jack-black.de Foren-Übersicht

443 Hz ?
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    jack-black.de Foren-Übersicht -> Musik Theorie
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
gs



Anmeldedatum: 25.05.2010
Beiträge: 2064

BeitragVerfasst am: 06.09.2014, 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wen haben die alten Meister studiert um zu lernen...


Beschäftige Dich einfach mal mit alten Titeln und noch viel älteren Very Happy
Aufnahmen, die auf Wachsrollen gemacht wurden.
Sortier mal ein wenig nach der Zeit.

Ich glaube Du wirst deine Meinung ändern.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Juke



Anmeldedatum: 24.04.2014
Beiträge: 1215
Wohnort: die Metropole im südlichen Ostwestfalen

BeitragVerfasst am: 07.09.2014, 08:59    Titel: Antworten mit Zitat

Der Lehrling lernt vom Meister. War schon immer so, nicht nur im Blues.

Von den beiden Walters heißt es, dass sie sich zwar nicht besonders sympathisch waren, sich aber des Öfteren über den Weg liefen und jeder dabei dem anderen dann seine neuen Tricks, Licks usw. vorführte, nach dem Motto: "Schau mal, was ich Tolles kann!" Der jeweils andere tat das dann wohl immer als "langweilig" und "alten Hut" ab, nur um zu Hause so lange zu üben, bis er den jeweiligen Trick, Lick usw. auch drauf hatte.


Was das Erlernen einer Fähigkeit oder einer Fertigkeit angeht, gibt es nicht nur unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen. Es ist sogar so, dass ein bestimmter Weg, der für den einen der einzig mögliche ist, für einen anderen grundverkehrt ist und ihn vom Ziel eher weg führt. Lernen ist immer ein aktiver Prozess, der maßgeblich von der Motivation des Lernenden beeinflusst wird.

So lange mir das exakte Nachspielen von Juke, wie es LW gespielt hat, Spaß macht und ich das Gefühl (sic!) habe, es bringt mich weiter, lerne ich dabei. In dem Moment, in dem ich feststelle, ich komme hier nicht weiter, sollte ich vielleicht einen anderen Weg probieren.
Ich kenne einen Menschen, dem genau dieses exakte Einstudieren eines Musikstückes - Note für Note, an jedem einzelnen Ton so lange arbeiten, bis er perfekt ist - beinahe jegliche Lust an diesem Musikinstrument verleidet hat. Über die "Arbeit" ist die Freude verloren gegangen. Für diesen Menschen war dann klar, dass der Beruf des Berufsmusikers nicht das richtige für ihn ist. Der Musikwelt ist dadurch eine sehr begabte Flötistin verloren gegangen - dafür hat eine Realschule nun eine wunderbare Schulleiterin.

Es gibt nicht den einen Königsweg zum Ziel. Wenn dich, Gerald, das exakte Studieren der alten Meister zu DEINEM Ziel bringt und du auf diesem Wege dein Glück findest, ist das wunderbar. Für mich ist das Harpspiel ausschließlich Hobby. Ich mache das "nur" zu meiner Unterhaltung. Ich weiß, dass ich nie ein Profi-Musiker werde, geschweige denn ein stilbildender Bluesharp-Meister. Will ich auch gar nicht. Was ich möchte, ist mit anderen Hobbymusikern zusammen und mit Spaß Stücke spielen, die mir und den anderen in der Band gefallen und die ich mit meinem - natürlich begrenzten - spielerischen Vermögen so zu Gehör bringen kann, dass eventuelle Zuhörer nicht weglaufen sondern vielleicht sogar ein wenig Freude beim Zuhören empfinden.

Mein Weg dahin ist vielfältig, windungsreich, teils beschwerlich, teils easy (meine ich in diesem Fall wörtlich -> "Easy" von Big Walter ist auch ein wunderbares Stück, mit dem ich viel gelernt habe Wink ). Manchmal komme ich meinem Ziel näher, manchmal entferne ich mich vielleicht auch von meinem Ziel. Zum Teil ist auch der Weg selbst das Ziel - weil es mir Freude macht, ihn zu gehen. Es ist und bleibt immer MEIN Weg, den ich gehen kann / muss(?) / will(!). Ich selbst entscheide, welchen Weg ich gehe. Und das mache ich in der Regel auf der Basis der Motivation. Wenn eine von mir (!) anerkannte Autorität mir einen Weg zeigt, den ich gehen sollte, dann gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass ich diesen Weg probiere. Wenn ich dann weiter komme - gut. Wenn nicht, gehe ich halt wieder einen anderen Weg. Und selbst wenn ich weiter gekommen bin, heißt es nicht, dass ich diesen Weg bis zum Ende (gibt's das?) weiter gehe. Denn vielleicht ändere ich ja unterwegs mein Ziel.
Das ist das Schöne an einer Freizeitbeschäftigung: Man muss sich keinem fremden Druck aussetzen, wenn man das nicht möchte.

