Straßenmusik?

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El
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Beitrag von El » 03.05.2013, 06:28

ich danke euch für die Tipps.

@Markus, ich habe auch die Befürchtung, dass wir akustisch etwas untergehen, aber wir wollen mal sehen, ob wir nicht einen natürlichen Verstärker in Form einer Passage o.ä. finden.
Warum singt man die Lieder auf der Straße denn nur an oder nuschelt? Ich denke, gerade auf der Straße ist es wichtig nicht zu nuscheln.:) und ob man einen Song durchsingt oder nicht, das liegt wohl eher am Musiker selbst als an der Straße, oder?

Ich bin sehr gespannt wie es wird. Vielleicht wird es dann bei dem einen Mal bleiben oder aber es wird mehr. Schaunwermal.:)

Grüße
Elke
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
(Nietzsche)

dr. mojo
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meine Erfahrung

Beitrag von dr. mojo » 03.05.2013, 08:35

Hallo,
nach meiner Erfahrung bringt Straßenmusik sehr wohl etwas. Ja, man muss mit einer gewissen Lautstärke singen und spielen. Für den Gesang bedeutet das eine sehr gute Praxiserfahrung, welche Tonart für einen geeigntet ist. Bei mir ein ganz konkretes Beispiel: summertime spiele ich solo und im Duo in a-Moll und singe dabei recht tief über ein Mikro. Live kriege ich da nicht genug Druck auf die Stimme und müßte es daher eher in e-Moll spielen.
Man bekommt auch ein gutes Gespür dafür, welche Songs bei den Leuten ankommen und welche eher nicht. Um seine Zielgruppe möglichst gut zu beschallen, muss man versuchen, die Rahmenbedingungen zu nutzen. Also in einer Passage, vor einer Hauswand, mit dem Wind, in Richtung von Bänken, Sitzgelegenheiten, wo die Leute verweilen, in der Nähe einer Dönerbude oder eines Eiscafes, dort werden immer wieder Leute stehen bleiben und vor allen Dingen die Kinder mit Kleingeldtransport beschäftigen.
Oder man fragt in einem Straßencafe oder Biergarten, ob man für die Gäste Musik machen kann.
meine Erfahrung: wenn es gut und sympathisch gemacht wird, ist es überwiegend erwünscht und macht allen beteiligten Freude.

Und wenn man regelmäßig verjagt wird, sollte das eigentlich zu einem selbstkritischen Feedback Anlass geben :-)

DieterM
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Beitrag von DieterM » 03.05.2013, 08:43

Elke - wo wollt ihr denn spielen?
beste Grüsse
von

Dieter

El
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Beitrag von El » 03.05.2013, 13:42

@Klaus, Danke - auch nochmal fürs Gespräch. So gute Tipps, da kann ja nix mehr schiefgehen. Ich denke also auch, dass man durch die Erfahrungen auf der Straße auf jeden Fall was mitnehmen kann. Und wenns eben nur negatives Feedback ist. So weiß man aber woran man arbeiten kann/sollte.
Wird schon schiefgehn und Spaß werden wir so oder so haben. 8)
Sogar mein Großvater- mütterlicher Seite- ist schon mit Gitarre und Blues Harp durch die Lokale gezogen ... (schade, dass ich ihn nie kennengelernt habe)

@Dieter, ich weiß noch nicht genau wo- wir hatten da mal Essen im Gespräch. Köln wahrscheinlich eher weniger, weil man sagt, dass da schon viel zu viele spielen. Vielleicht auch Wuppertal. Wir werden das spontan entscheiden- momentan warten wir erstmal auf besseres Wetter.

Weiß hier zufällig noch jemand, falls ein Video von der Straßenmusik gemacht wird, ob das im Netz auftauchen darf? Oder wird das dann Gema - Gebührenpflichtig?

Gruß Elke
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
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Brilleaux
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Beitrag von Brilleaux » 10.05.2013, 12:37

Kennt das (noch) jemand:

"Da sitzt ein armes Würstchen und wird total verknackt
bloß weil er mit 2 Freunden die Klampfe ausgepackt
und in der Innenstadt von Dortmund oder war's in Wuppertal
Verlaust und ach sein Lied sang als wär' es ganz normal
doch dann kam der große Stempel: I-L-L-E-G-AL, Illegal!"

Grobschnitt, Album Illegal (1980)
Vor dem Spielen, nach dem Essen: Zähneputzen nicht vergessen!

El
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Re: Straßenmusik?

Beitrag von El » 19.09.2018, 09:09

Jahre später . .. :))
Ich habe es getan. Also Strassenmusik mit der Bluesharp. In Köln nahe des Doms und vorm Museum ( da war die Akustik besser)
Ich hab meinen kleinen Akkuverstärker in eine Tasche gepackt- damit man den nicht sieht ( in Köln sind Verstärker verboten) und hab gespielt. Danny Boy und Re Red Rose und Amazing Grace... so altbekannte Stücke eben. Ich hatte mir gedacht, dass sowas " einfaches" ruhiges vielleicht in der momentan doch hektischen u lauten Zeit gut ankäme ....
Na ja, was soll ich sagen, es hat mich niemand aus der Stadt gejagt aber viel eingemommem hab ich auch nicht. :(
Heisst das jetzt, ich bin noch nicht gut genug oder war meine Liedauswahl unpassend oder oder oder ...
Ich weiß es nicht. Die meisten Leute sind einfach an mir vorbei gegangen. Ich hab dann später mal andere Musiker beobachtet, also Gitarre u Gesang geht da ja fast gar nicht- die schreien sich die Kehle aus der Seele und niemand hört sie ... einzig eine Dudelsackspielerin hat da ordentlich abgesahnt. Vor allem wollten da die vielen Japaner alle ein Foto mit ihr machen ...

Mein Fazit: Köln und Bluesharp ist nicht optimal. Überhaupt für die " leiseren" Instrumente ist das da nix.

Hat mittlerweile jemand mal dort gespielt und eine andere Erfahrung gemacht?

Es grüsst euch El ( Elke)
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
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radioharper
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Re: Straßenmusik?

Beitrag von radioharper » 22.09.2018, 14:22

Hallo ihr,

ich habe letztes Jahr eine blinde Straßenmusikerin begleitet. Daraus ist eine kleine Audioreportage geworden, die hier zu finden ist:
http://www.hoerfutter.com/futter-fuer-d ... musikerin/

Wir haben uns vorgenommen, dass ich demnächst nochmal mit losziehe, dann nicht mit meinem Mikro bewaffnet, sondern mit einer Bluesharp. Ich bin selbst sehr gespannt wie sich das für mich anfühlen wird. Carmen spielt eine Art von Musik, die man nicht unbedingt in jeder Fußgängerzone hört. Das hat viele Passanten glaube ich zum aufhorchen und stehenbleiben gebracht. Genau wie die Tatsache, dass sie nicht nur für die Leute singt und spielt, sondern ebenso für sich selbst, weil es ihr guttut und Spaß macht. Vielleicht keine eindeutige Antwort auf die obige Frage, aber das sind so die Lektionen, die ich an diesem Nachmittag über Straßenmusik gelernt habe.

LG Thorsten

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