Hard- und Software für Home Recording

Alles was man sonst noch braucht: Mikros, Amps, Halter, Aufnahme- und Wiedergabegerätschaften ...

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Juke
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Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Juke » 21.03.2020, 11:58

Bevor dieses sicherlich für manche interessante Thema in anderen Threads versteckt bleibt, mache ich hier mal einen neuen Thread zum Thema Home Recording auf.

Schöne Grüße
Dirk
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Juke
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Juke » 21.03.2020, 12:24

Beginnen möchte ich auch direkt mit der Vorstellung meiner Gerätschaften dafür. Entsprechende Klangbeispiele und Bilder folgen.
Zunächst brauche ich - als "Nur"-Harp-Spieler - geeignete Backingtracks (könnte auch ein eigenes Thema werden). Neben den Playalongs diverser Bücher (z.B. aus der Hal-Leonard-Reihe) habe ich eine Doppel-CD der Jimi Lee Band und starte nun erste Versuche mit Band in a Box (ich habe die Mac-Version, gibt's auch für Windows). Der Backingtrack wird in GarageBand (es gibt auch eine Version für Windows) geladen und dort die Harp als weitere Spur dazu aufgenommen. Den Backingtrack höre während meiner Aufnahme über die heimische Musikanlage. Mein Laptop ist dazu per 3,5 Klinke auf Cinch an den Verstärker angeschlossen, über Bluetooth habe ich eine Verzögerung von ein paar Sekunden.

Die Harp spiele ich ganz normal über Mikro und Amp bzw. über den harplink powermate. Letzteres entweder über Lautsprecher oder per Pre-out direkt in den AD-Wandler. Die Amps nehme ich ab mit einem Sennheiser E 609, das seinerseits in den AD-Wandler geht. Als AD-Wandler nutze ich ein Maya 22 USB. Das Ding habe ich mir vor ein paar Jahren gekauft, um damit meine Schallplatten zu digitalisieren. Neben dem Stereo-Cinch-Eingang hat es aber auch Klinken- und XLR-Eingänge, an denen ich Mikros, ein Mischpult oder auch den powermate anschließen kann. Fall ich "akustisch" spielen oder auch singen möchte, wird an das Maya ein Sennheiser E 945 angeschlossen.

Schöne Grüße
Dirk
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Mario
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Mario » 21.03.2020, 13:50

Im Thread, aus dem dieser hier entstanden ist, wurde Reaper als Editor / DAW vorgeschlagen.

Weil es mir am Herzen liegt, würde ich noch Ardour für höhere Ansprüche empfehlen. Die Software ist Open Source und kommt eigentlich aus der Linux-Welt, ist aber inzwischen auch auf Windows und OSX portiert worden. Es handelt sich um eine komplette DAW, inzwischen auch mit MIDI-Anbindung und muss sich hinter Cubase und Pro Tools nicht verstecken. Da man hier auch VST bzw. VSTi nutzen kann, sind wenig Grenzen gesetzt. Ich habe mir vor einigen Jahren professionell aufgenommenen Drums als MIDI gekauft, die man dann z.B. an Addictive Drums, EZ Drummer usw. über die DAW steuern lassen kann. Das macht einen ziemlich unabhängig und trotzdem flexibel, wenn man zufällig kein Schlagzeug im Haus hat :)

Audacity tut's natürlich für Zwei-Mann-Aufnahmen auch ;)

Wichtig ist vor allem, dass man ein passendes Mikro und ggf. ein kleines Mischpult hat. Das kann sonst viel versauen.

Wenn man sich einzelne Spuren hin und her schickt, wie Roger es derzeit tut, kann alles im Idealfall sofort passen, muss aber nicht. Alleine der Raum gibt dem Klang eine Charakteristik. Nimmt man in unterschiedlichen Räumen auf (Extremfall: Kirche und draußen), klingt die fertige Aufnahme unnatürlich. Idealerweise nimmt man so auf, dass gar kein Hall entsteht und mixt in der DAW später den Hall nach Wunsch hinzu (nur, wer hat schon einen schallschluckenden Raum zu Hause).
Du suchst ein gutes Lehrbuch? Nimm meins!
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Adam_Lark
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Adam_Lark » 21.03.2020, 19:16

Gutes Thema, da fallen mir sehr viele Punkte ein, zu denen man sich austauschen kann, weil man an vielen Stellen der langen Kette bis zur fertigen Aufnahme Fehler machen kann (zB Gesang gut aufzunehmen ist das schwerste, finde ich). Ich habe schon etwa 10 Lieder aufgenommen und abgemischt, war aber am Ende aber häufig nicht zufrieden. Erst ab dem 4.-5. Lied klang es halbwegs, fand ich. Mehr dazu je nach Interesse später. Jetzt hätte ich erstmal ne Rückfrage an Dirk: du lässt beim Aufnehmen den Backing Track über die Anlage laufen? Das wundert mich. Dann hast du den ja doppelt aufgenommen. Ich lasse da alle bisherigen Spuren genauso wie die Aufnahme der aktuellen Spur über Kopfhörer laufen. Macht man doch im Studio auch so, dachte ich. Was sind eure Erfahrungen?