Mit anderen Worten: viele Wege führen nach Rom - und nicht jeder will nach Rom.

Schöne Grüße
Dirk
_________________
"Das ist doch kein Hank-Williams-Song!"

So fast as Düörpm.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pimpinella



Anmeldedatum: 03.08.2006
Beiträge: 2515
Wohnort: Jeverland

BeitragVerfasst am: 07.09.2014, 09:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hi

Gabriel hat Folgendes geschrieben:
Und dazu muss ich mir nicht Irgendwas verlangsamt anhören. Auf den Keks geht mir auch die ewige Aufforderung
zu Imitation.Wie soll den noch jemand einen
eigenen Stil entwickeln wenn nur noch jeder
versucht die Klassiker zu kopieren, klar viel hören versuchen was mitzunehmen,und staunen wie gut die Jungs sind oder waren.


Es geht doch gar nicht um Imitation, sondern um Vokabular. Natürlich haben die Größen der 50er Jahre ihre Vorbilder studiert und das haben sie genommen und weiterentwickelt. Der wichtigste Stilpräger der letzten 10 Jahre mit der Harp ist für mich Jason Ricci. Er verarbeitet nicht einfach altes und bekanntes neu, sondern entwickelt in Blues und Bluesrock Dinge weiter und macht ganz neues. Und trotzdem hat gerade er jahrelang Little Walter ins kleinste Detail studiert und wenn man genau aufpasst, dann hört man das auch. Whammer Jammer hatte ich ja angesprochen. Der Song ist gespickt mit Zitaten und ganz prominent darunter halt auch Bye Bye Bird. Ich habe keinen Zweifel, das Magic Dick sich den Song irgendwann mal sehr genau erarbeitet hat.

ALLE alten Meister haben ihre Vorgänger und Vorbilder studiert. Glaubst du im Ernst Little Walter hatte keine? Oder Beethoven? Oder JS Bach? Selbstverständlich haben die alle intensive Lehrjahre und Lehrmeister gehabt. Little Walter hatte als er bei Muddy Waters angestellt wurde schon sieben oder acht Jahre vom Harpspielen gelebt und auf der Straße an Inspirationen aufgesaugt was er kriegen konnte.

@Dirk
Das mit den geschulten Ohren ist nicht im akademischen Sinne gemeint, sondern so, dass das afroamerikanische Publikum damals überwiegend mit Blues und Gospel aufgewachsen ist. Die hatten für das Erzählerische in der Musik feine Antennen und wussten genau wer das auf der Harp umsetzten kann und der nicht!

Gruß, Frank
_________________
Wenn ich als Moderator schreibe, dann schreibe ich in grün.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Juke



Anmeldedatum: 24.04.2014
Beiträge: 1215
Wohnort: die Metropole im südlichen Ostwestfalen

BeitragVerfasst am: 07.09.2014, 09:16    Titel: Antworten mit Zitat

Pimpinella hat Folgendes geschrieben:
@Dirk
Das mit den geschulten Ohren ist nicht im akademischen Sinne gemeint, sondern so, dass das afroamerikanische Publikum damals überwiegend mit Blues und Gospel aufgewachsen ist. Die hatten für das Erzählerische in der Musik feine Antennen und wussten genau wer das auf der Harp umsetzten kann und der nicht!
Da kann ich dir voll und ganz zustimmen.

Schöne Grüße
Dirk
_________________
"Das ist doch kein Hank-Williams-Song!"

