk: Wenn du damit glücklich bist, passt es doch. Ich sehe das ganz undogmatisch: Alles kann, nichts muss, zumindest was den Ansatz angeht. Da gibt es ganz andere Dinge, die nicht gehen...

Gruß

Adam
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Mario
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Beitrag von Mario » 21.01.2018, 08:04

Es hängt doch immer davon ab, was man spielen bzw. wie man klingen will. Natürlich gibt es verschiedene Wege zum Ziel. Empfehlen würde ich aber generell: Wenn du klingen und spielen willst wie Spieler x, dann benutze auch die Technik und die Harp von Spieler x. Nicht, weil es nur so geht, sondern weil man dann schon zwei Ausreden weniger hat, warum man nicht so klingt, wie Spieler x und man sich besser auf sich selbst konzentrieren kann.

Willst du überhaupt nicht anderen Spielern nacheifern, ist sowieso alles völlig egal. Du klingst halt, wie du klingst.
Du suchst ein gutes Lehrbuch? Nimm meins!
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Carlito
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Mutant?

Beitrag von Carlito » 22.01.2018, 22:27

Hallo Juke:

>dass es eines genetischen Defekts bedarf, wenn man die Zunge zu einem U rollen möchte<

Ich hab das vor einigen Jahrzehnten im Bio-Unterricht auch so gelernt, es sollte angeblich ein Beispiel sein für die Mendelsche Vererbung beim Menschen.

Aber das dürfte inzwischen durch neuere wissenschaftliche Erkenntnisse überholt sein. Ich hab einen Wikipedia-Artikel zum Thema Zungenrollen gesehen, aus dem hervorgeht, dass die Zungenroller eher in der Mehrheit sind gegenüber den "Nichtrollern", und dass man sich diese Fähigkeit auch an- und abtrainieren kann. Falls es überhaupt vererbt wird, ist das Vererbungsmuster "komplex".

Gruß
Carlito

Schakatak
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Re: Der dritte Weg

Beitrag von Schakatak » 19.12.2018, 16:14

Ich habe das jetzt mal probiert und merke, dass beim U Formen mit der Zunge die Einzeltöne besser zu treffen sind, da man die Kanäle quasi mit der Zunge fühlen kann. Vorher hatte ich wirklich etwas Probleme, um einen Ton sauber spielen zu können.
Gruß Michael

Spielst du schon, oder übst du noch?

piet_16
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Re: Der dritte Weg

Beitrag von piet_16 » 27.10.2019, 14:21

Wie man die verschiedenen Techniken anwendet kommt darauf an wie es sich anhören soll. Währen eines Musikstücks verwende ich verschiedenen Techniken auch bei unterschiedlichen Tonhöhen, Pucking oder U vor allem in den hohen Lagen.

Gruß Piet_16

Hallo Dirk, kann es sein, dass wir uns schon mal bei Muha-Konzerten in Menden begegnet sind ?
Ich war da manchmal mit meiner Frau.

Juke
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Re: Der dritte Weg

Beitrag von Juke » 27.10.2019, 14:37

Hallo Piet und willkommen hier im Forum!

An Konzerte in Menden habe ich eigentlich so gar keine Erinnerungen. Ich kannte vor gut 40 Jahren mal einen Matthias aus Menden, als ich als Jüngling in der Tanzschule in Dortmund war ... Deine Frage würde ich also eher mit "nein" beantworten. Ist aber nicht tragisch. Vielleicht laufen wir uns bei einer anderen Gelegenheit mal über den Weg. :)

Schöne Grüße
Dirk
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Re: Der dritte Weg

Beitrag von munkamonka » 27.10.2019, 19:46

Juke hat geschrieben:
27.10.2019, 14:37
....

An Konzerte in Menden habe ich eigentlich so gar keine Erinnerungen. ...
Dirk
ja,geht mir auch oft so... :mon
... meiner meinung nach

Juke
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Re: Der dritte Weg

Beitrag von Juke » 27.10.2019, 21:03

munkamonka hat geschrieben:
27.10.2019, 19:46
ja,geht mir auch oft so... :mon
Was aber durchaus verschiedene Ursachen haben kann. ;)

Schöne Grüße
Dirk
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Re: Der dritte Weg

Beitrag von harp-addicted » 29.10.2019, 15:41

Juke hat geschrieben:
27.10.2019, 21:03
munkamonka hat geschrieben:
27.10.2019, 19:46
ja,geht mir auch oft so... :mon
Was aber durchaus verschiedene Ursachen haben kann. ;)
Nicht bei Munka :-D

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