Gruß Adam
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Juke » 21.03.2020, 19:28

Auf der Bühne hast du ja auch einen Monitor, über den du die Musik hörst, ohne dass sie gleichzeitig durch dein Harp-Mikro in den Verstärker geht.
Bei der Aufnahme wird der Sound der Harp entweder ohne Mikro direkt aus dem Preout des Powermate oder über das Abnahme-Mikro am Lautsprecher aufgenommen. Da kommt vom Sound der Anlage nicht mehr viel an.
Hier mal ein Beispiel: https://www.harpforum.de/files/sounds/Steady_in_E.mp3
Heute Nachmittag eingespielt, Mikro ist das Ronette Kristall, Harley Benton Digital Delay, Powermate mit 8 Zoll Weber, Abnahme über Sennheiser E 609. Aufnahmeprozess wie oben beschrieben, also Backingtrack aus Band in a Box, aufgenommen in GarageBand, exportiert nach iTunes und dort in MP3 umgewandelt.

Schöne Grüße
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Juke » 21.03.2020, 19:41

Mario hat geschrieben:
21.03.2020, 13:50
Alleine der Raum gibt dem Klang eine Charakteristik. Nimmt man in unterschiedlichen Räumen auf (Extremfall: Kirche und draußen), klingt die fertige Aufnahme unnatürlich. Idealerweise nimmt man so auf, dass gar kein Hall entsteht und mixt in der DAW später den Hall nach Wunsch hinzu (nur, wer hat schon einen schallschluckenden Raum zu Hause).
Alte Tontechniker-Weisheit: Das Mikro so nah wie möglich ran an die Schallquelle! Dadurch minimiert man die Einflüsse des Raumes auf den Klang.

Schöne Grüße
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Adam_Lark » 21.03.2020, 21:01

Juke hat geschrieben:
21.03.2020, 19:28
Auf der Bühne hast du ja auch einen Monitor, über den du die Musik hörst, ohne dass sie gleichzeitig durch dein Harp-Mikro in den Verstärker geht.
Bei der Aufnahme wird der Sound der Harp entweder ohne Mikro direkt aus dem Preout des Powermate oder über das Abnahme-Mikro am Lautsprecher aufgenommen. Da kommt vom Sound der Anlage nicht mehr viel an.
Ok, bei verstärktem Spiel ist es offensichtlich tatsächlich vernachlässigbar, klingt gut. Ich habe bislang clean über das Gesangsmikro aufgenommen, das würde ich nur mit Kopfhörern machen. Bei Gesang erst recht.

Gruß

Adam
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von harp-addicted » 21.03.2020, 22:20

Ich bin mal so frei, meinen Beitrag aus dem falschen Tread hier hinein zu kopieren...

Ich kann Reaper https://www.reaper.fm/index.php sehr empfehlen. Kostet 60$ und ist aus meiner Sicht sehr empfehlenswert (kostenlose Testversion für 60! Tage).
Es gibt regelmäßig Updates, eine Haufen Tutorials, ein älteres Handbuch in Deutsch
(aber gut genug für die Grundlagen) und ein aktuelles in Englisch.

Diese Programm ist wirklich mächtig (für Windows 32/64bit, Mac). Da ich das nur sporadisch verwende (Mehrspur-Live-Mitschnitte)
muss ich immer erst ein wenig wieder einarbeiten.

Als Hardware beutze ich ein Soundcraft Signature 12 MTK Mischpult (auch unser Live Mixer) mit USB-Schnittstelle für
alle Eingangangskanäle getrennt. Nicht zu verwechseln mit Mischpulten o.ä., bei denen die USB-Schnittstelle nur die beiden Ausgangskanäle (L+R) ausgibt.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Interfaces, die diese Mehrkanalfunktion haben.

Das Recording und vor allem das spätere Mixen ist nicht unkompliziert. Eine gute Abhörmöglichkeit ist nur eine von weiteren Investitionen....

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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von harp-addicted » 22.03.2020, 11:47

Juke hat geschrieben:
21.03.2020, 19:28
Hier mal ein Beispiel: https://www.harpforum.de/files/sounds/Steady_in_E.mp3
Heute Nachmittag eingespielt, Mikro ist das Ronette Kristall, Harley Benton Digital Delay, Powermate mit 8 Zoll Weber, Abnahme über Sennheiser E 609. Aufnahmeprozess wie oben beschrieben, also Backingtrack aus Band in a Box, aufgenommen in GarageBand, exportiert nach iTunes und dort in MP3 umgewandelt.
Ich habe es über Kopfhörer angehört. Das Beispiel ist ganz ok, für meinen Geschmack ist die Band etwas zu leise.
Das Problem von Backing Tracks ist, dass die Aufteilung der Instrumente ja schon gemixt ist.