So fast as Düörpm.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gabriel



Anmeldedatum: 28.02.2011
Beiträge: 325
Wohnort: Unkel am Rhein

BeitragVerfasst am: 07.09.2014, 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

Zum Besseren Verständnis meiner subjektiven Ansicht, zwei Beispiele, ich habe
als kleiner junge Schach gelernt trage heute
den Meistertitel des Internationalen Weltschachbund Bund,der FIDE.habe Jahrelang in der Bundesliga für verschiedene
Vereine gespielt.Natürlich habe ich die Partien der Großen Meister wie Fischer Nimzowitsch Tal Tartakower und viele andere
studiert Tage Wochen Monate,aber hätte ich in meinen Partien versucht zu spielen wie sie
hätte ich keine Partie gewonnen,ich habe viele Spieler getroffen die all diese Partien nachspielen konnten,30 Züge Ihre Eröffnungsvarianten kannten,aber sie konnten nicht Erklären wieso wurde dieser oder jener
Zug gespielt,welcher plan steckte dahinter, keiner dieser Spieler ist weit gekommen.
Ich habe im Schach nie einen Lehrer oder Trainer gehabt,erst später als ich Internationale Turniere spielte hatte ich zeitweise einen Sekundanten.Ich habe Kampfsport auf Leistungsniveau betrieben,Dieser weg ist mir Extrem schwer gefallen,weil ich mich hier an die Lehrmethoden halten musste.Ich weiß die meisten Leute sagen das diese Sportarten nicht zusammen passen,und Schach ist wirklich ein Sport! Ich habe Blind simultan
Vorstellungen gegeben an Schulen und vereinen,und war danach tagelang körperlich
komplett fertig.Diese Erklärung ist für mich einfacher,als die in Richtung Bluesharp,und soll nur aufzeigen das ich nicht zwingend
anderer Meinung bin als Ihr.Es soll nur meine
Herangehensweise verständlich machen.Und
diese ist nicht anderen zu sagen das dies für
sie der richtige weg ist,sondern nur für mich.
Frank,ich habe in keinem Posting geschrieben
das man nicht von anderen lernt oder lernen
kann,wäre ja Quatsch!Der Wille des Lesers
zu verstehen kann zum Verständnis führen. die freie Interpretation erinnert mich immer an manch Presseorgane,Nicht böse gemeint Frank.Gs ich Stimme Dir zu,aber ich habe ja nie geschrieben das ich mir das nicht alles anhöre.Spiele oder ich versuche es,Sachen wie Ice Walter Blues.Dirk,Das mit Rom schön, eine kleine Anekdote aus meinen "Wilden Jahren" Ich fuhr von Paris mit dem Taxi nach
Orlean und wollte am nächsten Tag einen zu von dort nach Straßburg nehmen, und erfuhr
dort das diese Züge nur von Paris nach Straßburg gehen,also zurück Gare de L'Est
in Paris,gelandet bin ich in Brüssel und einige
Jahre dort geblieben!

Gruß, Bernd
_________________
LebenSieMitImEisNebel
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Pimpinella



Anmeldedatum: 03.08.2006
Beiträge: 2515
Wohnort: Jeverland

BeitragVerfasst am: 07.09.2014, 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hi

Bernd, dann sind wir uns doch völlig einig. Es geht nicht um Imitation, sondern um Inspiration wenn man sich anschaut oder anhört was andere gemacht haben. Es geht auch nicht ums Auswendiglernen, sondern ums Verstehen. Sei es im Schach oder in der Musik.
Ich habe z.B. auch keinen Spaß daran mir durchchoreografierte Stadionkonzerte oder dergleichen anzuschauen, oder etwa große Musicalproduktionen. Mag sein, dass da mitunter große Kunst gezeigt wird, aber kreativ ist das in dem Moment nicht mehr. Mein Sofa ist da im Zweifelsfall bequemer und die DVD billiger.
Ansonsten verspreche ich dir mehr Wille zum Verstehen zu zeigen und hoffe auf das gleiche bei dir Wink

Gruß, Frank

PS: Dass Schach ein Sport ist habe ich nie bezweifelt.
_________________
Wenn ich als Moderator schreibe, dann schreibe ich in grün.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gabriel



Anmeldedatum: 28.02.2011
Beiträge: 325
Wohnort: Unkel am Rhein

BeitragVerfasst am: 07.09.2014, 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Frank,

Ja werde ich mir natürlich auch geben,auch wenn es manchmal erst im zweiten Anlauf
klappt.Sollte selbstverständlich sein es ist die
einzige Art vernünftig zu kommunizieren.

Gruß, Bernd
_________________
LebenSieMitImEisNebel
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    jack-black.de Foren-Übersicht -> Musik Theorie Alle Zeiten sind GMT
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
Seite 3 von 3

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de