Mal nebenbei, bei Karaoke Version .de kann man die Spuren eines Songs auch individuell zusammenstellen. Einmal bezahlt,
kann man immer neue Variationen herunter laden. Letztendlich habe ich mir so von einem Song 6x einzelne Spuren
geholt. Natürlich gibt's nur ein eingeschränktes Bluesrepertoire, aber Swing oder o.ä. findet man schon.

Abwechselungsreich finde ich Tracks, wo auch andere Instrumente mal ein Solo haben (ok, manche nicht so ;) )

Die Harp ist in dem Beispiel noch ziemlich clean. Da würde ich grundsätzlich ansetzen. Die Reproduktion eine live
gespielten Amps ist nicht einfach (bei mir zu Hause nur schwer möglich). Man muss da mit verschiedenen Positionen
des Abnahme-Mikros experimentieren usw. Daher bearbeite ich solche Spuren mit entsprechenden
Plugins bzgl. Zerre, Hall und anderen Effekten.

Ich suche noch nach einem Plugin für einen schönen warmen Röhrensound. Es gibt so viele, auch kostenlose Effekte, die
aus dem Bereich Gitarre stammen und deren Zerre bis hin zu HeavyMetal geht. Das ist fast so wie im richtigen Leben :lol:
Vlt. hat jemand einen Tipp?

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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Adam_Lark » 22.03.2020, 12:02

Warum nicht zu Hause Röhrenamp mit Mikro abnehmen? Zu laut für die Nachbarn? Oder gibt es auch andere Gründe?

Gruß Adam
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Juke » 22.03.2020, 12:09

Der Backingtrack, den Band in a Box an GarageBand liefert, ist nach Instrumenten aufgedröselt. Die einzelnen Instrumente lassen sich in GarageBand dann wieder einzeln mischen, Pegel, EQ, Hall, Effekte, Panorama usw. ist alles für jedes Instrument (im Beispiel also beide Gitarren, Orgel, Bass, Schlagzeug) einstellbar. Da bieten sich endlose Möglichkeiten.
Band in a Box ist ebenfalls extrem mächtig. Auch Solo-Stimmen können ausgewählt und mit einbezogen werden. Wer sich richtig mit Musik auskennt, hat damit unbegrenzte Möglichkeiten. Ich bin da erst ganz am Anfang. Erst mal die Basics erlernen und ein wenig sicherer werden, dann geht's weiter.

Band in a Box kann übrigens auch die Akkorde aus einer bestehenden Aufnahme (Audiofile) auslesen, sozusagen heraus hören. Auch da sammle ich noch Erfahrungen. Aus einer kompletten 5 oder 6 Minuten langen Aufnahme ist das schwierig - ich hatte es mal mit "Drinking by myself" von William Clarke probiert. Ich werde aus dem kompletten Stück mal einen einzelnen Chorus raussuchen und den von BiaB analysieren lassen. Mal schauen, was dabei dann heraus kommt. Ich hoffe, auf diesem Wege auch herauszufinden, welche Ansagen ich den Mitspielern bei Session geben muss, damit sie das Stück auch in meinem Sinne spielen können.

Da gibt es für mich noch viel zu entdecken und zu lernen.

Schöne Grüße
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von harp-addicted » 22.03.2020, 14:18

Adam_Lark hat geschrieben:
22.03.2020, 12:02
Warum nicht zu Hause Röhrenamp mit Mikro abnehmen? Zu laut für die Nachbarn?
Ja, und auch der zur Verfügung stehende Raum hat keine vernünftigen akustischen Bedingungen (Dämpfung).

Ich habe mir mal BIAB angeschaut. Das ist wirklich ein weites Feld. Und so mancher Backing Track auf YT kam mir soundmäßig irgendwie bekannt vor :lol:

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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Adam_Lark » 22.03.2020, 14:52

Kann man sich mit BIAB vernünftig Bass spuren und Schlagzeug programmieren? Das sind die Dinge, die mir manchmal fehlen. Gitarre, Gesang und Harp nehme ich auf. Bislang wegen der Beschränkungen halt clean.
Würde in dem Fall mal verstärkte Aufnahmen ausprobieren (falls ich irgendwann dazu komme).

Gruß

Adam
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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Littleroger » 22.03.2020, 15:50

Hier sind ein paar Backing Tracks, die meine Band seinerzeit für Klingenthal eingspielt hat. Da könnt ihr mit rumspielen ...
https://drive.google.com/drive/folders/ ... sp=sharing
LG
Roger

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Re: Hard- und Software für Home Recording

Beitrag von Juke » 22.03.2020, 15:54

-6-- Danke!

Schöne Grüße
Dirk
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